Tipps zur Wahl des Laufschuhs in Abhängigkeit der normalen Pronation, Überpronation und Supination

Ansicht von unten: Laufschuh eines Joggers auf Straße

X-Bein, O-Bein, Senkfuß, Hohlfuß - Tipps zur Auswahl des passenden Laufschuhs bei Fehlstellungen der Füße

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  • von Paradisi-Redaktion

Hersteller bieten Laufschuhe mit den unterschiedlichsten Stützsystemen und mit verschiedenen Arten der Dämpfung an. Grund dafür sind häufig vorhandene Fehlstellungen des Bewegungsapparats, die ein Läufer unbedingt durch geeignetes Schuhwerk ausgleichen muss, um Folgeschäden zu vermeiden. Die Art der Fehlstellung entscheidet, welche Partien des Fußes stabilisiert werden müssen. Holen Sie sich Tipps zur Wahl des Laufschuhs in Abhängigkeit der normalen Pronation, Überpronation und Supination.

Bei den wenigsten Menschen ist der Bewegungsapparat so perfekt ausgebildet, wie er nach dem Lehrbuch aussehen sollte. Fehlstellungen können angeboren oder im Laufe des Lebens erworben sein, manchmal sind sie Folge falschen Schuhwerks.

Werden Fehlstellungen nicht korrigiert, können sie bei Gelenkbelastungen Folgeerkrankungen auslösen. Gerade der Langläufer belastet seine Gelenke sehr stark und dauerhaft, eine Korrektur der Fehlstellungen, die ergonomische Stabilisierung des Fußes und die richtige Führung beim Laufen sind also unerlässlich.

Typische Fehlstellungen bei Kindern und Erwachsenen

Typische Fehlstellungen sind Senk-, Spreiz-, Knick- oder Hohlfüße. Immer wieder diskutieren Orthopäden darüber, ob das Tragen spezieller Schuheinlagen sinnvoll ist.

Bei Kindern wird davon ausgegangen, dass es besser ist, während der Wachstumsphasen die Muskulatur des Fußes zu kräftigen. Sie ist dann in der Lage, das Fußbett allein in der anatomischen Form zu halten.

Bei Erwachsenen können spezielle gymnastische Übungen Fehlstellungen nur noch in Einzelfällen beseitigen. Laufschuhe sind immer nach der jeweiligen Fußform zu wählen, das Laufen führt nämlich nicht zur Korrektur einer Fehlstellung.

Verschiedene Bewegungsläufe des Fußes

Für obige Fehlstellungen werden auch die Begriffe Pronation, Überpronation beziehungsweise Supination verwendet.

  • Die Pronation bezeichnet den natürlichen Bewegungsablauf im Fuß unterhalb des Sprunggelenks. Ein minimales Einknicken nach innen ist durchaus normal.
  • Füße, die mehr als vier Grad nach innen knicken, überpronieren. Laufschuhe für überpronierte Füße verfügen über eine Stütze im Innenfußbereich.
  • Ein Fuß, der unterproniert, knickt hingegen nach außen ab. Man spricht auch von Supination. Spezielle Laufschuhe müssen besonders im Fußaußenbereich stabil gearbeitet sein.

O- und X-Beine

Doch auch die Stellung der Knie- und Hüftgelenke wird bei der Laufanalyse berücksichtigt. Bei O- und X-Beinen handelt es sich um axiale Fehlstellungen, die unter Umständen Schmerzzustände hervorrufen können.

Auch sie haben Einfluss auf die Pronation des Fußes, so dass entsprechende Laufschuhe gewählt werden sollten. Zusätzlich profitiert der Fuß von einer stärkeren Dämpfung der Zwischensohle.

Joggende Beine auf Blumenwiese
Joggende Beine auf Blumenwiese

Hilfreiche Tipps zur Wahl des passenden Laufschuhs

Ein kleiner Lauf hält Körper und Geist gesund. Doch egal, ob wir engagiert und verbissen unsere Runden um den Sportplatz drehen, oder ob wir gemächlichen Schrittes durch den Wald joggen: Die Art und Weise, wie wir bei jedem Schritt den Boden berühren, unterscheidet sich. Diese Eigenschaften sollten bei der Wahl des Schuhs beachtet werden.

Unterschiedliche Einflüsse – unterschiedliche Risiken

Vermutlich kennt jeder Läufer das Problem: Trotz bester Ausrüstung und einer guten Aufwärmphase verspürt er bei jedem Tritt leichte Schmerzen. Vielleicht gar nicht einmal ausschließlich in den Beinen und Füßen, sondern ebenso im Bereich der Hüften, des unteren Rückens und der Lendenwirbel.

Diese Anfälligkeit für Verletzungen resultiert aus einer falschen Kombination der Laufschuhe mit unseren individuellen Besonderheiten während des Joggens. Unterschieden werden hierbei drei Grundsäulen, die die Art des Auftretens beschreiben: Die Pronation, die Überpronation und die Supination müssen dabei hinsichtlich der Wahl eines passenden Schuhs in die Entscheidung einbezogen werden.

Die Pronation

Joggingschuhe auf weißem Hintergrund
Joggingschuhe auf weißem Hintergrund

Sobald der Läufer rennt, merkt er zumeist gar nicht, welche Bewegungen sein Fuß unternimmt. Doch gerade nach dem Auftreten desselben auf dem Boden sollte dieser sich idealerweise ganz leicht und wenig spürbar nach innen neigen.

Damit wird die Pronation umschrieben: Der Fuß vollführt eine natürlich und vor allem optimale Positionsänderung. Sie dient dazu, um die Last des Tritts abzufedern, die Gelenke und Muskeln zu schonen, gleichzeitig aber ein wenig des vorhandenen Schwungs zu nutzen.

Gerade bei langen Strecken kann der so genannte Neutralläufer, der über diese Pronation verfügt, meist besser mit seinen Kräften umgehen und wird erst später von Müdigkeit oder sogar Schmerzen geplagt.

Passende Schuhe für die Pronation

Der Neutralläufer besitzt nicht alleine im Parcours leichte Vorteile. Bereits bei der Wahl seines Schuhs kann er schneller eine Entscheidung fällen. Im Unterschied zu den beiden anderen Laufstilen wird er mit nahezu jedem Paar glücklich werden.

Achten sollte er dennoch auf eine gute Dämpfung der Sohlen, um die Arbeit der Gelenke ein wenig zu unterstützen und die Last von den Muskeln und Sehnen zu nehmen. Das jedoch ist bestenfalls als Empfehlung zu verstehen.

Die der Pronation unterliegenden Sportler müssen darüber hinaus nicht auf besonders stabile Schuhe achten. Der Kauf fällt daher denkbar einfach aus.

Die Überpronation

Allerdings ist die Eigenschaft des neutralen Auftretens unter Läufern eher selten einmal zu finden. Drei von vier Athleten leiden dagegen unter der Überpronation. Bei ihnen neigt sich der Fuß bei jedem Tritt deutlich stärker nach innen.

Langfristig führen diese unnatürlichen Bewegungen nicht alleine zu einer Belastung des Fußes an sich. Vielmehr können sich daraus chronische Entzündungen und Verletzungen im gesamten Bereich des Beins, der Hüften und des Rückens ergeben.

Ursächlich dafür ist nicht zwingend das falsche Schuhwerk oder ein unsachgemäßer Laufstil: Eine Fehlstellung der Füße, durch jahrelange Angewohnheit übernommen, führt zu dem starken Abknicken des Fußes beim Laufen.

Passende Schuhe für die Überpronation

Wichtig ist es dennoch, einerseits zwar den Laufstil zu verbessern und die Innenneigung allmählich zu vermeiden. Allerdings kann der Schuh hierbei eine unterstützende Funktion einnehmen. Er sollte sehr stabil und festigend beschaffen sein, die Freiheit zur Bewegung des Fußes daher deutlich einschränken.

Im Vergleich zu den üblichen und zumeist sehr bequemen Laufschuhen können diese Exemplare anfänglich etwas mühsam in der Anwendung sein, relativ wenig Komfort bieten oder sogar wie ein Fremdkörper am Fuß wirken. Nach einigen Laufeinheiten wird sich die Bewegung des Tritts aber normalisieren und dem natürlichen Fluss der Pronation folgen.

Joggen - Männerfüße beim Laufen, Laufschuhe auf Feldweg
Joggen - Männerfüße beim Laufen, Laufschuhe auf Feldweg

Die Supination

Im Vergleich zu den beiden vorgenannten Charakteristika kommt die Supination relativ selten vor und ist unter 100 Läufern lediglich ein oder zwei Mal anzutreffen. Gemeint ist hierbei die Eigenschaft, den Fuß beim Auftreten mehr oder weniger stark nach außen zu neigen.

In extremen Fällen kann diese auch als Unterpronation bezeichnete Besonderheit dazu führen, dass sich der Sportler lediglich auf dem äußersten Rand des Fußes fortbewegt und somit gar nicht erst die gesamte Sohle nutzt. Ihm geht damit ein hohes Maß an Dämpfung verloren. Die Schritte werden als schmerzhaft wahrgenommen, die Bänder und Gelenke des Beins nutzen sich deutlich schneller ab.

Passende Schuhe für die Supination

Läufer, die ihren Fuß nach außen kippen, sollten Schuhe bevorzugen, die sehr weich und flexibel gefertigt wurden. Damit wird eine Korrektur des Bewegungsablaufs ermöglicht.

Zudem ist auf eine optimale Dämpfung der Sohle zu achten, die selbst beim Lauf auf den Randzonen des Fußes die auftretenden Kräfte über die gesamte Sohle verteilt und somit eine spürbare Entlastung schafft.

Auf diese Weise können zudem die Bänder und Sehnen unterstützt werden. Auch die Muskeln des gesamten Beins erfahren eine geringere Beanspruchung. Wer dagegen allzu stabile Schuhe erwirbt, wird eine Veränderung der Fußneigung nur schwerlich bewirken können.

Eine professionelle Analyse

Ob der Läufer nun unter der Supination oder der Überpronation leidet, ist für den Laien nicht erkennbar. Vielleicht liegt sogar die normale Pronation vor – wird aber durch das falsche Schuhwerk nicht genutzt. Langfristig lässt sich an den Abnutzungen der Sohle erkennen, wie sich der Fuß während des Tritts bewegt.

Vor der Wahl der Schuhe ist es aber ratsam, im Fachgeschäft eine Einschätzung des Laufstils vornehmen zu lassen. Das gelingt binnen weniger Minuten mit einer computerbasierten Messung auf dem Laufband.

Mit den dabei erzielten Ergebnissen können sodann die richtigen Schuhe erworben werden. Erst mit ihnen ist der Sportler gerüstet, um Körper und Geist zu trainieren.

Laufen wie barfuß: Laufschuhe mit besonders dünnen Sohlen führen vermehrt zu Verletzungen

Läufer hockt und bindet seine Laufschuhe
Läufer bindet seine Schuhe © ArtmannWitte - www.fotolia.de

Vor vielen Jahren waren Sportler sich einig: Ein guter Laufschuh benötigt eine feste Sohle und am besten spezielle Einlagen, die den Fuß richtig stabilisieren.

Laufschuhe mit dünnen Sohlen sind gesundheitsschädlich

Doch vor einiger Zeit kam der Trend "back to the roots" auch bei den Laufschuhen an und auf einmal sprachen sich alle für besonders dünne Schuhe zum Laufen aus. Der Fuß sollte am besten das Gefühl haben, dass man wie barfuß läuft. Das Argument dafür: Die Natur hat ursprünglich nicht gewollt, dass der Mensch einen schweren Schuh trägt und daher ist es nur natürlich, wenn man wie barfuß trainieren kann.

Diese Rechnung geht jedoch in der Praxis nicht auf und viele Ärzte können nur die Hände über dem Kopf zusammenschlagen, wenn jemand beständig das Barfuß-Gefühl sucht. Einmal aufgetretene Fehlstellungen wie etwa der Spreizfuß lassen sich nicht mehr beheben, wenn man stets wie barfuß läuft. Die minimalistischen Schuhe beim Sport können dann noch alles schlimmer machen.

Auftreten von Fußverletzungen beim Tragen von Minimalistischen-Schuhen

Dies zeigt auch eine aktuelle Studie. Die Untersuchung arbeitete mit 103 männlichen und weiblichen Teilnehmern und ordnete sie entsprechend der Schuhe in drei Gruppe ein. Barfuß-Laufschuhe schnitten im Vergleich zu normalen Sportschuhen und gemäßigten Minimalisten-Schuhen am schlechtesten ab. Die Teilnehmer hatten nach drei Monaten des Trainings häufig Schmerzen und es traten vermehrt behandlungsbedürftige Fußverletzungen auf. Bei sehr minimalistischen Schuhen zählte man zwölf Verletzungen, bei moderaten Barfuß-Schuhen sieben Stück und bei normalen Turnschuhen nur vier Verletzungen.

Spezielle Schuheinlagen für eine gesunde Fußstellung

Wer beim Sport oder im Alltag den eigenen Füßen wirklich etwas Gutes tun möchte, der sollte auf spezielle Schuheinlagen setzen. Ganz oben im Kurs stehen dabei sensomotrische Einlagen, die den Fuß in eine gesunde Stellung versetzen und damit noch die Muskeln gezielt stärken.

Laufschuhe kaufen – so finden Sie das richtige Modell für Ihren Fuß

Nahaufnahme Rückansicht Sportschuhe auf Laufband
Closeup view of brand new sport shoes running on a treadmill © Infomages - www.fotolia.de

Selbst ein perfekter Schuh kann dem Läufer das Training nicht abnehmen. Mit der richtigen Passform lassen sich aber Verletzungen und Fehlbelastungen vermeiden. Bei der Auswahl entscheiden: die individuelle Fußform, das bevorzugte Gelände und der Laufstil.

Der richtige Schuh für jeden Fuß

Ob Knick-, Senk- oder Spreizfuß – wer Schmerzen in den Gelenken vorbeugen möchte, kann im Sportgeschäft eine Laufbandanalyse machen lassen. Zeigt sich im Video, dass der Fuß beim Joggen nach außen kippt, braucht der Läufer einen Schuh mit guter Dämpfung. Beim Senkfuß knickt der Fuß nach innen, die richtige Wahl wäre hier ein Stabilitätsschuh.

Geschulten Mitarbeitern in Laufgeschäften reicht aber auch ein Blick auf die Abnutzungsspuren an alten Laufschuhen, um den persönlichen Laufstil zu erkennen. Damit der Fuß gut durchblutet werden kann, kauft man Sportschuhe eine Nummer größer als Straßenschuhe. Vor dem großen Zeh sollte ein Zentimeter Platz sein.

Der passende Schuh für jedes Wetter

Atmungsaktiv sollte jeder Schuh sein. Wer nur bei Sonnenschein läuft, hält die Füße mit leichtem Mesh oder Netzmaterial frisch. Jogger, die sich auch an regnerischen Tagen nicht vom Training abhalten lassen, brauchen Schuhe mit wasserabweisenden Materialien wie Gore-Tex.

Damit der Fuß beim Joggen optimal abrollen kann, sind gute Laufschuhe an der Spitze abgerundet. Markenhersteller trennen die Sohle zudem in drei flexibel verbundene Teile für Ballen, Ferse und Außenseiten. Je nach Untergrund eignen sich Sohlen mit mehr oder weniger starkem Profil.

Grundinformationen und Hinweise zu Laufschuhen

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Quellenangaben

  • Bildnachweis: Jogger © Bernd_Leitner - www.fotolia.de
  • Bildnachweis: fitness outside © ArtmannWitte - www.fotolia.de
  • Bildnachweis: man's jogging shoes © Alex - www.fotolia.de
  • Bildnachweis: Running © Maridav - www.fotolia.de

Autor:

Paradisi-Redaktion - Artikel vom (zuletzt überarbeitet am )

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