20. März 2010
Von Viola Reinhardt
Crossgolf wird demzufolge nicht auf einem Golfplatz gespielt. Vielmehr werden höchst ungewöhnliche Schauplätze ausgewählt. Ob auf einem Autofriedhof, einer Baustelle, einem Acker oder auf einem Parkplatz - denkbar ist nahezu jede Umgebung. Das Ziel dabei ist es von einem möglichst anspruchsvollen Abschlagsort ein vorher bestimmtes Ziel zu treffen, das dementsprechend schwer zu erreichen ist.
Gespielt wird solange bis jeder das Ziel getroffen hat. Derjenige Spieler mit den wenigsten Schlägen bis zur Zielerreichung hat am Ende gewonnen. Doch anders wie beim traditionellen Golf, geht es den meisten Spielern nur um den Spaß. Vorgegebene Regeln gibt es nicht, darum werden selbige ganz individuell selbst aufgestellt, womit der Kreativität und dem Spaßfaktor freien Lauf gelassen werden kann.
So wird zum Beispiel in einer Mine von einem höheren Plateau versucht, den Bagger im untersten Level mit dem Ball zu treffen. Dem Ideenreichtum sind hier wahrlich keine Grenzen gesetzt, ebenso wenig wie dem Humor. Den Ball in einer Dixi-Toilette zu versenken, ist schon lange nichts Neues mehr. Desweiteren wurde auch schon in Treppenhäusern und U-Bahnstationen gespielt. Selbst in der Nacht gibt es keinen Halt. Hierfür wurden eigens Bälle entwickelt, die fluoreszierend sind oder über eine eigene Lichtquelle verfügen. Nicht nur, dass der Ball so besser wieder zu finden ist oder man erkennen kann, ob das Ziel getroffen wurde. Es wird sogar für eine Art von Lichtschau gesorgt, die dann ihren ganz eigenen Glanz hat.
Dabei steht den Spielern nicht der Sinn nach Zerstörung. Ganz im Gegenteil, denn die Sicherheit hat oberste Priorität. Aus diesem Grunde werden auch weiche Bälle verwendet, die entweder aus Gummi oder Schaumstoff bestehen, damit sie die Gegenstände nicht beschädigen oder womöglich Menschen oder Tiere verletzen. Ebenso wird vorher um Erlaubnis gefragt, um auf den jeweiligen Plätzen spielen zu dürfen, sofern es nicht sowieso schon eine Crossgolfveranstaltung oder ein ausgerichtetes Turnier ist.
Der eindeutige Vorteil gegenüber dem elitären Pendant ist, dass keine überteuerten Mitgliedsbeiträge zu erstatten sind, um spielen zu dürfen. Genauso wenig muss eine "Platzreife" erspielt werden, bei der ebenfalls ein nicht unerheblicher Betrag entrichtet werden muss. Lediglich ein Schläger und ein paar Bälle sind erforderlich, damit man dem Spiel beitreten und gleich zu spielen beginnen kann.
Crossgolf ist nicht als Konkurrenz des eigentlichen Golfs anzusehen, sondern ist auf seine ganz persönliche Art und Weise einfach nur eine andere, wenn auch zugegebenermaßen außergewöhnliche Variante, die selbst von Profigolfern gern gespielt wird. Spaß und Herausforderung sind hierbei auf jeden Fall garantiert und ist somit allemal einen Versuch wert.
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