1. Dezember 2011
Michael Lipton arbeitet am Albert Einstein College of Medicine in New York. Auf der zur Zeit stattfindenden Jahrestagung der Radiological Society of North America in Chicago hielt Lipton einen Vortrag über die medizinischen Auswirkungen von Kopfbällen im Fußball. Heute sind es zwar keine schweren Lederbälle mehr mit denen gespielt wird, aber trotzdem prallen die Bälle mit 50 km/h auf die Köpfe von Amateurfußballern, bei Profis können es auch 100 km/h sein. Lipton vermutet, dass bei zu heftigen oder zu häufigen Kopfbällen Nervenfasern im Gehirn reißen können. Er belegt diese Aussagen mit einer Studie an 34 Amateurfußballern, die im Schnitt 31 Jahre alt und seit ihrer Kindheit begeisterte Spieler waren. Er fragte die Kicker, wie oft sie pro Spiel köpften und errechnete daraus die Gesamtzahl der abgeleisteten Kopfbälle. Außerdem untersuchte Lipton die Hirne der Spieler mit Hilfe der sogenannten Diffusions-Tensor-Bildgebung. Das ist eine Spezialform der Kernspintomografie. Mit ihr kann die Bewegung von Wassermolekülen im Körpergewebe sichtbar gemacht werden.
Weil Wasserfluß von Mebranen behindert wird, kann dieses Verfahren indirekt auch die Kabelstränge der Nervenzellen im Hirn sichtbar machen. Lipton konnte feststellen, dass Spieler mit über 1500 Kopfbällen in ihren Hirnen Läsionen wie bei einem akuten Schädel-Hirn-Trauma haben. Außerdem wiesen die stärksten Kopfballer auch die größten Schwächen im verbalen Gedächtnis und bei der psychomotorischen Geschwindigkeit auf.
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