15. November 2011
Das Fußballtrikot ist nicht mehr nur Sportbekleidung, sondern gleichfalls Fanartikel und Werbeträger. Selbst im Amateurfußball wird die Trikotwerbung als wichtige Einnahmequelle und zur Finanzierung der Mannschaftsbekleidung genutzt. In den meisten Fällen greift bei der Herstellung, Nachahmung und Veräußerung von Fußballtrikots das Markenrecht.
Erstmals trat der Verein Penarol Montevideo aus Uruguay mit Werbelogos auf seinen Fußballtrikots auf. Das war 1950. In Deutschland konnte man im Jahr 1973 die erste Trikotwerbung bewundern. Eintracht Braunschweig präsentierte den Hirsch der Firma Jägermeister, obwohl der DFB diese Werbemaßnahme zuvor untersagt hatte. Doch gerade dieser Eklat verhalf dem Eintracht-Trikot zu einer enormen Öffentlichkeitswirksamkeit. Andere Vereine, wie Wormatia Worms, vermieden das Risiko der öffentlichen Auseinandersetzung und verzichteten auf den geplanten Werbedruck. Und damit auf eine Menge Geld.
Inzwischen ist die Trikotwerbung eine gängige Praxis zur Bewerbung von Marken und somit zu einem zweiten Standbein von Fußballvereinen geworden. Einen großen Beitrag zur Verbreitung der Werbung leisten die Medien. Doch selbst kleine Vereine in den unteren Ligen nutzen die Möglichkeit der Präsentation von Werbedrucken, zumal es sich häufig um örtliche Firmenlogos handelt, welche die Finanzierung eigener Mannschaftskleidung überhaupt erst ermöglichen. Dafür macht die Trikotwerbung den Sponsoren bekannter und verhilft ihm zu einem gewissen Image.
In den höheren Ligen geht es um mehr. Es geht um Millionenbeträge. Kein Wunder, dass knallharte Verträge ausgehandelt werden, für die es bestimmte Laufzeiten gibt. Trikotwerbung ist vor allem Geschäft. Im Allgemeinen erscheint das Logo des Hauptsponsoren auf der Brust des Trikots, strahlt also eine gewisse Wichtigkeit des Geldgebers aus. Der eigentliche Sinn des Fußballtrikots, nämlich den Fußballspieler zu schützen, geht dabei immer mehr verloren.
Daneben gibt es Kooperationsabkommen, in denen Vereine ihre Unterstützung von Hilfswerken oder Stiftungen erklären. Im Gegenzug dürfen sie deren Logos auf ihren Trikots präsentieren. Abschließend noch eine Bemerkung zum Fußballtrikots als Fanartikel: Vergleicht man die eigentlichen Herstellungskosten für ein Fußballtrikot mit dem Wert, für den es unter Umständen bei den Fans gehandelt wird, stehen die Zahlen in keinem nachvollziehbaren Verhältnis.
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