26. März 2011
Von Andreas Hadel
Die Sportart ist wie andere Sportarten auch ein Sport, bei dem man an seine körperlichen Grenzen stößt und dabei auf das Ziel nach dem perfekten Körperbild ist. Bei Fragen der Ästhetik liegt es immer im Auge des Betrachters, ob das Formen des Körpers gelungen oder unästhetisch ist. Ebenfalls existieren Meinungen, die besagen, dass es sich beim Training für das Bodybuilding um eine Sportart mit hohem Suchtpotential handeln kann.

Während man bei der Frage nach der persönlichen Motivation unzählige Antworten bekommt, so ist der gesundheitliche Aspekt für den Laien oft überraschend. Gesundheitliche Themen wie Brustverkleinerung, Amenorrhoe – Ausbleiben der Menstruation – und die Abweichung vom weiblichen Körperbau sind nur einige Themen, die häufig nicht benannt werden. Die Begründung für diese gesundheitlichen Folgen liegt am Fettanteil im weiblichen Körper. Wenn Sie sich beispielsweise die Brustgröße ansehen, so sind die Brüste von Bodybuilding-Athletinnen oft kleiner als die Brust einer durchschnittlichen Frau. Da der Sport bedingt wenig Fett am Körper zu haben und die Brust aus einem großen Fettanteil besteht, liegt der Zusammenhang nahe. Beträgt der Anteil an Körperfett unter 12% werden Brüste bereits kleiner.
Sportlerinnen, die im Laufe ihres Trainings ihren Körperfettanteil über mehr als drei Monate senken, so dass der Fettanteil unter 20% fällt, leiden oft an sekundärer Amenorrhoe.
Der optimale Körperfettanteil für Sportler liegt bei 15 bis 20%. Athletinnen mit einem Fettgehalt zwischen 20 und 25% haben Probleme mit Oligomenorrhoe, in dem der Menstruationszyklus unregelmäßig wird. Glücklicherweise haben nicht alle Athletinnen diese Probleme. Sportlerinnen, die nach ihrem Wettkampf wieder zurück in ihren Trainingsalltag kehren, haben mit sekundärer Amenorrhoe zu tun. Während intensive Übungen als Verursacher für ovulatorische Probleme gehandelt wurden, so ist die Aufrechterhaltung des Menstruationszyklus von zahlreichen, komplexen Faktoren abhängig: Das Gonadotropin-Releasing-Hormon (GnRH) - ein Hormon, das über den Hypothalamus im Gehirn freigesetzt wird und eine regulierende Wirkung besitzt -, Faktoren wie Stress, das Körpergewicht und die Zusammensetzung des Körperbaus, in dem der Fettanteil im Körper eine zentrale Rolle spielt, stellen zu berücksichtigende Faktoren dar. Eine Athletin, die ihr Körperfettniveau hält, kann mit anstrengenden Übungen fortfahren, ohne dass sich in ihrem Monatszyklus eine Unregelmäßigkeit einstellt.
Eine gute Nachricht ist, dass es sich bei der primären oder sekundären Amenorrhoe um ein Krankheitsbild handelt, das nur vorübergehend auftritt. Mit Beendigung der Wettkampfvorbereitung stellt sich in einem Zeitraum von drei Monaten der normale Menstruationszyklus wieder ein.
Die schlechte Nachricht ist, dass sich bei Frauen, die länger als sechs Monate keine Menstruation hatten, ein beschleunigter Knochenabbau einstellt. Der Zusammenhang ist noch nicht ganzheitlich wissenschaftlich geklärt. Eine Theorie besagt, dass es im Blut zu einer Erhöhung des Kalziumanteils kommt, womit das Parathormon-Sekret ansteigt, was dazu führt, dass die Umwandlung von Vitamin D in seine aktive Form beeinträchtigt wird und die körpereigene Fähigkeit zur Aufnahme von Kalzium reduziert wird.
Dieser Fakt liefert einen möglichen Klärungsansatz, warum trotz zunehmender Aufnahme von Kalzium ein Verlust der Knochendichte nicht verhindert werden kann.
Die Frage, die sich stellt, ist Folgende: Was hilft, um die gesundheitlichen Gefahren so gering wie möglich zu halten? Die Antwort: Progressives Krafttraining mit vielen Erholungszeiten!
Die Einnahme von Steroiden ist unnatürlich und gefährlich! Insbesondere anabole Steroide sind Hormone, die direkt an die überwiegend männlichen Sexualhormone Testosteron gelehnt sind. Sie erhöhen die Proteinsynthese in den Zellen, um den Muskelaufbau zu unterstützen. Die Nebenwirkungen des Steroid-Missbrauchs sind besonders negativ für Frauen. Unerwünschte Probleme sind die Vertiefung der Stimme, eine erhöhte Körpertemperatur, Haarwachstum und eine abnorme Vergrößerung der Klitoris.
Trotz einer möglichen Unregelmäßigkeit in ihrem Menstruationszyklus sollten Frauen nicht von Trainingseinheiten auf hohem Niveau und Wettkämpfen fern bleiben. Sie sollten sich allerdings bewusst machen, dass ein hartes Bodybuildingtraining körperliche Probleme verursachen kann. Planen Sie dementsprechend eine Erholungsphase für Ihren Körper ein. Der beste Rat, den Sie einhalten können, lautet: Hören Sie auf Ihren Körper und trainieren Sie achtsam und intelligent.
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