American Football - Geschichte, Regeln und Ausrüstung

Footballmannschaft auf Rasen

Wissenswertes rund um Amercian Football

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  • von Paradisi-Redaktion

Beim American Football handelt es sich um eine Ballsportart, die aus den USA stammt. Dort gehört Football zu den populärsten Sportarten überhaupt. Die Wurzeln dieser Sportart liegen im Fußball und im Rugby. Lange Zeit galt American Football als reine Männersportart. Doch mittlerweile erfreut sich der interessante Ballsport auch bei Frauen großer Beliebtheit. Lesen Sie über die Geschichte, Regeln und Ausrüstung beim American Football.

American Football (Amerikanischer Fußball) ist eine Ballsportart aus den Vereinigten Staaten von Amerika. Dort erfreut sich Football großer Popularität. Seine Wurzeln liegen im Fußballspiel.

Prägende Jahre und Persönlichkeiten - die Geschichte des American Football

Entwickelt hat sich American Football im 19. Jahrhundert an den Colleges (Universitäten) der amerikanischen Ostküste. Zu dieser Zeit wurden dort sowohl Fußball, das in den USA als Soccer bezeichnet wird, als auch Rugby, aus dem wiederum der Fußballsport hervorgegangen ist, gespielt.

Als Geburtsstunde des American Football gilt der 6. November 1869. An diesem Tag spielten in New Brunswick, im US-Bundesstaat New Jersey, die Teams der Universitäten Rutgers und Princeton gegeneinander, wobei damals noch fußballähnliche Regeln galten.

American und Canadian Football

Die Regeln entspringen einem Kompromiss zwischen dem Team der Harvard-Universität und der Rugby-Mann
Die Regeln entspringen einem Kompromiss zwischen dem Team der Harvard-Universität und der Rugby-Mannschaft der McGill-Universität

1874 kam es zu einem Zusammentreffen zwischen dem Team der Harvard-Universität und der Rugby-Mannschaft der McGill-Universität aus dem kanadischen Montreal. Gespielt wurde dabei nach Kompromiss-Regeln. Dieses Spiel legte den Grundstein für die spätere Entwicklung des American Football und des Canadian Football.

Einheitliche Regeln wurden erst später getroffen, nämlich im Jahr 1876. Seitdem gibt es ein Regelwerk, das auch heute noch Bedeutung besitzt, auch wenn es immer mal wieder Änderungen zu einzelnen Normen gab.

Die Größe des Footballfeldes ist immer noch konform. Sie beträgt 100 x 53,34 Yards. Für Spielfelder in Deutschland gibt es keine entsprechende Umrechnung, ein Yard entspricht hier einem Meter.

Zu den bedeutendsten Football-Persönlichkeiten jener Zeit gehörte Walter Camp (1859-1925). Camp agierte an der Universität von Yale sowohl als Spieler, Funktionär und Trainer und prägte die Entwicklung des American Football bis 1925 in entscheidendem Maße.

Da ihm die bisherigen Regeln der Sportart nicht gefielen, machte er sich daran, neue zu entwickeln: So legte er die Anzahl der Spieler auf elf fest und führte das Down-System, den Snap vom Center sowie ein neues Punkte-System ein.

Seinem Einfluss ist es auch zu verdanken, dass die Angriffsformation so steht, wie man sie heute kennt: 7 Linemen an der Linie, 4 Linebacker im Hintergrund. Selbst die beeindruckende All-America-Mannschaft stellte Camp zusammen. Durch ihn wurden Footballspiele populär.

Durch diese neuen Regeln entstand schließlich der typische American Football. Darüber hinaus stellte Walter Camp ein All-America-Auswahlteam zusammen, das sogar vom amerikanischen Präsidenten geehrt wurde.

Die Ära der Profis und die Schattenseiten des Sports

1892 begann die Zeit der Profifootballer. Man spielte in Athletic Clubs. Für insgesamt 525 Dollar wurde William Heffelfinger in die gegnerische Mannschaft abgeworben, was seinerzeit in der Öffentlichkeit für großes Aufsehen sorgte. Ruhe kehrte wieder ein, als alle zuvor abgeschlossenen Wetten anuliert wurden und das Spiel die Bezeichnung "Freundschaftsspiel" erhielt.

Es gab jedoch auch Probleme, da American Football keine ungefährliche Sportart war. So kamen Jahr für Jahr mehrere Spieler durch die Keil-Formationen, die Flying Wedge genannt wurden, zu Tode. Obwohl die gefährliche Formation 1894 verboten wurde, gab es bis 1905 weitere achtzehn Todesfälle.

Schließlich erzwang Präsident Theodore Roosevelt (1858-1919) Regeländerungen, um das Spiel sicherer zu machen. 1912 nahm American Football dann seine moderne Form an. Durch die Einführung des Vorwärts-Passes wurde die Trennung zum Rugby endgültig vollzogen.

Die NFL

1929 kam es zur Gründung der Profi-Liga NFL (National Football League), die zunächst unter dem Namen American Professional Football Association agierte. In Europa dauerte es etwas länger, bis American Football Fuß fassen konnte. So entstanden erst 1978 in Düsseldorf und Frankfurt die ersten deutschen Vereine. Deutsche Meisterschaften werden seit 1979 ausgetragen.

O. J. Simpson

Einer der wohl bekanntesten Footballer ist O. J. Simpson, der als Schauspieler, aber auch im Mordprozess um seine getötete Ex-Ehefrau und deren Bekannten von sich Reden machte. Dieser Prozess galt als spektakulärer Schauprozess für oder gegen die Gerechtigkeit gegenüber Amerikanern afrikanischer Herkunft.

Auch wenn durch diese hochgradig emotionale Verhandlung Simpsons ehemalige sportliche Aktivitäten in den Hintergrund rückten, bleibt er Gewinner der Heisman Trophy, von der wohl jeder Angriffsspieler im Football träumt.

Superbowl - Das Finale bricht alle Rekorde

Das Finale um die Football-Weltmeisterschaft ist in den USA ein Riesenereignis

Football auf Rasen, Spielfeld
Closeup of American Football on Field © Danny Hooks - www.fotolia.de

Der Superbowl, das größte Sportereignis Amerikas, bricht alle Rekorde. Die 45. Auflage des Finales um die Football-Meisterschaft zwischen den Green Bay Packers und den Pittsburgh Steelers in Dallas versetzt die USA in einen Ausnahmezustand.

An den TV-Bildschirmen verfolgten rund 125 Millionen Menschen das Spektakel weltweit. Im Cowboys Stadium von Dallas, der größten überdachten Arena der Welt, sitzen 105.000 Zuschauer und feuern ihr Team an.

Bis zu 900 Dollar kostet alleine ein Parkplatz in der Nähe des Stadions

Diejenigen, die ein Ticket für das NFL-Finale ergattern konnten, mussten tief in die Tasche greifen. Die günstigste Karte kostete 2500 Dollar, eine Luxus-Suite auf der Höhe der Mittellinie 645.000 Dollar. Das ergibt einen Kartendurchschnitts-Preis von 6000 Dollar. Zum Vergleich: Ticktes für ein Fußball-WM-Finale gibt es auf dem Schwarzmarkt schon für umgerechnet weniger als 1000 Euro.

Selbst die Kosten für einen Parkplatz sind beim Superbowl astronomisch. Bis zu 900 Dollar muss ein Besucher bezahlen, um sein Fahrzeug in der Nähe des Stadions abstellen zu können. Die Klubs lassen sich den Sieg auch einiges kosten. Die Prämie für jeden einzelnen Spieler des Siegerteams beträgt 83.000 Dollar. Die Verlierer erhalten pro Mann immerhin noch 42.000 Dollar.

Essen, Unterkünfte und Nachtleben

Doch auch die Zahlen, die nichts mit Geld zu tun haben, sind imposant. Ein NFL-Finale ist in Amerika ein Feiertag. So wurde errechnet, dass die Zubereitung des Essens zehn Millionen Stunden in Anspruch nehmen wird. Während des Spiels stopfen die Amis sich 14.500 Tonnen Chips rein, die sie in vier Millionen Kilogramm Avocado-Soße dippen. Überall im Land steigen Parties, die durchschnittlich von 17 Personen besucht werden.

Die Ausrichterstadt Dallas rechnet mit 300.000 Besuchern. Nicht alle können in Hotels unterkommen, deswegen bieten Hausbesitzer private Unterkünfte an. Die Kosten hierfür liegen bei 1000 Dollar. Die teuerste Übernachtung kostet 17.000 Dollar. Damit die footballverrückten Fans sich vor und nach dem Endspiel vergnügen können, haben die Nachtklubs zusätzlich 10.000 Stripperinnen eingestellt. Gegen Zwangsprostitution will die Polizei allerdings energisch vorgehen.

Phänomen American Football - Wenn beim Super Bowl die USA vor dem TV-Gerät sitzen

Football liegt auf Rasen, Spielfeld
American Football on Field © Danny Hooks - www.fotolia.de

Am 2. Februar treffen die Seattle Seahawks und die Denver Broncos im Finale des 48. Super Bowl aufeinander. Dann werden alle American-Football-Fans gebannt vor dem Fernseher sitzen, um sich das Finale der beiden besten Teams der USA anzuschauen.

Während das Endspiel in den Vereinigten Staaten regelmäßig die höchsten TV-Einschaltquoten des Jahres erreicht, ist American Football in Deutschland noch immer eine Randsportart. Der American Football Verband Deutschland hat rund 50.000 Mitglieder. Dazu zählen auch die Sportarten Cheerleading und Australian Football.

1860er Jahre aus Fußball und Rugby entstanden

American Football entstand ab den 1860er Jahren aus Fußball und insbesondere Rugby. Gespielt wurde es vor allem von Hochschulmannschaften aus dem Osten der USA. Das erste reguläre Match bestritten am 6. November 1869 die Teams der Universitäten von Rutgers und Princeton (6:4).

Ziel beim American Football ist es, Punkte zu erzielen, indem der Ball über die gegnerische Goalline getragen oder in der Endzone gefangen wird. Läuft der Fänger der angreifenden Mannschaft (Offense), nachdem er das ovale Leder gefangen hat, bis in die Endzone, gilt dies als Touchdown, der sechs Punkte zählt. Ein Kick durch die gegnerischen Torstangen zählt als Field Goal und bringt drei Punkte.

Punkte kann nur das angreifende Team erzielen. Ihm stehen dabei jeweils vier Versuche zur Verfügung. Gelingt es der Mannschaft nicht, wenigstens zehn Yards Raumgewinn zu erlangen, muss sie den Ball an das verteidigende Team (Defense) abgeben und diese erhält das Angriffsrecht. Gespielt werden in den USA 4 mal 15 Minuten. Dabei handelt es sich um die Netto-Spieldauer, Unterbrechungen zählen nicht. Bei Unentschieden erfolgt eine Verlängerung.

Regeln

Im Folgenden geben wir einen Überblick über die wichtigsten Regeln dieses Ballsports.

Die Mannschaft beim American Football

Beim American Football spielen zwei Mannschaften, die aus jeweils 11 Feldspielern bestehen, 4 mal 15 Minuten, wobei in Deutschland 4 mal 12 Minuten gespielt werden. Da es möglich ist, die Spieler bei jedem Spielzug auszuwechseln, dürfen immer diejenigen Athleten eingesetzt werden, die sich für den Spielzug am besten eignen. Die Anzahl der Auswechselspieler ist beliebig, sodass eine Mannschaft über bis zu 45 Akteure verfügen kann.

Ziel des Spiels

Das Ziel des Footballspiels besteht darin, den Ball, der im Gegensatz zum runden Fußball eiförmig ist, durch den Gewinn von Raum hinter die Grundlinie des Gegners gelangen zu lassen, um auf diese Weise Punkte zu erzielen.

Durch Laufen (running oder rushing) oder Werfen (passing) kann das Team, das sich im Besitz des Balls befindet:

  • Raumgewinn machen,
  • einen Touchdown erzielen, indem der Ball in der Endzone nach einem Pass gefangen wird, oder
  • ein Field Goal machen, indem der Ball durch die Torstangen gekickt wird.

Während ein Field Goal 3 Punkte bringt, werden für einen Touchdown 6 Punkte vergeben.

Footballer sterben öfter an Herzerkrankungen

Oberkörper eines muskulösen Mannes mit rotgefärbter Brust und Herzfrequenz
heart attack © Tomasz Trojanowski - www.fotolia.de

Je höher der BMI, desto höher das Risiko, an einer Herzerkrankung zu sterben. Diese Faustregel gilt besonders für amerikanische Profi-Footballer. Vor allem, nachdem die sportliche Karriere an den Nagel gehängt wurde, erleiden viele ehemalige Profis Herzkrankheiten oder Schlaganfälle.

Das Problem ist aber nicht der hohe BMI - denn ein hohes Gewichts-Größen-Verhältnis ist, wenn es durch große Muskelmasse entsteht, nicht ungesund. Das Problem ist die Fitness nach der Sportlerkarriere. Viele ehemalige Profis müssen sich mit hohem Blutfett, Übergewicht oder Bluthochdruck herumschlagen - besonders, wenn sie nicht mehr so viel Sport treiben, wie zuvor.

Besonders diejenigen, die schon zu aktiven Zeiten einen >30 BMI hatten, starben wesentlich häufiger als die weniger trainierten und leichteren Kollegen. Wichtig für ehemalige Profi-Sportler ist es also, das Gewicht zu reduzieren, wenn die Profi-Karriere in absehbarer Zeit beendet werden soll, damit tödliche Herzerkrankungen vermieden werden.

Footballspieler erkranken häufiger an Neurodegerativen Erkrankungen wie Alzheimer oder Parkinson

Grafik Gehirn Neurologie in blau
the brain © ktsdesign - www.fotolia.de

Laut einer Studie ist die Sterblichkeit von den amerikanischen Footballspieler niedriger als beim durchschnittlichen Amerikaner. Doch das Risiko und auch die daraus folgende Todesrate durch eine Erkrankung an einer Neurodegenerativen Krankheit, wie beispielsweise Morbus Alzheimer oder auch an Parkinson ist um einiges höher.

Die Ursache liegt wahrscheinlich an einer öfteren leichten Gehirnerschütterung. Bei der Studie hatte man verstorbene Spieler auf eine neurodegenerative Erkrankung wie zum Beispiel Demenz/Alzheimer oder auch Morbus Parkinson untersucht, wo dies als Todesursache angegeben wurde. In den meisten Fällen waren besonders Offensivspieler häufiger als Abwehrspieler betroffen.

Kopfstöße bei sportlichen Wettbewerben können die Entwicklung des Gehirns beeinflussen

Mit Messhelmen und Hirnscans untersuchten Forscher die Auswirkungen regelmäßiger Kopfstöße beim Football

Footballmannschaft auf Rasen
american football © Sergey Ivanov - www.fotolia.de

In Europa ist schon länger bekannt, dass häufige Kopfbälle beim Fußball das Gehirn negativ beeinflussen können. Auch in den USA wurde nun die Wirkung von Kopfstößen untersucht und zwar bei der beliebten Sportart American Football.

Messhelme und Gehirnscans

Die Wissenschaftler des Wake Forest Baptist Medical Center hatten 24 Schüler im Alter von 16 bis 18 Jahren über eine Football-Saison hinweg beobachtet. Die Schüler trugen beim Training und in den Spielen Spezialhelme, die Kopfstöße und Erschütterungen maßen.

Außerdem wurden bei allen Versuchsteilnehmern vor und nach der Football-Saison Gehirnscans erstellt um mögliche Veränderungen zu beobachten.

Veränderungen der Hirnsubstanz

Dabei stellten die Forscher fest, dass schon eine einzige Saison genügte um die weiße Substanz des Gehirns zu verändern. Diese besteht aus Millionen von Nervenfasern, die die unterschiedlichen Bereiche des Gehirns miteinander vernetzen.

Schon schwache Stöße hätten demnach ausgereicht, um die weiße Hirnsubstanz zu erschüttern, wobei der Effekt bei schweren Stößen natürlich noch stärker war.

Spätfolgen noch unklar

Teilweise entsprachen die Veränderungen denen, die bei leichten Schädel-Hirn-Traumata entstehen, obwohl keine Gehirnerschütterung vorlag. Ob diese Veränderungen jedoch langfristig negative Folgen für die Betroffenen haben, ist unklar.

Football kann CTE im Hirn verursachen: NFL räumt dies erstmals ein

Die chronisch-traumatische Enzephalopathie entsteht als Folge von häufigen Schlägen und Stößen auf den Kopf

American Football-Spieler in rotem Trikot und weißem Helm hält einen Football in der Hand, Flutlicht im Hintergrund
Composite image of confident american football player with ball © vectorfusionart - www.fotolia.de

Die Abkürzung CTE steht für "chronisch-traumatische Enzephalopathie", eine Schädigung des Gehirns. Dabei handelt es sich um Folgeschäden, die durch häufige Stöße oder auch Schläge auf den Schädel entstehen.

Viele dieser Zusammenstöße lösen kleine Blutungen im Hirn aus. Das Tückische daran ist, dass die winzigen Verletzungen keine unmittelbar spürbaren Folgen haben, sondern sich meist über Jahre aufsummieren.

Bislang nur nach dem Tod nachweisbar

Wirklich nachweisen kann man die traumatisch verursachten Blutungen bisher nur nach dem Tod bei Hirnautopsien. 2015 hatte eine US-Studie mehrere Profisportler nach ihrem Versterben untersuchen dürfen. In 96 Prozent der Fälle bestätigte sich die CTE.

Große Variationsbreite an Symptomen

Im Alltag leiden Betroffene unter verschiedenen Symptomen, die von leichten Konzentrations- und Gedächtnisstörungen bis hin zu Depressionen und Selbstmordgedanken reichen.

Auch

treten auf.

NFL-Vize räumt Zusammenhang zwischen Football-Verletzungen und CTE ein

Bisher hat die National Football League immer geleugnet, dass ihre Profifootballer an CTE erkranken können. Selbst Studien zum Thema wurden als falsch abgewiesen. Nun hat zum ersten Mal der NFL-Vize, Jeff Miller, in einem Interview eingeräumt, dass beim Football die Verletzung des Kopfes zu CTE führen kann.

Das Gespräch fand am 14. März 2016 vor dem US-Repräsentantenhaus in Washington statt. Ein Interviewer stellte die Frage, ob häufige Gehirnerschütterungen beim Football in einem Zusammenhang zu CTE gesetzt werden können. Dies bejahte der NFL-Vize. Die Informationen seien eindeutig und nun müsse man sich die Frage stellen, wie man mit diesem Wissen umgeht.

Extrapunkte

Verläuft ein Touchdown erfolgreich, hat die ballbesitzende Mannschaft die Gelegenheit durch einen zusätzlichen Kick durch die Vertikalstangen einen Extrapunkt zu machen. Es ist aber auch möglich, alternativ zu einem Schuss auf das Tor, einen neuen Spielzug einzuleiten, was man als Conversion bezeichnet. Für den Fall, dass dieser Spielzug zu einem erneuten Touchdown führt, werden zwei Punkte vergeben.

Aber auch das verteidigende Team (Defense) kann durch einen Safety Punkte erlangen. Wird der Ballträger der angreifenden Mannschaft (Offense) zurück in seine eigene Endzone gedrängt und dort zu Boden gebracht, was man als Tackling bezeichnet, bekommt die verteidigende Mannschaft zwei Punkte. Das Gleiche gilt für den Fall, dass der Ball in der Endzone des angreifenden Teams ins Aus gelangt.

Während des Spiels steht immer nur die Defense oder Offense eines Teams auf dem Spielfeld. Schafft es die Offense nach vier Versuchen nicht, einen bestimmten Raumgewinn zu erzielen, geht das Angriffsrecht auf die andere Mannschaft über. Gewonnen wird das Spiel am Ende von der Mannschaft, die nach Ende der Spielzeit die meisten Punkte erreicht hat.

Die Ausrüstung

American Football ist eine Sportart, bei der es auch schon mal etwas gröber zugeht. Man muss teils schon deutlich energischer gegen die anderen vorgehen, was deutlich weniger Auswirkungen hat, wenn man entsprechend gerüstet ist.

So übersteht man auch härtere Spiele mit heilen Knochen und anderweitigen Verletzungen. Je nachdem, in welcher Position gespielt wird, kann ein Spieler ein spezielles Ausrüstungsmerkmal erhalten.

Doch generell gilt für jeden Spieler: eine gründliche, fachkundige Beratung ist beim Kauf der Ausrüstung sehr wichtig. Der Verein gilt als erste passende Anlaufstelle; doch auch im Fachhandel findet man die nötige Unterstützung.

Zur Ausrüstung zählt zum einen der Helm. Gerade bei diesem sollte man nicht am falschen Ende sparen. Mittlerweile sind die Helme möglichst leicht gefertigt und bieten dabei trotzdem optimalen Schutz vor Verletzungen. Wichtig ist in diesem Zusammenhang auch ein Gesichtsschutz, auch Facemask genannt.

Des Weiteren gehören Shoulderpads und Nackenschutz dazu. Sie bewahren den Spieler vor Blessuren durch Zusammenstöße, geben ihm aber dennoch ausreichend Bewegungsfreiheit. Beim Nackenschutz handelt es sich um eine weiche Rolle, die um den Hals gelegt wird. Der Einsatz ist eher optional, wird aber empfohlen.

Über diesen Schutzelementen wird das Trikot getragen. Die Football-Hose ist mit weiteren Polstern versehen; diese befinden sich an Oberschenkel, Hüfte und Knie. Ebenso gibt es Pads an der Steißbeinregion. Auch hier sind die Polsterungen optional - unbedingt empfehlenswert ist ein Unterleibsschutz.

Zu den weiteren Ausstattungsbestandteilen zählen die Footballschuhe. Sie müssen einen sicheren Halt geben, was durch spezielle Noppen gewährleistet werden kann. Auf Schraubstollen, die beim Fußball eingesetzt werden, muss jedoch verzichtet werden, da sie ein zu hohes Verletzungsrisiko mit sich bringen.

Handschuhe zählen zu den optionalen Ausrüstungsmerkmalen. Für einen besseren Halt beim Fangen des Balls sind sie zu empfehlen. Zudem lässt sich durch das Tragen Verletzungen vorbeugen.

Der Football

Natürlich spielt besonders auch der Football eine entscheidende Rolle. Bekannt ist der Football auch unter dem Begriff "Pigskin", also Schweinehaut, aus der er häufig besteht.

Die Form

Auf den ersten Blick fällt die besondere Form eines Footballs auf. Im Unterschied zu der eines Fußballs ist er nicht rund, sondern oval. Die Enden laufen ellipsenförmig zusammen. Dies hängt damit zusammen, dass ein Football besondere Flugeigenschaften besitzen muss.

Während der Fußball nämlich mit dem Fuß bewegt wird, benutzt man für die Fortbewegung des Footballs die Hand. Entweder wird der Ball getragen oder geworfen.

Seine ideale Größe lässt ihn dabei besonders gut in der Hand des Spielers liegen. Beim Balltransport verhindert die typische Football-Form ein Wegrutschen. Beispielsweise, wenn er vom Spieler unter den Arm geklemmt wird.

Das Material

Der Football besteht grundsätzlich aus vier Einzelteilen, die durch Nähte miteinander verbunden sind. Das Material variiert.

Während es in einigen Ligen als Echtleder vorgeschrieben ist, können in anderen Ligen auch Kunststoff- oder Gummibälle verwendet werden. Spezielle Footballs besitzen Noppen, die das Greifen einfacher machen. Sie nennen sich Tackified-Footballs.

Inneres und Äußeres

Im Inneren besitzt jeder Football eine Luftblase, deren Abschlussnähte äußerlich erkennbar sind. Beim American Football sind dies acht an der Zahl. Sie sind weiß.

Farblich gibt es große Unterschiede der Footballs zueinander. In der Profiliga muss der Ball - bis auf seine weißen Nähte - einfarbig sein, in anderen Ligen ist dies nicht zwingend erforderlich.

Die für den American Football typischen Nähte dienen nicht nur der Abgrenzung zu anderen Football-Arten, sie sorgen außerdem für einen besseren Gripp. Der Canadian Football ist etwas größer als der American Football.

Zudem kennzeichnen ihn zwei durchgehende weiße Ringe. Der College Football besitzt hingegen zwei weiße Striche auf nur einer Seite des Balles.

Die Größe

Footballgrößen sind genormt. Der von der ersten Bundesliga für American Football in Deutschland beispielsweise darf zwischen 396,9 und 425,2 Gramm wiegen.

Sein Längsumfang schwankt zwischen 70,5 und 72,5 Zentimetern, der Querumfang zwischen 52,7 und 54 Zentimetern. Der Druck ist mit 0,86 bis 0,93 bar vorgeschrieben.

Preisklassen

Gute Footbälle sind übrigens nicht besonders teuer. Im Onlinehandel kosten sie im Schnitt um 30 Euro.

Football als Freizeitsport - Welcher Ball ist am besten geeignet?

Der Football ist ein Sportgerät, das während des Spieleinsatzes stark strapaziert wird. Eine möglichst lange Lebensdauer ist nur garantiert, wenn bei seiner Verarbeitung auf Qualität geachtet wurde. Wer sich beim Kauf vergreift und einen minderwertigen Football erwischt, kann das Pech haben, ihn auf dem Feld gar nicht zu erwischen, weil geplatzte Nähte ihn unförmig machen und seine Flugeigenschaften dann gleich Null sind.

Um im Footballspiel Höchstleistungen erzielen zu können, benötigt der Spieler ein gutes Ballgefühl. Und um dieses zu erzielen, benötigt er den richtigen Ball.

Griffig muss er sein, gut in der Hand liegen. Den Bodenverhältnissen angepasst und in der Größe perfekt.

Wer seinen Football vorwiegend im Außenbereich einsetzen möchte, wird ein Material auswählen, das Feuchtigkeit trotzt. Kunststoff beispielsweise oder Gummi. Außerdem behalten synthetische Footbälle auch bei schlechtem Wetter den nötigen Gripp.

Unterschiedliche Bälle, unterschiedliche Größen

Footbälle werden je nach Football-Art in unterschiedlichen Größen angeboten. Für Wettkämpfe müssen, anders als im Freizeitbereich, bestimmte Normen eingehalten werden. Je nach Altersgruppe variiert das Ballgewicht.

Junioren zwischen 11 und 14 Jahren beispielsweise benutzen die Größe FB7. Dieser Ball eignet sich auch hervorragend für Anfänger und für den Schulsport.

Soft-Footbälle mit geringerem Gewicht besitzen andere Flugeigenschaften, die es zulassen, bestimmte Wurftechniken zu erlernen. Ein besonders interessantes Modell unter den weichen Footbällen ist ein Trainingsmodell für Kinder, auf dem die richtigen Handpositionen farbig dargestellt sind.

Die passende Übungsanleitung gibt es übrigens gleich mit dazu. Bei der Herstellung dieser "Weicheier" wurde natürlich auch an Sicherheit gedacht. Ein Soft-Football verursacht keine Verletzungen.

Internet- oder Ladenkauf?

Wer sich einen Football zulegen möchte, wird überrascht sein vom großen Angebot, dass sich sowohl in Fachgeschäften als auch in Internetshops bietet. Letzterer kann mit günstigeren Preisen trumpfen, der Kunde hat allerdings den Nachteil, dass er den Ball höchstens auf dem Bild betrachten kann.

Besser ist es, ihn vor dem Kauf in die Hand zu nehmen und auf Unförmigkeiten zu untersuchen. Besonderes Augenmerk ist an den Nahtstellen geboten. Minderwertige Footbälle deformieren schnell, wodurch sich ihre Flugeigenschaften so vermindern, dass sie als "spieluntauglich" ausgemustert werden müssen.

Eine andere Schwachstelle beim Football ist das Ventil. Bei hochwertigen Modellen lässt es sich im Bedarfsfall austauschen. Eine Ballpumpe macht den Football wieder fit.

Ladiesfootball - American Football für Frauen

American Football war lange Zeit eine reine Männerdomaine
American Football war lange Zeit eine reine Männerdomaine

American Football wurde lange Zeit als reine Männersportart angesehen. In der heutigen Zeit ist Ladiesfootball jedoch ein beliebter Trendsport geworden.

Football wird nicht nur von Männern gerne betrieben, sondern auch zunehmend von Frauen, die, genau wie die Männer, Shoulderpad und Helm anlegen und sich in das Getümmel um das Ei stürzen. Allein in Deutschland gibt es ca. 20 Frauenteams, die in eine 1. und 2. Bundesliga eingeteilt werden.

Die deutschen Frauen spielen dabei nach nahezu den gleichen Regeln wie die Herren. Die Ausnahmen beschränken sich darauf, bei Bedarf die kleineren Jugendbälle zu verwenden und zu einseitige Spiele zu verkürzen, wenn ein Team mit mehr als 35 Punkten in Führung liegt (Mercy-Rule von 1997.)

Frauen nach vorn!

Lange Zeit hatte Deutschland im Frauenbereich sogar die führende Rolle. So war es in zahlreichen Ländern üblich, dass Frauen nur körperlose Varianten des American Football, wie Touch-Football oder Flag-Football, ausüben durften. Selbst in den USA, dem Mutterland des Football, war dies viele Jahre so. Während es in Deutschland bereits seit 1990 eine Damenliga gibt, ist dies in den Vereinigten Staaten erst seit dem Jahr 2000 der Fall.

Nach dem 2. Weltkrieg hielt American Football mit den amerikanischen Besatzungssoldaten auch Einzug in Deutschland. Für die Deutschen war diese Sportart zunächst sehr exotisch. So dauerte es bis in die späten 70er Jahre, bis in Frankfurt der erste deutsche American Football-Verein ins Leben gerufen wurde.

  • Den Frankfurter Löwen folgten weitere Clubs wie
  • die Munich Cowboys,
  • die Düsseldorf Panther,
  • die Berlin Bears und
  • die Bremerhaven Seahawks.

Die erste Damen-Football-Saison

Schließlich fand 1979 die erste deutsche Football-Saison statt. Mit der Gründung des Verbandes AFVD (American Football Verband Deutschland), im Jahr 1982, konnte sich American Football in Deutschland als Sportart etablieren. Ab 1986 begannen schließlich auch die Frauen mit dem Footballspielen.

  • Das erste Frauenfootballspiel wurde am 27. September 1987 zwischen den Berlin Adler Girls und einer westdeutschen Spielgemeinschaft ausgetragen.
  • Der regelmäßige Spielbetrieb der Damenliga begann 1989.
  • 1992 gab es in Bamberg das erste offizielle Damen-Endspiel um die Deutsche Meisterschaft, den Ladies Bowl I, den die Bamberg Lady Bears gewannen.

Seither wurden zahlreiche weitere Lady Bowls ausgetragen und mittlerweile gibt es auch in Österreich und der Schweiz gute Frauenfootball-Teams.

Besonders groß ist die Resonanz jedoch in den USA und Kanada, wo Jahr für Jahr neue Teams entstehen, sodass der Aufwärtstrend des Damensports noch lange anhalten dürfte. 2010 fand mit der Women´s World Championchip in Stockholm auch die erste internationale Damenmeisterschaft im American Football statt.

Kurioses aus dem Football

Football-Team trickst anderes Team aus und punktet

Ausschnitt Amerikanisches Football Feld
American football field © Michael Flippo - www.fotolia.de

In der texanischen Driscoll Middle School hat sich ein Football-Team einen genialen Trick einfallen lassen, um zu punkten. Um einen Touchdown zu landen, nahm der Quarterback den Football und ging ganz langsam an der gegnerischen Mannschaft vorbei.

Als er sich ein Stück weit entfernt hatte, sprintete er bis zur Endzone. Das Gegnerteam hat damit überhaupt nicht gerechnet und somit viel zu spät reagiert. Doch dieser Trick wird wohl als Einzelfall in die Geschichte eingehen, noch einmal wird er sicher nicht funktionieren.

Spielerinnen prügeln sich während eines Dessous-Football-Spiels

Nahaufnahme Football
american football © lucilexa - www.fotolia.de

Die Damen der Dessous-Football-Liga in den USA sind alles andere als zimperlich und ladylike. So gab es bei dem Spiel der Mannschaft "Miami Caliente" gegen die Damen von "Tampa Bay Breeze" neulich eine heftige Auseinandersetzung auf dem Spielfeld, bei der sogar Fäuste flogen. Die mit Dessous bekleideten Spielerinnen verloren die Kontrolle und schlugen wild um sich.

Einige der temperamentvollen und zügellosen Footballerinnen bekamen ein Spielverbot ausgehängt. Die Schlägerei soll nach Meinung von Kritikern jedoch eine große Inszenierung gewesen sein.

Hohe Prämien bei Fouls in der NFL

Spieler der New Orleans Saints bekamen Prämien für unfaire Fouls

Football liegt auf Rasen, Spielfeld
American Football on Field © Danny Hooks - www.fotolia.de

Das NFL-Team der New Orleans Saints stachelte seine Spieler mit hohen Prämien an, wenn diese ihre Gegner ausknockten. Wie jetzt herauskam waren die Saints allerdings nur eines von vielen Teams, welche Kopfgelder aussetzten.

Sowohl der Geschäftsführer als auch der Trainer der Saints haben sich jetzt für dieses Vorgehen entschuldigt und übernahmen die volle Verantwortung, da sie von Anfang an von dem makaberen Prämiensystem wussten. Als Höchstpreis konnten die gut bezahlten Profis in den letzten drei Spielzeiten bis zu 50.000 Dollar holen, wenn sie bei den Playoffs einen gegnerischen Star spielunfähig machten.

Vergütung für unfaires Spiel

Wenn der Gegner den Platz nach einem Foul nur noch auf der Liege verlasen konnte, gab es satte 1.500 Dollar. Für einen kurzen K.O. zahlten die Saints ihren Spielern 1.000 Dollar und pro flach gelegten Quarterback gab es immerhin noch 500 Dollar. Das Vorgehen der Saints-Spieler ist eine absolute Katastrophe, wenn man bedenkt, dass die NFL schwere Verletzungen der Spieler verhindern möchte. Nun drohen dem Club aus New Orleans saftige Geldstrafen und weitere Konsequenzen.

Auch die Tennessee Titans sowie die Buffalo Bills und Washington Redskins sind mittlerweile im Visier der Ermittlertruppe und müssen ebenso mit empfindlichen strafen rechnen.

Grundinformationen und Hinweise zu American Football

  • American Football - Geschichte, Regeln und Ausrüstung

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Quellenangaben

  • Bildnachweis: american football © Sergey Ivanov - www.fotolia.de
  • Bildnachweis: american football © lucilexa - www.fotolia.de
  • Bildnachweis: Composite image of american football player holding a helmet © vectorfusionart - www.fotolia.de

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