12. Dezember 2011
Neben dem Magnet- und dem Kreiselkompass gibt es noch andere Kompassarten. Teilweise sind sie herkömmlichen Kompassen überlegen. Sie eignen sich beispielsweise zur Lagebestimmung von Gesteinsstrukturen, zur Landvermessung und zur Anzeige des Streichwinkels.
Ein besonderer Kompass ist der Geologenkompass. Er wird hauptsächlich von Geologen verwendet. Sie benötigen ihn zur Lagebestimmung von Gesteinsstrukturen, wobei zwei Werte unterschieden werden: das Streichen und Fallen. Dabei handelt es sich um horizontale Schnittlinien und um Fallrichtungswinkel. Außerdem verwendet man den Geologenkompass zur Landvermessung und zur Bestimmung einer Marschrichtung. Ein Geologenkompass ist ein Kombi-Gerät.
Während sich beim Magnet- und Kreiselkompass die Kompassrose bewegt, steht sie beim Geologenkompass fest. Sie zeigt die Richtung des Streichens an. Das Ablesen erfolgt über einen Spiegel, da die Anzeige immer spiegelverkehrte Werte angibt. Zur Messung des Fallens wird eine Kante im 90-Grad-Winkel zur Streichlinie angelegt. Das Ablesen erfolgt über einen Neigungsmesser.
Auch der Sonnenkompass unterscheidet sich von herkömmlichen Kompassen, weil er sich nicht am Erdmagnetfeld orientiert. Aus diesem Grunde ist es möglich, ihn dort einzusetzen, wo der Magnetkompass versagt, nämlich an den Erdpolen. Der Sonnenkompass besitzt eine Peilscheibe, die eine ähnliche Skalierung wie die Kompassrose trägt. Zusätzlich sind unterschiedliche Kurven auf die Scheibe gebracht, die sich aufgrund des unterschiedlichen Schattenverlaufs während der Jahreszeiten unterscheiden. Mittig ist ein Gnomon integriert, also ein Kegel oder Stab. Der Sonnenkompass wird waagerecht in die Sonne gelegt und so lange gedreht, bis die Kegelspitze des Schattens auf die Zeitmarke trifft. Die Nordmarkierung zeigt dann die Nordrichtung an. Während Sonnenuhren in der Wikingerzeit hauptsächlich in der Schifffahrt eingesetzt wurden, findet man sie heute teilweise auch in der Luftfahrt.
Anders als bei herkömmlichen Kompassen verläuft die Teilung der Skala beim Hängekompass links herum. Dieser dient der Messung des Streichwinkels, wobei das Anbringen von Firstnägeln Voraussetzung ist. Das Aufhängen des Gerätes erfolgt über zwei Bügel. Die Magnetnadel verändert ihre Stellung nicht, ist aber drehbar gelagert. An ihr lassen sich Nord- und Südrichtung ablesen. Einst diente der Hängekompass dem Markscheider als Messgerät, heute kommt er noch in der Höhlenforschung zum Einsatz.
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