19. April 2008
Von Andreas Hadel
Zugegeben, die häufig mit viel Liebe zum Detail hergerichteten Minigolfplätze erinnern etwas an die Spielplätze für die ganz kleinen Erdenbürger. Minigolf ist aber weit mehr als ein infantiler Zeitvertreib.

Das Minigolfen gehört wie das Schießen zu den Präzisionssportarten und verlangt vom ausübenden Sportler nicht nur ein gutes Augenmaß, sondern auch großes Koordinationstalent.
Der Grundstein für diese noch recht junge Sportart wurde erst 1953 von dem Schweizer Gartenarchitekten Paul Bongni gelegt, als dieser die erste Minigolf-Anlage baute. Das Potential dieses Geschicklichkeitsspiels wurde schnell erkannt und der Begriff "Minigolf" markenrechtlich geschützt. Seitdem durften nur nach speziellen Normen gebaute Anlagen als Minigolf-Bahnen bezeichnet werden. Die Voraussetzungen für eine professionelle Ausübung waren damit geschaffen.
Wie bei seinem großen Bruder gilt es auch beim Minigolfen den Ball mit so wenig Schlägen wie möglich einzulochen. Theoretisch ist das auf jeder Bahn mit einen einzigen Schlag machbar. Man spricht dann vom sogenannten As. Die im Minigolf bekannten Bahnen unterscheiden sich in ihren Hinderniselementen und generellen Schwierigkeitsgraden, sind aber durch die verbindlichen Normen alle miteinander vergleichbar. So wird das Minigolf auf Anlagen gespielt, die aus 18 Bahnen bestehen, die jeweils 12 Meter lang und 1,25 Meter breit sind.
Was man beim Anblick eines Minigolfers nicht unbedingt vermutet sind Doping-Vergehen. Tatsächlich verfolgt die "World Minigolf Sport Federation" sehr konsequent die Anti-Doping-Richtlinien der WADA, damit durch die Verwendung von Betablockern und anderen Beruhigungsmitteln keine unfaire Wettbewerbsverzerrung stattfinden kann.
Ähnlich wie beim Tennis und anderen Turniersportarten werden auch hier Weltranglisten geführt. Die Sportler können dabei auf nationalen und internationalen Wettkämpfe Punkte sammeln, die unter Berücksichtigung der verschiedenen Leistungsstufen mittels einer Formel auf ein vergleichbares Maß gebracht werden.
Bei den Damen führt Bianca Zodrow aus Deutschland die vornehmlich mit europäischen Athletinnen besetzte Liste an. Der Schwede Carl-Johan Ryner steht an der Spitze der männlichen Minigolf-Elite.
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