Grundregeln, Spielfläche und Varianten des Minigolfs

Minigolf wird zu den Präzisionssportarten gezählt. Auf einer Anlage mit 18 Bahnen wird versucht, ein Golfball mithilfe eines Golfschlägers mit mölichst wenigen Stößen in das jeweilige Loch zu befördern. Die einzelnen Bahnen weisen unterschiedliche Schwierigkeitsgrade auf, sodass auch mal ein Hinderniss oder Gefälle überwunden werden muss. Lesen Sie alles Wissenswerte zum Thema Minigolf.

Mehr über die Ausstattung, Variationen, Platzbeschaffenheit und die Grundregeln beim Minigolf erfahren Sie hier

Minigolf - Alles andere als ein Kinderspiel

Das Minigolfen gehört wie das Schießen zu den Präzisionssportarten und verlangt vom ausübenden Sportler nicht nur ein gutes Augenmaß, sondern auch großes Koordinationstalent.

Siegeszug und Normierung

Der Grundstein für diese noch recht junge Sportart wurde erst 1953 von dem Schweizer Gartenarchitekten Paul Bongni gelegt, als dieser die erste Minigolf-Anlage baute. Das Potential dieses Geschicklichkeitsspiels wurde schnell erkannt und der Begriff "Minigolf" markenrechtlich geschützt. Seitdem durften nur nach speziellen Normen gebaute Anlagen als Minigolf-Bahnen bezeichnet werden. Die Voraussetzungen für eine professionelle Ausübung waren damit geschaffen.

Minigolf ist auch eine beliebte Sportart bei Jugendlichen
Minigolf ist auch eine beliebte Sportart bei Jugendlichen

Wie bei seinem großen Bruder gilt es auch beim Minigolfen den Ball mit so wenig Schlägen wie möglich einzulochen. Theoretisch ist das auf jeder Bahn mit einen einzigen Schlag machbar. Man spricht dann vom sogenannten As. Die im Minigolf bekannten Bahnen unterscheiden sich in ihren Hinderniselementen und generellen Schwierigkeitsgraden, sind aber durch die verbindlichen Normen alle miteinander vergleichbar. So wird das Minigolf auf Anlagen gespielt, die aus 18 Bahnen bestehen, die jeweils 12 Meter lang und 1,25 Meter breit sind.

Weltranglisten und Doping

Was man beim Anblick eines Minigolfers nicht unbedingt vermutet sind Doping-Vergehen. Tatsächlich verfolgt die "World Minigolf Sport Federation" sehr konsequent die Anti-Doping-Richtlinien der WADA, damit durch die Verwendung von Betablockern und anderen Beruhigungsmitteln keine unfaire Wettbewerbsverzerrung stattfinden kann.

Ähnlich wie beim Tennis und anderen Turniersportarten werden auch hier Weltranglisten geführt. Die Sportler können dabei auf nationalen und internationalen Wettkämpfe Punkte sammeln, die unter Berücksichtigung der verschiedenen Leistungsstufen mittels einer Formel auf ein vergleichbares Maß gebracht werden.

  • Bei den Damen führt Jasmin Ehm aus Deutschland die vornehmlich mit europäischen Athletinnen besetzte Liste an.
  • Und auch bei den Herren steht mit Alexander Geist ein Deutscher an der Spitze der männlichen Minigolf-Elite.

Die Grundregeln beim Minigolf

Unter der Bezeichnung Minigolf verbergen sich verschiedene Untervarianten des Golfspiels, die auf kleineren Anlagen, den so geannnten Kleingolfbahnen, gespielt werden. Wie der große Bruder Golf, so zählt auch das Minigolf zu den Präzisionssportarten.

Bahnen und Hindernisse

Eine regelgerechte Anlage besteht also aus 18 Bahnen, die je 12 Meter lang und 1,25 Meter breit sind. Eine Ausnahme bildet die Weitschlag-Bahn, sie ist 25 Meter lang.

Die Bahnen bestehen aus Beton und sind an den Rändern mit Rohrbanden oder Flacheisenbanden eingefasst. Sie dürfen vom Spieler betreten werden, wenn er einen ruhenden Ball spielen muss. Auf den Bahnen befinden sich verschiedene Hindernisse. Diese bestehen aus Beton oder Naturstein und sich nicht genormt, jedoch in den meisten Anlagen zumindest ähnlich.

Eine Anlage besteht aus 18 Bahnen mit verscheidenen Hindernissen
Eine Anlage besteht aus 18 Bahnen mit verscheidenen Hindernissen

Spielprinzip

Das Ziel des Spiels besteht darin, den Ball mit dem Schläger in das Loch der Bahn zu bringen. Dazu sollen so wenig Schläge als nötig ausgeführt werden. Die Bahnen der genormten Systeme ermöglichen - zumindest theoretisch - das Einlochen mit einem einzigen Schlag.

Gelingt dies, so spricht man von einem As. Da die Bahnen unterschiedliche Schwierigkeitsgrade aufweisen, werden meist jedoch mehrere Schläge zum Einlochen benötigt.

  • Von einem runden oder eckigen Abschlagfeld aus beginnt der Spieler sein Spiel auf der Bahn.
  • Innerhalb von maximal 6 Schlägen muss er den Ball im Loch versenkt haben. Gelingt dies nicht, erhält der Spieler für die Bahn 7 Punkte angerechnet und kann sich zur nächsten Bahn begeben.
  • Pro Bahn sind die Hindernisse taktisch geschickt zu umspielen.
  • Bei den meisten Bahnen gibt es einen vorgeschriebenen Weg, den der Ball nehmen muss.
  • Der Ball wird jeweils von dort weiter geschlagen, wo er zum Liegen gekommen ist. Befindet sich der Ball noch in Bewegung, darf nicht in die Roll- oder Flugbahn eingegriffen werden.
  • Pro Schlag wird ein Punkt gezählt, am Ende der Bahn werden die benötigten Punkte in die Liste eingetragen. Sieger ist der Spieler, der am Ende die wenigsten Punkte angesammelt hat.

Kommt der Ball direkt an der Bande oder an einem Hindernis zum Stillstand, so kann er von dort aus nicht weiter geschlagen werden. Deshalb gibt es auf jeder Bahn bestimmte Markierungspunkte, die sich besser zum Abschlag eignen. Der Spieler darf den nicht mehr manövrierbaren Ball aufheben und auf den nächsten Markierungspunkt legen, um ihn von dort aus zu schlagen.

Die Varianten des Minigolfs

Der Begriff Minigolf ist eine Sammelbezeichnung, sowohl für die Freizeitbeschäftigung als auch für den ambitionierteren Sport. So finden sich unter dem Dachbegriff verschiedene Unterkategorien wie

  • Miniaturgolf,
  • Cobigolf,
  • Sterngolf und
  • Filzgolf.

Miniaturgolf

Als eine ernstzunehmende Sportart stuft sich der Miniaturgolf ein. Hier geht es nicht nur um das reine Vergnügen, sondern hier stehen Technik und Leistung im Vordergrund. Aus dieser Sportart gingen einige interessanten Varianten hervor, die wir Ihnen hier vorstellen möchten.

Cobigolf

Das strategisch interessante Cobigolf bedient sich eines zusätzlichen Elements aus dem Crocket-Sport: Direkt nach dem Abschlag müssen ein oder zwei kleine Tore überwunden werden. Dabei unterteilt sich Cobigolf in Groß-Cobigolf und Klein-Cobigolf, was sich jedoch im wesentlichen in der Größe und Ausstattung der Spielbahn manifestiert.

  • Die Hindernisse müssen mit einer festgelegten Anzahl von Weitschlägen überwunden werden,
  • im Anschluss daran landet der Ball in einem Endkreis, den es bei den anderen Varianten des Minigolf nicht zwangsläufig gibt.
  • Die Bahnen bestehen meist aus Eternit.

Sterngolf

Eine Bahn beim Sterngolf ist 8 Meter lang und 1 Meter breit. Sie endet in einer sternförmigen Fläche. Besonders das Spiel aus den Zacken des Sterns heraus stellt eine zusätzliche Schwierigkeit für den Spieler dar.

Auf den meisten Sterngolfanlagen sind die Hindernisse weitgehend identisch angeordnet, so dass der Spieler überall auf vertrautes Terrain stößt.

Filzgolf

Wie der Name schon nahelegt, wird beim Filzgolf auf Bahnen gespielt, die mit Filz bespannt sind. Je nach Witterungsverhältnissen ändert sich der Reibungswiderstand des Materials, so werden ganz unterschiedliche Anforderungen an den Spieler gestellt.

  • Die Banden bestehen aus Holz.
  • Eine Bahn hat eine Länge von 6 bis 18 Metern und eine Breite von 0,80 bis 0,90 Metern.
  • Die 25 möglichen Hindernisse sind genormt.
  • Aus ihnen wird eine Anlage mit 18 Loch zusammen gestellt.

Verschiedene Untergrundmaterialien für Minigolfplätze

Minigolf ist ein Oberbegriff für verschiedene Golfsportarten, die alle auf einer deutlich reduzierten Spielfläche ausgetragen werden. Bei der beliebten Präzisionssportart spielt besonders der Untergrund eine große Rolle.

Beton

Aus Beton bestehen die meisten Untergründe von Minigolf- und Miniaturgolfanlagen. Beton ist wetterbeständig und bietet eine entsprechend harte Oberfläche.

Im Spielverlauf ist es immer wieder notwendig, dass ein Spieler die Bahn betritt, um einen bereits ruhenden Ball wieder abzuschlagen. Dies muss der Untergrund der Spielfläche aushalten können, auch ohne Schaden zu nehmen.

Verschiedene Bodenbeläge für unterschiedliches Spielgefühl
Verschiedene Bodenbeläge für unterschiedliches Spielgefühl

Eternit

Ein anderes beliebtes Material für den Untergrund der Bahn ist der ebenso robuste Eternit Kunstboden. Er wird vor allem auf Sterngolf Anlagen und auf Cobigolf Anlagen sehr häufig verwendet. Eternit verfügt ebenfalls über sehr gute Rollwerte und einen geringen Eigenwiderstand. So können die Bälle frei und ungehindert rollen.

Für die Spieler ist Eternit ein besonders anspruchsvoller Untergrund, da die Bälle mit der exakten Dosierung geschlagen werden müssen, damit sie nicht zu viel Geschwindigkeit aufnehmen.

Filz

Aus Skandinavien dagegen stammt die Besonderheit, Filz als Untergrund für die Minigolfanlage zu verwenden. Auf diesen Anlagen wird das etwas seltener zu findende Filzgolf gespielt.

Sie sind meist nur im Sommer geöffnet und häufig auch überdacht, da Filz weder als extrem sonnenbeständig, noch im Winter als allzu wettertauglich bekannt ist. Filzbahnen sind darum etwas teurer im Unterhalt, da sie regelmäßig neu bezogen werden müssen.

Für die Spieler bildet Filz einen ganz besonderen Reiz. Ist er trocken, so verlangsamt er die Bälle. Ist er dagegen nass oder feucht, so legen sich die Haare flach auf dem Unterboden ab. Die Bälle erreichen so sehr viel schneller eine hohe Geschwindigkeit. Das Spiel wird anspruchsvoller und taktischer.

Indoor-Minigolf - der besondere Spielspaß

Die meisten Menschen kennen Minigolf und haben es auch schon irgendwann in ihrem Leben auch schon einmal gespielt. Für die wenigsten jedoch ist es eine Sportart, die sie ernsthaft das ganze Jahr hindurch betreiben und trainieren möchten.

Deshalb fällt es den meisten Minigolf Spielern auch gar nicht auf, dass die im Sommer bespielbaren Plätze in den kalten Wintermonaten häufig gar nicht zur Verfügung stehen.

Minigolf zu jeder Jahreszeit

Aufgrund der steigenden Nachfrage der ambitionierten und regelmäßigen Spieler jedoch entstand die Idee des Indoor Minigolfs. Die Vorteile liegen klar auf der Hand: Eine eigens erbaute Halle kann durch alle Jahreszeiten hindurch gleichmäßig betrieben werden, und die Spieler sind nicht der Witterung ausgesetzt.

Tatsächlich sind Indoor Minigolfhallen auch im Sommer gut besucht, wenn die Menschen Schatten und Kühlung suchen. Die Anlagen selbst müssen den Open Air Anlagen in nichts nachstehen. So kann Indoor Minigolf zu einem ganz besonderen Vergnügen und Spielspaß werden.

Besondere Angebote

Manch ein findiger Betreiber bietet sogar noch zusätzliche Angebote an, mit denen er Gäste in die Halle locken und zum Wiederkommen begeistern kann. So besteht in vielen Indoor Minigolfanlagen die Möglichkeit der Kinderbetreuung. Andere wiederum richten sich an eine jüngere Zielgruppe und bieten musikalische Untermalung oder verschiedene Sonderaktionen, wie Moonlight-Minigolf.

Mancherorts werden Turniere ausgetragen. Auch die Gastronomie ist ein wesentlicher Bestandteil und Wirtschaftsfaktor der Indoor Minigolfhallen. So entstehen häufig sehr beliebte Treffpunkte, die sich schnell zum Szenetipp entwickeln.

Das Minigolf Spiel steht nicht mehr unbedingt im Vordergrund, wichtiger ist es, neue Leute kennen zu lernen und einen lustigen Mittag oder Abend zu verbringen.

Der Golfsimulatur

Beim regulären Golfsport ist noch eine weitere Variante des Indoor Golf bekannt: der Golfsimulatur. Dabei handelt es sich um ein technisches System, das den Golfer in einen virtuellen Raum versetzt.

So simuliert der Simulatur durch verschiedene Messungen die Flugbahn des Balls und projiziert ihn in eine virtuelle Landschaft. Diese Art des Golfspiels hat jedoch nichts mit dem Minigolfen zu tun, da sie an den Aktivitäten und Bedürfnissen des klassischen Golfsports ausgerichtet ist.

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Quellenangaben
  • Golf player at the putting green © Jag_cz - www.fotolia.de
  • Minigolf spielen © ARochau - www.fotolia.de
  • Young woman plays adventure/mini golf in summer evening © romanruzicka - www.fotolia.de
  • Minigolfanlage © Fotoplaner - www.fotolia.de

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