21. April 2010
Die Hand ist meistens das schwache Glied, das verhindert, die volle Kraft der großen Muskeln der Beine und des Oberkörpers für das Heben der Hantel zu nutzen. Daher haben sich im Laufe der Kraftsportgeschichte verschiedene Griffarten gebildet, die alle ihre zweckmäßige Berechtigung haben und richtig angewandt ausschlaggebend für das Bewältigen wirklich schwerer Gewichte sind.
Bestimmt haben Sie schon einmal einen Gewichtheberwettkampf im Fernsehen verfolgt. Diese Athleten greifen die Hantel indem Sie Ihren Daumen zwischen Hantel, Zeige- und Mittelfinger einklemmen. Somit erhalten sie einen weitaus festeren Griff, als mit einem normalen Obergriff. Das Antrainieren dieses Griffs ist keineswegs ein leichtes Unterfangen und mit unangenehmen Schmerzen in den Daumen verbunden. Sofern diese sich jedoch abgehärtet haben und Sie sich an den Griff gewöhnt haben, verfügen Sie über eine sichere Griffvariante, die Sie bei allen schweren Zugübungen nutzen können.
Beobachtet man Athleten bei der Ausführung des Kreuzhebens, sieht man fast immer, dass Sie einen sogenannten Ober- und Untergriff wählen. Damit reduzieren Sie das Drehmoment der Hantel und können folglich höhere Lasten oder mehr Wiederholungen bewältigen. Dieser Griff hat allerdings auch einen Nachteil. Wenn Sie die Hantel mit Untergriff ergreifen, ist Ihr Handgelenk supiniert und demzufolge der Bizeps auf der betreffenden Seite verkürzt. Bei einem Ober- und Untergriff befindet sich daher die Wirbelsäule in einer leicht verdrehten Position, die zwar freilich nur wenige Grad beträgt, aber dennoch die Belastung unproportional verteilt. Es spricht nichts dagegen in einem Wettkampf diesen Griff einzunehmen, da er vergleichsweise die größte Griffkraft liefert. Im Training jedoch sollten Sie andere Griffvarianten nutzen, zumindest solange Sie Gewichte benutzen, mit denen Sie mehr als drei Wiederholungen schaffen und daher problemlos mit einem Hakengriff oder sogar normalem Obergriff festhalten können.
Griffhilfen sind Schlaufen, die Sie an Ihren Handgelenken befestigen und dann um die Hantel wickeln. Damit schalten Sie Ihre Hände als schwächstes Glied der Kette praktisch vollkommen aus und können sich ausschließlich auf die Bewegung als solche und die gezielte Belastung der beteiligten Muskelgruppen konzentrieren. Da im Kraftdreikampf keine Griffhilfen erlaubt sind, sollten Kraftdreikämpfer diese auch nur so selten wie möglich benutzen. Erst recht dann nicht, wenn sie mit Lasten trainieren, die sie im Wettkampf heben wollen. Bei hohen Wiederholungszahlen sind Griffhilfen durchaus hilfreich, trotzdem sollte jedem klar sein, dass ihr Einsatz die Bildung einer hohen Griffkraft und massiver Unterarme mildert. Aus diesem Grund sollten auch Bodybuilder so oft wie möglich darauf verzichten.
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