12. April 2010
Eine schlanke Figur gilt als schön und attraktiv. Doch das Schlanksein kann auch zum Wahn werden.
Zu den wichtigsten Schönheitskriterien für ein attraktives Äußeres gehört Schlankheit. Ist man schlank, ist man auch automatisch schön und interessant für das andere Geschlecht. Diese simple Formel gilt vor allem in den westlichen Ländern. In anderen Kulturen hingegen galten wohlbeleibte Frauen durchaus als attraktiv. Durch die fortschreitende Globalisierung verbreitet sich das gängige Schönheitsideal des Westens jedoch zunehmend um den Erdball. Dabei durften in der Renaissance auch die europäischen Frauen beleibt sein, starke Hüften und sogar ein Doppelkinn haben. Mit dem Aufkommen der puritanischen Leistungsethik wurde jedoch ein Wandel in der Körperwahrnehmung eingeleitet. So galten überflüssige Pfunde als Zeichen von Faulheit. Mit Schlankheit wurden hingegen Leistungsbereitschaft und Erfolg demonstriert. Dieses Schönheitsideal ist nach wie vor vorherrschend in der westlichen Gesellschaft. Durch die Medien, die pausenlos Werbung und Filme mit schlanken Models und Schauspielerinnen präsentieren, wird das Bild von einer makellosen und schlanken Figur noch weiter verstärkt. Wer erfolgreich und begehrt sein will, muss also schlank sein. Ist man dagegen übergewichtig, gilt man undiszipliniert, faul, verweichlicht oder krank. Dadurch steigt auch bei normalgewichtigen Menschen die Angst davor dick zu werden. Bereits leichtes Übergewicht reicht aus, um Unbehagen zu verursachen. Dann wird auf unterschiedliche Diäten oder Appetitzügler zurückgegriffen, damit die ungeliebten Pfunde schnell wieder verschwinden. Auf diese Weise entstand im Laufe der Jahre ein regelrechter Schlankheitswahn. Doch das in den Medien propagierte Schönheitsideal des schlanken Models entspricht nicht der Realität, da nur die wenigsten das Aussehen eines professionellen Models erlangen können. Der um sich greifende Schlankheitswahn birgt zudem Gefahren für die Gesundheit. Da ist z.B. der so genannte Jojo-Effekt, der durch ständiges Ab- und Zunehmen entsteht und mit der Zeit krank machen kann. Auch die ständige Einnahme von Schlankheitsmitteln wie Appetitzüglern oder Abführmitteln kann bedenkliche Nebenwirkungen wie Herzrasen, Bluthochdruck, Herzklappenschäden, Darmschäden oder Abhängigkeit hervorrufen. Eine besonders gefährliche Folge des Schlankheitswahns sind Essstörungen wie Magersucht und Bulimie (Ess-Brechsucht). Ebenso kann die Psyche leiden, wenn übergewichtige Kinder und Erwachsene von ihren Mitmenschen gehänselt oder diskriminiert werden.
Bevor man also zu Schlankheitsmitteln greift, sollte man das fragwürdige Schönheitsideal kritisch hinterfragen. Denn letztlich ist jeder Mensch auf seine eigene Art und Weise attraktiv.
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