29. Dezember 2011
Damit Motorradfahrer bei Unfällen weniger gefährdet sind, haben sich Hersteller Airbagsysteme für Motorradbekleidung einfallen lassen, wie man sie vom Auto kennt. Man spricht von Motorradjacken mit Airbag.
Statistisch gesehen werden Motorradfahrer bei Verkehrsunfällen deutlich schwerer verletzt als Autofahrer. Auch zu Unfällen mit tödlichem Ausgang kommt es trotz getragener Schutzausrüstung häufiger. Grund dafür ist die fehlende Knautschzone, über welche Pkw, Lkw und Bus verfügen. Hersteller haben bereits Mitte der 80er Jahre damit begonnen, Motorradjacken zu entwickeln, die mit einem Airbag ausgestattet sind.
Inzwischen lässt sich die Motorradjacke mit Airbag ab etwa 350 Euro käuflich erwerben. Dass sie funktioniert, haben unterschiedliche Tests bewiesen. Obwohl alle Motorradjacken mit Airbag nach demselben Prinzip arbeiten, gibt es diverse Ausführungen.
Einige Hersteller verwenden Jacken, die über eine Reißleine mit dem Motorradrahmen verbunden werden. Diese lässt sich durch ein einfaches Klicksystem an der Jacke anbringen. Wird der Fahrer bei einem Unfall von seinem Motorrad getrennt, reißt die Leine und aktiviert den Airbag, in welchen Gas aus einer CO2-Patrone einströmt. Sie befindet sich unter einer Klappe etwa in Brusthöhe des Fahrers. Die aufgeblasenen Luftkammern umschließen bereits nach etwa 400 Millisekunden den gesamten Oberkörper des Fahrers einschließlich Steißbein sowie seinen Nackenbereich. Beim Aufprall sollen sie die auf den Körper einwirkende Energie abfangen und diese umwandeln. Andere Hersteller verzichten auf die Reißleine und setzen auf Sensoren. Diese sollen dauerhaft den Abstand zwischen Fahrer und Motorrad messen und im Falle eines Unfalls den Airbag auslösen.
Dennoch eignet sich die Motorradjacke mit Airbag nicht für alle Unfälle. Werden Fahrer und Motorrad nicht voneinander getrennt, löst der Airbag nicht aus. Das kann beispielsweise geschehen, wenn der Fahrer zusammen mit dem Motorrad unter einen Lkw oder unter eine Leitplanke rutscht. Zudem kann die Jacke nicht verwendet werden, wenn ein Sozius mitgenommen wird, da dieser durch die Wucht des Airbags gefährdet würde. Wer eine Motorradjacke mit Airbag trägt, muss darauf achten, was er unter beziehungsweise über der Jacke mit sich führt. Spitze Gegenstände in den Taschen sind tabu. Und selbst auf den Rucksack muss verzichtet werden, da dieser den Fahrer erdrosseln könnte, sobald sich der Airbag öffnet. Dennoch kann die Motorradjacke mit Airbag lebensrettend sein.
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