Frauenfußballerinnen haben höheres gesundheitliches Risiko bei Kopfbällen

Kopfbälle schaden der Hirnsubstanz von Frauen laut Studie deutlich mehr als bei Männern

  • ,
  • von Paradisi-Redaktion
Drei Frauenfußballerinnen in schwarzen Trikots stehen auf dem Rasenplatz zur Besprechung zusammen

Beim Fußball fiebern alle mit, wenn ein gut platzierter Kopfball die Mannschaft voranbringt. Den Ball mit dem Kopf anzunehmen, birgt aber auch ein gewisses Risiko für das Gehirn. Die Erschütterung kann zu Verletzungen des Gewebes führen. Eine aktuelle Studie hat diesen Aspekt sowohl beim Herren- als auch beim Damenfußball beobachtet und dabei einen interessanten Unterschied festgestellt: Demnach ist das Verletzungsrisiko bei Frauen größer als bei Männern.

Für die Studie wurden 49 Frauen und 49 Männer untersucht, die seit Jahren Fußball spielten und deren Kopfballstatistik bekannt war. Im Schnitt waren es 469 Kopfbälle bei einer Frau und 487 bei einem Mann. Die Probanden wurden mit einem bildgebenden Verfahren, dem Diffusions-Tensor-Imaging, untersucht. Das DTI zeigte das Volumen der Gehirne und die Stellen, an denen die weiße Hirnsubstanz beschädigt war. Bei den Männern zeigten sich nur in drei Regionen leichte Schädigungen, bei den Frauen hingegen fand man Schäden in acht Hirnregionen.

Gesundheitliche Auswirkungen mit Verzögerung

In kognitiven Tests mit den Teilnehmern zeigten weder die Männer noch die Frauen Auffälligkeiten wie eine veränderte Denkleistung, dennoch sollten die gefundenen Hirnschäden Ernst genommen werden. Die Wissenschaftler geben zu bedenken, dass verzögerte Auswirkungen nicht unwahrscheinlich sind. Beispielsweise kommt es bei Sportlern ebenso wie bei Soldaten durch regelmäßige Hirntraumata öfter zur sogenannten chronisch traumatischen Enzephalo­pathie. Dabei handelt es sich um eine degenerative Krankheit, die entsprechend über die Jahre schlimmer wird.

Da weltweit circa 30 Millionen Mädchen und Frauen aktiv in Fußballvereinen spielen, ist es laut der Studie sinnvoll über neue geschlechtsspezifische Richtlinien nachzudenken. Warum Hirnschäden durch Kopfbälle eher bei Frauen auftreten, kann die Studie nicht sagen. Denkbar wären genetische Faktoren, hormonelle Ursachen oder auch die unterschiedliche Stärke der Nackenmuskulatur.

Passend zum Thema

War der Artikel hilfreich?

Fehler im Text gefunden?

Bitte sagen Sie uns, warum der Artikel nicht hilfreich war:

Um die Qualität unserer Texte zu verbessern, wären wir Ihnen dankbar, wenn Sie uns den/die konkreten Fehler benennen könnten:

Quellenangaben

  • Bildnachweis: Frauenfußball Teambesprechung Huddle © seventysix - www.fotolia.de

Autor:

Paradisi-Redaktion - News vom

Weitere News zum Thema

Fussball

Kopfballspielen ist nicht gesund

Häufiges Köpfen im Fußball verursacht Schäden im Halsbereich. Das haben Wissenschaftler der Technical University von Ankara herausgefunden. Di...

Fussball

O-Beine vom Fussballspielen

Wer schon als Kind und Jugendlicher viel Fußball spielt, muss damit rechnen, O-Beine zu bekommen. Das hat der belgische Sportwissenschaftler D...

Prominente

Die deutschen Sportler des Jahres

Die Sportjournalisten haben Hannah Stockbauer und Jan Ullrich bei der 57. Wahl zum Sportler des Jahres 2003 gewählt. Die deutsche Fußball-Nati...

Fussball-Weltmeisterschaften

Was kosten die WM-Tickets 2006?

Der Fußball-Weltverband hat festgelegt, dass es für die Weltmeisterschaft 2006 in Deutschland Karten ab 35 Euro geben wird. In diesem Preis si...