9. Dezember 2010
Frauenfußball ist auch in Deutschland weiter auf dem Vormarsch. Die Frauen mussten jedoch lange um ihre Anerkennung kämpfen.
Nicht immer war Frauenfußball in Deutschland angesehen. Zwar wurde hierzulande schon zu Beginn des 20. Jahrhunderts eine Fußballvariante gespielt, doch wurde dieses Spiel als moralisch verwerflich eingestuft. Während in anderen europäischen Ländern in den 20er Jahren der Frauenfußball erstmals auf dem Vormarsch war, kam es in Deutschland dagegen sogar zu einem Verbot. Darüber hinaus wurden die Frauen auch nicht in Turnvereinen aufgenommen. Die sportbegeisterten Frauen ließen sich davon jedoch nicht entmutigen und riefen eigene Vereine ins Leben. Schließlich konnten auch die deutschen Frauen in den 20er Jahren Fußball spielen.
Nachdem 1954 die deutsche Herren-Nationalmannschaft erstmals Fußball-Weltmeister wurde und das Interesse an der Ballsportart immer mehr anstieg, wollten auch die Frauen eine Nationalmannschaft gründen. So wurde 1955 ein Länderspiel zwischen einer deutschen und einer niederländischen Damen-Mannschaft ausgetragen. Der Deutsche Fußballbund (DFB) sah diese Entwicklung jedoch nicht gerne und untersagte auf seinem Bundestag am 30. Juli 1955 seinen Vereinen die Gründung von Damen-Fußballabteilungen. Die DFB-Gewaltigen, darunter Bundestrainer Sepp Herberger, vertraten die Ansicht, dass Fußball nicht für Frauen geeignet und spezifisch männlich sei.
Der Beschluss des DFB konnte jedoch die Entwicklung des Frauenfußballs in den folgenden Jahren nicht aufhalten. Unermüdlich spielten die Fußballbegeisterten Frauen weiter, ohne jedoch dafür Anerkennung zu ernten. 1970 revidierte der DFB seinen Beschluss schließlich und machte das Frauenfußballverbot rückgängig. Auf regionaler Ebene kam es rasch zur Bildung von ersten Frauen-Ligen. Ab 1981 wurde ein deutscher Pokal-Wettbewerb für die Frauen eingeführt, den die SSG 09 Bergisch Gladbach erstmals gewann. Ein Jahr später konnte auch endlich in Koblenz das erste offizielle Länderspiel ausgetragen werden. Dabei wurde die Schweiz mit 5:1 klar besiegt.
International aufhorchen ließen die deutschen Damen 1989, als sie erstmals Europameister wurden. Damit war auch der Weg für die Gründung der Frauenfußball-Bundesliga frei, die 1990 mit 20 Teams startete. Auch international befand sich der deutsche Frauenfußball weiter auf dem Vormarsch. So gewann die Nationalelf weitere EM-Titel sowie olympische Medaillen. Außerdem wurde das Team 2003 durch einen Sieg über Schweden erstmals Weltmeister. Mit den Erfolgen wuchs auch langsam aber sicher das Interesse der Öffentlichkeit und der Medien, die ihre Berichterstattung ausweiteten. 2011 darf sich der deutsche Frauenfußball auf ein weiteres Highlight freuen. So findet vom 26. Juni bis 17. Juli die 6. Fußball-Weltmeisterschaft der Frauen in Deutschland statt.
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