22. November 2011
Steigeisen sind Hilfsmittel, die das Fortbewegen im hochalpinen Gelände auf Eis- und Schneeflächen sowie an Gletschern möglich machen. Sie sind Ausrüstungsbestandteil eines jeden Bergsteigers. Bei Bedarf werden Steigeisen an speziellen Bergschuhen befestigt.
Steigeisen wurden bereits um 312 n. Chr. im antiken Rom verwendet. Angeblich erfanden sie Spione, die dank dieser Kletterhilfen besser im schwer zugänglichen Gelände unterwegs sein konnten. Inzwischen gehören Steigeisen zu jeder Tour in hochalpinen Gebieten. Steigeisen bestehen je nach Einsatzgebiet aus zwei starren oder beweglichen Stahlplatten, wobei auf Eisflächen starre Verbindungen bevorzugt werden. Man befestigt sie an Schuhen mit steifer Sohle. An die Stahlplatten sind zwischen 7 und 12 Zacken angearbeitet, welche für den notwendigen Halt im Untergrund sorgen. Die Zacken sind vertikal oder frontal zur Stahlplatte gebracht. Frontalzacken befinden sich an der Schuhspitze. Vertikalzacken beschreiben einen 45- oder 90-Grad-Winkel. Einige Steigeisen verzichten auf Vertikalzacken ganz.
Anstelle von Stahl kann bei der Herstellung der Eisen Aluminium verwendet werden, allerdings versprechen Stahleisen eine längere Lebensdauer. Auch Titan hat sich inzwischen bewährt, da es dieselbe Belastbarkeit wie Stahl aufweist. Allerdings sind Titansteigeisen um ein Vielfaches teurer. An der Unterseite der Steigeisen sind Gummi- oder Kunststoffplatten angebracht, welche die Stollenbildung zwischen den Zacken verhindern sollen. Diese würde eine erhöhte Verletzungsgefahr durch das Abrutschen von der Strecke darstellen.
Je nach Einsatzgebiet unterscheidet sich der Gebrauch der einzelnen Zacken. Während auf mittelsteilen Strecken die Verwendung von Vertikalzacken noch völlig ausreichend ist, kann im steilen Gelände auf Frontalzacken nicht verzichtet werden.
Das Befestigen der Steigeisen am Bergschuh erfolgt durch Riemen- oder Hebelbindung. Riemenbindung bezeichnet das Festzurren von Nylon- oder Perlongurten unter Zuhilfenahme von Dornenschnallen. Hebelbindungen werden durch einen Bügel an der vorderen Sohle und durch einen Kipphebel an der hinteren Sohle befestigt. Zusätzlich wird ein sogenannter Fangriemen angebracht. Die Verwendung von Hebelbindungen setzt steigeisenfeste Bergschuhe voraus, deren Sohle speziell gearbeitet ist. Einige Modelle besitzen kombinierte Befestigungshilfen. Beide Befestigungssysteme besitzen Vor- und Nachteile. Außerdem gibt es Leichtsteigeisen und Modelle für das Klettern an Holz.
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