6. Februar 2012
Tapes sind unelastische oder wenig elastische Pflasterverbände, die in der Medizin und im Sport zur konservativen Therapie und zur Prävention von Gelenkverletzungen eingesetzt werden. Damit sie die gewünschte Wirkung erzielen, müssen sie fachmännisch angelegt sein. Ebenso notwendig ist eine genaue Diagnose der bestehenden Erkrankung durch einen Facharzt.
Tapes sollen Gelenke und Knochen stabilisieren, ihre Funktionstüchtigkeit jedoch teilweise erhalten. Derjenige, der den Tapeverband anlegt, muss ausreichende Kenntnisse über dessen Wirkprinzipien besitzen. Angelegt werden darf ein Tape nur bei intakter Haut, wobei der Hautzustand auch während der Anwendungszeit regelmäßig kontrolliert werden muss. Allergische Reizungen können ein Absetzen der Therapie erforderlich machen.
Die Auswahl des Tapebandes hängt von seiner gewünschten Wirkung ab. Man unterscheidet nach Augmentation, Stützwirkung, Schienung und Kompression. Während der Tapestreifen für die Schienung besonders fest sein muss, lässt sich ein Kompressionsverband leicht dehnen. Je nach Bedarf können weitere Verbandsstoffe verwendet werden.
Zunächst kann das Aufbringen eines Pflastersprays auf die gereinigte und eventuell rasierte Haut angebracht sein. Dieses reduziert die Schweißbildung zwischen Pflasterverband und Haut. Außerdem kann es allergische Hautreaktionen vermeiden. Voraussetzung ist allerdings, dass der Anwender nicht auf das Spray selbst allergisch reagiert. Alternativ können andere Klebstoffe eingesetzt werden, die als hypoallergen eingestuft werden. Dennoch kann sind Reizungen möglich.
Beim Pflasterspray spricht man von einem Unterziehtape. Soll der Tapeverband größtenteils als Kompressionsverband dienen, kann auf haftfreie Verbandsstoffe ausgewichen werden. Beispielsweise kann dies Polsterschaum sein.
Sowohl der Verlauf des Tapes als auch dessen Festigkeit werden im Vorfeld der Therapie individuell abgestimmt. Grundsätzlich können großflächigere Tapes fester aufgebracht werden als kleinere, da eine bessere Kräfteverteilung möglich ist. Entsprechend der Sportart kann es erforderlich sein, dass einige Areale bei der Bepflasterung ausgespart werden. Dies ist beispielsweise der Großzehenballen bei Sportarten, in denen barfuß trainiert wird. Ein Tape würde die Bodenhaftung mindern.
Auf dem Unterziehtape wird der Tapestreifen mit sogenannten Ankerstreifen fixiert. Tapezügel bestimmen den Verlauf des Pflasters. Elastische Verbände bestehen aus einem Stück und werden fortlaufend gewickelt. Unelastische Verbände trägt man in einzelnen Umwicklungen auf. Je nach Vorspannung und Anpressen beim Aufbringen kann der entstehende Druck des Verbandes beeinflusst werden. Abschließend erfolgt eine endgültige Fixierung mit Fixierstreifen. Verschalungsstreifen sorgen für eine besondere Festigkeit.
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