14. August 2010
Von Andreas Hadel
Wer läuft, ist allein. Und das ist etwas, was viele Läufer am Laufen zu schätzen wissen. Es ist einer der wenigen Momente, in denen man seine Gedanken fallen lassen kann, sich ausschließlich auf das Atmen und den Rhythmus der Beine konzentriert. Nicht selten versinkt man beim Laufen so sehr in sich selbst, dass man wenig mehr als den eigen Herzschlag und das regelmäßige Trommeln der Fußschritte wahrnimmt. Allein sein hat seine Vorteile, Einsamkeit hingegen nicht. Und aus der Stille kann schnell Monotonie werden. Gerade dann, wenn man sich beispielsweise auf einen Marathon vorbereitet und Laufeinheiten von 60 Minuten auf dem Plan stehen. Ein Laufpartner kann hier zum wertvollen Verbündeten werden, dessen gute Seiten sich weit über eine solide Unterhaltung erstrecken. Welche Vorteile das Laufen mit einen Partner bringt, erfahren Sie in den folgenden Zeilen.
In der Einleitung haben wir es bereits angedeutet, lange Laufstrecken können schnell erschreckend eintönig werden, wenn man sie ganz allein bewältigen muss. Da man bei längeren Distanzen häufig ohnehin in einem Tempo unterwegs ist, bei dem man sich unterhalten kann, spricht aus trainingsmethodischer Sicht nicht viel dagegen, sich während des Laufens auszutauschen. Und die 15 km vergehen wie im Flug.
Laufen gehört im Prinzip zu den sichersten Sportarten der Welt. Dennoch sind es häufig Läufer, die mit Überlastungsreaktionen zu kämpfen haben. Meist führt eine falsche Lauftechnik zu den Schmerzen in Knien, Hüfte und Schienbeinen. Ein Laufpartner kann dabei helfen, kleinere Lauffehler zu entdecken und auszumerzen.
Ein Laufpartner macht das Trainieren sicherer. Und hierbei meinen wir nicht die Prävention von Verletzungen, sondern von Überfällen und unangenehmen Begegnungen mit angetrunkenen Personen, die nach einer durchzechten Nacht noch am frühen Morgen auf den Straßen zu finden sind. Insbesondere Frauen sind in Begleitung mit einen Laufpartner statistisch einem deutlich geringeren Risiko ausgesetzt, als wenn sie alleine ihre Runden laufen würden. Hierbei spielt das Geschlecht des Laufpartners im Übrigen eine untergeordnete Rolle.
Wenn Sie nach einem harten und anstrengenden Tag wissen, dass Sie Ihre Laufeinheit zwar nicht schwänzen, aber wohl auch nicht wirklich ambitioniert angehen werden, hält ein Laufpartner Sie auf Kurs und gibt das Tempo vor. Selbst wenn Ihr Laufpartner im Berufsleben ebenso sehr eingespannt ist wie Sie, ist es eher unwahrscheinlich, dass Sie sich beide an den gleichen Tagen ausgepowert fühlen. In der Regel fühlt sich immer einer von beiden frisch genug, um in die Rolle des Tempo-Hasens schlüpfen zu können.
Wir Läufer sind Gewohnheitstiere und richten uns instinktiv eine Stammstrecke ein, die wir regelmäßig ablaufen. So wissen wir genau, wie viel Kilometer wir gelaufen sind und können zuverlässig die Zeiten vergleichen. Außerdem wissen Sie im Vorfeld, dass Nachbars Hund von drei Grundstücke weiter immer anschlägt, wenn Sie dort vorbei flitzen und brauchen sich nicht zu erschrecken. Irgendwann wird aber auch die liebe Gewohnheit zur muffeligen Langeweile und dann kann die Laufstrecke Ihres Laufpartners neue Impulse bieten.
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