6. Mai 2010
Die Ausbildung zum Wanderführer ist keine Berufsausbildung im eigentlichen Sinne. Vielmehr steht sie ehrenamtlich tätigen Wanderführern zur Verfügung, um ein möglichst einheitliches Wissen und Bewusstsein zu vermitteln und zu transportieren. So richtet sie sich im Wesentlichen an Mitglieder von Wanderverbänden und anderen ehrenamtlich in den Ortsgruppen Tätige.
Konzipiert wurde die Ausbildung zum Wanderführer für Mitglieder von Wanderverbänden, die als Wanderführer in ihren Ortsgruppen tätig werden möchten. Doch auch Nichtmitglieder können die Ausbildung absolvieren, die meist mit einem Zertifikat zum Natur- und Landschaftsführer abgeschlossen wird. Das Anliegen der Wanderverbände ist es, den Menschen das Wandern und die Natur näher zu bringen. Gleichzeitig sollen die landschaftlichen und kulturellen Besonderheiten der Region erkundet werden. In einigen Bundesländern wird die Ausbildung zum Wanderführer immer wieder in Zusammenarbeit mit den Umweltministerien und dem Natur- und Umweltschutzbund (BANU) aktualisiert.
In der Regel beinhaltet die Ausbildung zum Wanderführer bis zu fünf Lehrgangsbausteine mit je 16 Unterrichtsstunden. Dabei werden Kenntnisse in Theorie und Praxis vermittelt. Bei der Unterrichtsform kann meist gewählt werden zwischen einem Wochenendlehrgang über 5 Wochenenden oder einer kompakten Seminarwoche mit Abschlusswochenende.
Im Vordergrund der Ausbildung steht es, den Teilnehmern ein ganzheitliches Wissen zur Natur und zum Wandern zu vermitteln. Sie sollen lernen, die körperliche Bewegung des Wanderns, die verbundenen sinnlichen Wahrnehmungen der Natur und sonstige beim Wandern aufkommende Empfindungen zu einem positiven Wandererlebnis zu verbinden. Diese Fähigkeit sollen sie später an ihre Wandergruppen weitergeben und vermitteln können.
In einem Basislehrgang wird das grundlegende Wissen zum Wandern und zur Führung von Wandertouren vermittelt. Die anschließenden Aufbaulehrgänge behandeln Themen wie Sicherheit, soziale Integration, kulturelle und regionale Besonderheiten und so weiter. Das vermittelte Wissen wird in einer Abschlussprüfung in Theorie und Praxis nochmals überprüft.
Nach der bestandenen Prüfung ist ein ehrenamtlicher Wanderführer gut gerüstet für die Anforderungen, die ihn in seinem Amt erwarten. Mit etwas Einfühlungsvermögen und dem Spaß am Umgang mit Menschen wird es ihm so gelingen, größere und kleinere Wandertouren und Tagesausflüge optimal zu leiten und zu betreuen. Er kann sein Wissen an interessierte Teilnehmer weiter geben und so einen wertvollen Beitrag zu deren Wahrnehmung der Natur leisten. Auch kann er die Sicherheit seiner Wandergruppe positiv beeinflussen.
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