13. Februar 2012
Tauchcomputer sind elektronische Geräte, die der Taucher zur Planung und Überwachung von Tauchgängen verwendet. Aktuell sind sie in der Lage, verlässliche Profile für den jeweiligen Tauchgang zu berechnen und den Taucher in Gefahrensituationen zu warnen. Erste Modelle arbeiteten eher unzuverlässig.
Beim Tauchen besteht die Gefahr, einen Dekompressionsunfall zu erleiden, sofern auf den Taucher ein Über- oder Unterdruck einwirken. Stickstoffauf- und –entsättigung verlaufen dann nicht optimal. Es kommt zur Gasblasenbildung im Körperinneren oder zu Lungenschäden, die lebensbedrohlich sind. Zu den typischen Taucherkrankheiten zählen insbesondere Lungenrisse und Embolien. Beide Verletzungen erfordern unverzügliche Notfallmaßnahmen.
Um diese Risiken zu vermeiden, werden Tauchcomputer eingesetzt. Das erste Modell testete man im Jahr 1959. Es wurde als SOS-Automatic-Decompression-Meter bezeichnet und arbeitete rein analog. Populär wurde das Gerät erst vier Jahre später, als sich der Sporttauchausrüster Scubapro die Importrechte sicherte.
Erste elektronische Modelle wurden Anfang der 90er Jahre angeboten. Sie konnten komplexe Tauchprofile erstellen, wobei es anfänglich noch zu Unzuverlässigkeiten kam. Inzwischen kann kein Taucher mehr auf den Tauchcomputer verzichten, der stetig Tauchzeit und –tiefe misst, ein Profil erstellt und im Gefahrenfall optische und akustische Warnsignale abgibt.
Sein Aufbau ist sehr rationell. Er besteht aus einem druckfestem Gehäuse, in welchem ein Sensor integriert ist. Dieser misst stetig den Wasserdruck und je nach Modell auch andere physikalische Gegebenheiten. Alternativ können mechanische Taster zum Einsatz kommen. Außerdem besitzt der Tauchcomputer einen Mikroprozessor, dessen Bauteile sich auf einem Mikrochip befinden sowie ein Display, das die Messergebnisse und Berechnungen anzeigt.
Die neuesten Modelle verfügen über sogenannte OLED-Displays, die mit organischen Leuchtdioden ausgestattet sind. Mit einem Armband lässt sich der Tauchcomputer am Handgelenk des Tauchers fixieren oder in einer Konsole mitführen.
Hersteller bieten unter anderem luftintegrierte Tauchcomputer an. Sie messen nicht nur den in der Umgebung vorherrschenden Druck, sondern auch den der Druckluftflasche. So lassen sich unter anderem Rückschlüsse auf den noch vorhandenen Vorrat an Atemgas ziehen und Vorhersagen über die maximale Tauchzeit treffen. Einige Modelle sind mit dem Finimeterschlauch verbunden und dienen gleichzeitig als Finimeter. Andere arbeiten per Funk und sind an der ersten Stufe des Lungenautomaten integriert.
Tauchcomputer für das technische Tauchen können diverse Atemgasgemische auswerten und Atemgase in Echtzeit überwachen.
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