5. Dezember 2011
Von Andreas Hadel
In der öffentlichen Meinung gelten nur jene als wirklich fit, die im Spiegelbild ein tief gerilltes Sixpack vorweisen können. Deshalb wundert es sich, dass in gängigen Fitness-Studios Crunches zu erblicken sind, wo auch immer das Auge schweift.

Manche Fitnesstrainer neigen dazu, ihren Klienten den Crunch als einzige Bauchübung beizubringen, weil er schlicht einfach erlernen ist. Amerikanische Wissenschaftler haben diesen Bauchübungsklassiker etwas näher unter die Lupe genommen und kamen dazu zu einem Ergebnis, das zum Umdenken bewegen sollte.
Die Forscher der Youngstown-State-Universität veröffentlichten in dem Fachblatt "Strength and Conditioning Research" ihre Studie, die die Effektivität von Crunches klar in Frage stellt.
Die Sportwissenschaftler stellten drei Bauchtrainingsprogramme zusammen, die je von einer Probandengruppe über die Länge von elf Wochen befolgt werden sollten. Das erste Trainingsprogramm bestand aus drei wöchentlichen Bauch-Workouts. Das zweite Bauchprogramm verlangte von den Testpersonen ganze sechs Baucheinheiten pro Woche. Die Teilnehmer der dritten Gruppe sollten hingegen für die gesamte Dauer der Studie gar kein Bauchtraining absolvieren. Die Workouts setzten sich alle aus unterschiedlichen Crunch-Übungen zusammen, die jeweils zu 3 Sätzen von 20 Wiederholungen ausgeführt werden sollten.
Nach Ablauf der elf Wochen konnten die Autoren der Studie bei keiner einzigen Testperson wesentliche Fortschritte verzeichnen. Die Wissenschaftler leiteten daraus ab, dass Crunches allein nicht genug seien, um feste Bauchmuskeln aufzubauen.
Wir stimmen dem im Prinzip zu, möchten jedoch darauf hinweisen, dass die richtige Ernährung der ausschlaggebende Faktor für sichtbare Bauchmuskeln sind. Ferner darf man hierbei nicht außer Acht lassen, dass die Bauchmuskeln ein komplexer Gewebeverbund aus unterschiedlichen Muskeln sind und deshalb auch von unterschiedlichen Winkeln mit verschiedenen Übungen trainiert werden muss.
Neben den klassischen Übungen wie Crunches und Sit-Ups sollten Trainierende hängendes Knieheben, Planks, Frontkniebeugen, Kreuzheben und andere schwere Grundübungen regelmäßig in ihr Training einbeziehen, wenn sie an einer starken und straffen Rumpfmuskulatur interessiert sind.
Da die Bauchmuskeln sich physiologisch nicht von den restlichen Muskeln unseres Körpers unterscheiden, gelten für die Bauchmuskeln auch die gleichen Trainingsregeln. So wie Sie nicht jeden Tag Ihre Beine trainieren, sollten Sie auch nicht täglich Ihren Rumpf in die Mangel nehmen. Des Weiteren sollten Sie sich nicht davor scheuen, bei den diversen Bauchübungen auch mit zusätzlichen Lasten in Form von Hantelscheiben oder Gummibändern zu trainieren, um einen größeren Wachstumsimpuls zu stimulieren.
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