So findet man tolle und sichere Höhlen zum Klettern

Strand in Andalusien mit Liegen, umgeben von Felsen

Besonders im Ausland finden Kletterliebhaber wahre Paradiese - hierzulande informieren beispielsweise Wandervereine über Möglichkeiten des Höhlenkletterns

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  • von Paradisi-Redaktion

Zum Klettern ins Ausland? Warum eigentlich nicht? Höhlenkletterer haben häufig das Problem, dass sie einfach keine schönen Locations für die Ausübung ihres Sports finden. Irgendwann ist jede größere Höhle einmal erkundet, so dass der Spaßfaktor mit der Zeit immer geringer wird. Spätestens dann lohnt es sich, über einen Kletterurlaub in einem anderen Land nachzudenken.

Naturschutz

Berge und Wälder laden zum Entspannen ein
Berge und Wälder laden zum Entspannen ein

Höhlenklettern ist in Deutschland sehr populär. Aufgrund dieser Beliebtheit gibt es immer häufiger Probleme mit dem Naturschutz. Höhlen sind faszinierende und erhaltenswerte Phänomene, weshalb sich die Behörden einschalten, sobald ein Gebiet einfach zu stark frequentiert ist.

Nicht selten sieht man Höhlen, die von Kletterern fast komplett zerstört wurden. Die Wände sind abgenutzt und von Löchern übersät. Manche davon sehen aus, als hätte man sie direkt aus einer Kletterhalle entnommen. Durch diese Veränderung des Gesteins ist die Statik der Höhle in Gefahr. Stoppt man den Klettertourismus nicht rechtzeitig, so besteht Einsturzgefahr.

Möglichkeiten im Ausland

In anderen Ländern der Erde hat man jedoch vom Höhlenklettern noch so gut wie überhaupt nichts gehört. Deshalb gibt es hier auch zahlreiche Höhlen, die dank ihrer Naturbelassenheit ein wahres Paradies für jeden Kletterer darstellen.

Wer ans Meer fährt oder an einen großen See, hat zudem die Möglichkeit, direkt aus dem Boot aufzusteigen. Das ist nicht nur ein faszinierendes Erlebnis, es ist auch sehr beruhigend zu wissen, dass das Wasser den eigenen Körper im Falle eines Sturzes auffängt. Natürlich sollte man vorher sicherstellen, dass das Wasser an der jeweiligen Stelle auch tief genug ist.

Anlaufstellen für Informationen

Man kann jedoch auch im eigenen Land schöne Höhlen zum Klettern finden. Informationen erhält man zum Beispiel bei

Diese Institutionen sind darum bemüht, den Ansturm der Kletterer gleichmäßig zu verteilen, so dass die Natur keinen Schaden nimmt. Für den Kletterer selbst bedeutet dies, dass er in der Höhle nicht Schlange stehen muss wie an einer Supermarktkasse.

Höhlenführer

Auch der Kauf eines Höhlenführers lohnt sich durchaus. In solchen Büchern erfährt man nicht nur allerlei Wissenswertes über die einzelnen Höhlen, man wird auch darüber informiert, welche davon öffentlich zugänglich und zum Klettern freigegeben sind.

Populäre Kletterführer sind zwar ebenfalls hilfreich, man sollte sich jedoch vor Augen halten, dass man hier weniger auf heiße Geheimtipps, sondern eher auf etwas überlaufene Höhlen stoßen wird.

Sichere Höhlen ausfindig machen

Seilsicherung beim Klettern
Seilsicherung beim Klettern

Als Laie meint man oft, Klettern wäre überall dort möglich, wo es auch Felsen gibt. Tatsächlich schwindet die Zahl der begehbaren Wände jedoch Tag für Tag. Einige Stellen werden zugunsten des Umweltschutzes für Kletterer geschlossen, andere wiederum sind schon so verbraucht, dass sie zu gefährlich für die Öffentlichkeit sind. Beim Höhlenklettern ist es noch eine Spur extremer; die Suche nach einer sicheren Höhle sollte daher mit Bedacht vorangetrieben werden.

Risiken bewusst machen

Wenn eine Felswand so abgenutzt ist, dass sie zum Klettern nicht mehr taugt, so macht sich das häufig durch Steinschläge und auffällig häufige Stürze bemerkbar. Das Gestein in einer Höhle ist jedoch viel tückischer, da man nicht nur mit der Wand selbst, sondern auch mit der Höhlendecke zu kämpfen hat.

Nicht selten stürzen Höhlen ohne Vorwarnung einfach in sich zusammen. Als >Höhlenkletterer hängt das eigene Leben daher stark von einer sorgfältigen Vorbereitung ab.

Trotzdem gilt: eine absolut sichere Höhle gibt es nicht. Wer diesem Sport also unbedingt nachgehen möchte, muss sich auch der möglichen Konsequenzen bewusst sein.

Beschaffenheit der Höhle

Mit dem bloßen Auge lässt sich meist nicht erkennen, ob eine Höhle sicher ist oder nicht. Das liegt zum einen daran, dass das Gestein von außen nicht erkennen lässt, wie es um seine Statik bestellt ist, zum anderen aber auch an der durchdringenden Dunkelheit einer Höhle. Selbst mit Taschenlampen oder starken Flutlichtstrahlern kann man das Gestein nicht vollends ausleuchten, einige Schatten bleiben immer zurück.

Recht gute Erkenntnisse über die Beschaffenheit einer Höhle gewinnt man durch Gesteinsproben. Im Labor kann genau untersucht werden, wie porös und spröde das Gestein ist. Allerdings sind hierbei vor allem Proben aus der Höhlendecke interessant und um an diese zu gelangen, muss in der Regel eine "blinde" Kletterpartie veranstaltet werden.

Anlaufstellen

Allerdings sieht man recht selten Hobbykletterer, die Gesteinsproben aus eben entdecken Höhlen nehmen. Diese Aufgaben übernehmen Vereine und Verbände, die die jeweiligen Höhlen dann auch entweder sperren oder zum Klettern freigeben. Bei der Suche nach einer geeigneten Höhle helfen vor allem die NaturFreunde e.V. und auch der Deutsche Alpenverein.

Beim Klettern im Ausland wendet man sich am besten ans Fremdenverkehrsamt, um die entsprechenden Vereine und Institutionen dort ausfindig zu machen.

In Bayern liegt die längste und tiefste Höhle Deutschlands

Höhlenforscher fanden bei der Erforschung der "Riesending"-Höhle heraus, dass es sich bei der in Bayern liegenden Höhle um die längste und auch tiefste Höhle Deutschlands handelt. Sie ist knapp 13 Kilometer lang und 1058 Meter tief.

Die Forscher vermuten allerdings, dass sie noch viel größer ist und erwarten auch zukünftig auf unerforschtes Gebiet innerhalb der Höhle zu stoßen. Bislang war das Hölloch im Mahdtal an der Grenze zu Österreich die größte Höhle Deutschlands.

Höhlenabenteuer in Frankreich: Klettern im Gouffre Berger

Bärlauch wächst rund um einen mit Moos bewachsenen Baum
Bärlauch am Fuß eines moosbewachsenen Baumstammes © juhumbert - www.fotolia.de

Nicht alle Kletterer wollen hoch hinaus auf die Berggipfel der Welt: Manche zieht es viele Meter tief in abeteuerliche unterirdische Höhlensysteme. In Europa gehört vor allem die Gouffre Berger in den französischen Alpen zu den gefragtesten Höhlenwelten für Kletterer, ein Labyrinth, das bis zu 1122 Meter tief in den Boden hineinführt und als Mount Everest der Höhlenkletterer gilt.

Benannt wurde die Höhle (Gouffre) nach Joseph Berger, der sie 1953 als erster entdeckte und in die Tiefe hinabstieg. Seitdem versuchen sich zahllose Kletterer an der Herausforderung – für viele endete der Versuch tödlich. Vor allem bei Regenfällen ist der Abstieg mit hohen Risiken verbunden. Wer die Gouffre Berger erkunden will, sollte sich daher nur erfahrenen ortskundigen Führern anvertrauen.

Ein internationals Kletterertreffen lockte in diesem Sommer Menschen aus aller Welt in das Höhlensystem, die von einem Camp in 500 Metern Tiefe in den Abgrund stiegen; Lediglich die Hälfte von ihnen war erfolgreich. Durch schmale Passagen, kaum einen halben Meter breit, geht es in die Tiefe – bis zum tiefsten Punkt brauchen Kletterer häufig bis zu 40 Stunden. Einer der es schaffte, war der britische Fotograf Robert Shore, der mit einzigartigen Fotografien des Höhlensystems wieder an die Oberfläche zurückkehrte.

Grundinformationen und Hinweise zum Höhlenklettern

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Quellenangaben

  • Bildnachweis: der strand von nerja,andalusien,spanien © cristina - www.fotolia.de
  • Bildnachweis: Karabiner - Konzept Sicherung © Jamrooferpix - www.fotolia.de
  • Bildnachweis: Idyllic countryside site, Alps, Slovenia, Europe. © kasto - www.fotolia.de
  • Bildnachweis: Archaic Tunnel © Sondem - www.fotolia.de
  • Bildnachweis: Sicherheit © Stephan Baur - www.fotolia.de
  • Bildnachweis: Wanderer (Frau) schaut in die Landschaft © runzelkorn - www.fotolia.de

Autor:

Paradisi-Redaktion - Artikel vom (zuletzt überarbeitet am )

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