Das Winterbergsteigen entstand aus der Sehnsucht der Bergsteiger, ihrem Hobby auch außerhalb der eigentlichen Saison nachzugehen. Denn das Bergsteigen ist eigentlich - und vorwiegend im hochalpinen Gelände - nur in den Sommermonaten, mancherorts sogar auch nur im Frühling, möglich. Für das Winterbergsteigen gelten ganz andere Regeln, und dennoch übt es eine Faszination auf viele Bergsteiger aus.
Vor allem in höher gelegenen Regionen, in denen das ewige Eis dominiert, vermutet man von der Witterung nicht unbedingt einen Unterschied zwischen Sommer und Winter. Doch dies ist falsch. Im Winter sorgen starke Winde dafür, dass Schneelandschaften zum Teil komplett vereist werden. Es herrschen dort Temperaturen, die dem Menschen das Überleben schlicht und ergreifend unmöglich machen.
Dies ist auch der Hauptgrund, warum das Winterbergsteigen zum Beispiel im Gebiet des Himalaya so gut wie gar nicht stattfinden kann. In den gemäßigterern europäischen Alpen, in Höhen bis ca. 5.000 Metern, kann das Winterbergsteigen jedoch durchgeführt werden.
Vor allem in niedriger gelegenen Regionen ist es jedoch besonders reizvoll. Hier liegt im Sommer kein Schnee, und viele Routen sind vergleichsweise einfach zu begehen und für den professionellen Bergsteiger nicht sonderlich attraktiv. Im Winter jedoch, unter dichten Decken von Schnee und Eis, steigt die Herausforderung an das bergsteigerische Können rapide an.
Wo im Sommer Felsen sind, finden sich nun zum Teil überfrorene Überhänge, Eispisten und in der unmittelbaren Umgebung von Bächen sogar gefrorene Wasserfälle. Sie zu überwinden stellt einen ganz besonderen Reiz dar.
Der Bergsteiger benötigt hier eine zusätzliche Ausrüstung. Eisschrauben, Eispickel und Steigeisen sorgen dafür, dass die Technik des Kletterns komplett neu erlernt werden muss. Nur im Winter lassen sich unter echten Bedingungen tatsächliche Erfahrungen sammeln. Hier ist die Praxis gefragt, mit Theorie allein kommt man hier nicht weit.
Viele Bergsteiger reizt auch die Einsamkeit und Unwirtlichkeit des Bergs im Winter. Sind viele Strecken im Sommer stark frequentiert und fast schon touristisch erschlossen, so trifft man im Winter oft tagelang auf keine Menschenseele und ist komplett allein mit sich, seinen Seilgefährten und der Natur.
Die Hütten am Berg sind meist geschlossen, so dass ein freies Biwakieren notwendig wird. So erlebt der Bergsteiger die Ursprünglichkeit und Wildheit der Natur auf ganz authentische Weise.
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19.05.13 | |
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10.12.12 | |
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