27. Februar 2008
Wer sich im Winter vor jeder unnötigen Bewegung gedrückt hat und lieber auf der Couch gedöst hat, als im nächsten Fitnessstudio vorbeizuschauen, der sollte es im Frühling langsam angehen lassen. Denn wer gleich Vollgas gibt, der riskiert eine Überlastung.

Für die meisten Menschen ist der Winter die gemütlichste Jahreszeit. Während draußen die Kälte glitzert, macht man es sich mit einer heißen Trinkschokolade und Kuschelsocken vor dem Fernseher bequem und wartet auf das Erwachen des Frühlings. Wenn dann die ersten Sonnenstrahlen kitzeln und sich der Winterspeck nicht mehr unter langen Mänteln verstecken lässt, packt die meisten der Bewegungsdrang. Doch Vorsicht - wer sich jetzt gleich ins Training stürzt, riskiert Verletzungen und Überbelastung. Denn der Körper braucht eine gewisse Gewöhnungszeit, um sich an die Belastung zu gewöhnen, die ihm jetzt droht.
Prof. Hans-Georg Predel von der Deutschen Sporthochschule in Köln: "Wer sich in Sachen Sport eine Winterpause gegönnt hat, muss die Trainingsbelastung über mehrere Wochen langsam wieder hochfahren. Man verliere viel schneller die Kondition, als man glaubt".
Vor allem die Gelenke sind nach der Winterpause noch nicht ohne weiteres belastbar. Daher sollten zunächst Sportarten gewählt werden, die die Gelenke und Sehnen schonen. Ideal sind Schwimmen, Nordic Walking oder Radfahren. Die Joggingschuhe sollten noch nicht gleich hervorgeholt werden, denn beim Laufen wirkt ein Vielfaches des Körpergewichts auf die Gelenke, die auf eine solche Belastung nicht vorbereitet sind. Michael Branke, Diplom-Sportlehrer bei der Deutschen Fitnesslehrer Vereinigung mit Sitz in Baunatal (Hessen): "Wird am Anfang zu lange und zu viel trainiert, drohen Überlastungsverletzungen an den Sehnen, Bändern und Gelenkkapseln. Denn diese nicht durchbluteten Strukturen passen sich sehr viel langsamer an ungewohnte Belastungen an als die Muskeln und der Kreislauf. Es dauere Monate, bis Sehnen dicker, elastischer und insgesamt belastungsfähiger geworden sind."
Auch der Kreislauf braucht nach dem Schongang im Winter etwas Zeit. Nicht anders geht es der Muskulatur: Bereits nach zwei Monaten der Gemütlichkeit sinkt die Leistungsfähigkeit der Muskeln um bis zu 50 Prozent. Daher sollte das Trainingspensum allmählich hochgeschraubt werden, um den eingerosteten Körper wieder auf Touren zu bekommen.
Um den Körper langsam an die Bewegung zu gewöhnen, sollten das Training zunächst auf 30 Minuten dreimal pro Woche beschränkt werden. Wer merkt, dass die Puste nachlässt, sollte immer mal wieder ein paar Verschnaufpausen einlegen, die zum Beispiel für Dehnübungen genutzt werden können.
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