30. Oktober 2009
Von Viola Reinhardt
Das Ultra vor dem Marathon ist durchaus berechtigt, wenn man bedenkt, dass anstatt der 42,195 km eine Strecke von bis zu 100 km gelaufen wird. Abgesteckt werden dabei entweder 5 oder 10 km Runden, wobei es auch Läufe gibt, bei denen eine 100 km Runde vorgegeben wird. Und das ist nur der populärste Ultramarathon. Tatsächlich werden Zeiten und Strecken gelaufen, die jenseits des Vorstellbaren liegen.
Viele der Ultramarathons richten sich dabei nicht nach Distanz, sondern nach den topographischen Begebenheiten und werden mit der offensichtlichen Schwierigkeit begründet, eine Strecke in der freien Natur abzumessen. Es wird nicht nur nach Distanz gelaufen. Es werden auch Läufe abgehalten, die sich nach einer vorgegeben Zeit richten. Angefangen von einem 6-Stunden-Lauf bis hin zu einem 72-Stunden-Lauf und so unglaublich es auch klingen mag, sogar darüber hinaus. Aufgrund von diesen Zeitangaben wird es ersichtlich, dass Strecken weit über 100 km gelaufen werden. So gibt es Streckenläufe von über 50 km bis über 200 km. Die bereits erwähnten Stundenläufe mit einer Dauer von über 72 Stunden, bei denen Strecken weit über 400 km gelaufen werden. Natürlich nicht ohne Pause, denn so extrem ist der Ultramarathon nun auch wieder nicht, das ganz nebenbei bemerkt, dann doch im Bereich des Menschenunmöglichen läge.
Etappenläufe mit unglaublichen Distanzen wie zum Beispiel 1.150 km oder 5.100 km beim Transeuropalauf von Lissabon bis nach Moskau, sind allein schon für Otto-Normal kaum vorstellbar. Dann gibt es noch den Ultramarathon, der unter extremen Bedingungen ausgeführt wird. Strecken mit 250 km, die im Vergleich zu den anderen geradezu lächerlich erscheinen mögen, werden mit den zu bewältigenden Gegebenheiten aber durchaus wieder gleichgestellt, da diese Läufe in Wüsten stattfinden und deswegen auch Wüstenläufe genannt werden. Wer einmal in der Wüste war, weiß, dass damit selbst beim Ultramarathon, die Bedingungen, zu Recht als extrem tituliert werden.
Wem jetzt die Lust auf einen Ultramarathon noch nicht vergangen ist, kann sich ja gerne mal daran versuchen. Das Verletzungsrisiko entspricht dem eines üblichen Marathons, nur dass man dem Risiko etwas länger ausgesetzt sein wird. Zu Gute kommen einem die ähnlichen Trainingsmethoden, wie sie ebenso beim üblichen Marathon geläufig sind. Logischerweise werden die langsamen Läufe zum Aufbau der Kondition natürlich auf über drei Stunden erweitert werden müssen, um der Relation gerecht zu werden. Zudem sollte einem diese Sportart wirklich sehr viel bedeuten, denn der halbe oder gar ganze Jahresurlaub wird für die Ausübung des Ultramarathons ohne weiteres benötigt.
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