Voraussetzungen, Ablauf, Nachsorge und Risiken einer Magenverkleinerung

Was Sie über eine Magenverkleinerung wissen müssen und wie Sie sich danach richtig ernähren, erfahren Sie hier

Magenverkleinerungsoperationen werden bei extrem übergewichtigen Patienten durchgeführt. Ärzte nennen diesen Eingriff Gastroplastik. Dabei kommen verschiedene Methoden zur Anwendung. Abnehmen durch eine Operation hört sich einfach an. Die Magenverkleinerung birgt jedoch auch Risiken. Die richtige Ernährung nach dem Eingriff ist von entscheidender Bedeutung.

Grafik Magenschleimhaut, rötlich

Einsatzgebiet des Magenbandes

Eine Magenverkleinerung wird zwar weitläufig als Schönheitsoperation betrachtet, hat aber durchaus wichtige medizinische Gründe. Aufgrund von krankhafter Fettleibigkeit kann es zu zahlreichen Folgekrankheiten kommen, wie:

Mit Hilfe einer Magenverkleinerung lässt sich das Übergewicht um durchschnittlich fünfzig Prozent reduzieren, was bei den Betroffenen zu einer deutlich höheren Lebenserwartung führt.

Durch eine operative Magenverkleinerung, bei der die Ärzte einen kleinen Vormagen bilden, der nur wenig Nahrung aufnehmen kann, können die Patienten massiv an Gewicht verlieren. Mit Hilfe einer Magenverkleinerung lässt sich das Übergewicht um durchschnittlich fünfzig Prozent reduzieren, was bei den Betroffenen zu einer deutlich höheren Lebenserwartung führt.

Dieser Eingriff ist jedoch nicht ohne Risiken und sollte daher gut überlegt sein.

Positives zur Magenverkleinerung

Magenverkleinerung bei Frauen verhilft zu gesünderen Kindern

Die Gefahr für übergewichtige Kinder kann von Frauen mit Adipositas dadurch reduziert werden, in dem sie selbst eine Magenverkleinerung vornehmen lassen.

Hierzu wurden nun die Ergebnisse einer amerikanischen Studie veröffentlicht, die sich mit dieser Thematik befasste und belegen konnte, dass durch die Magenverkleinerung 33% der nach dieser Operation zur Welt kommenden Kinder weniger an einer Fettleibigkeit litten. Die Frauen selbst hatten bei der Geburt weniger Komplikationen, sowie die Neugeborenen einen niedrigeren Cholesterinspiegel und auch ein weniger hohes Geburtsgewicht.

An dieser Studie nahmen insgesamt 49 übergewichtige Frauen teil, die zusammen 111 Kinder hatten.

Magenbypass vor der Schwangerschaft senkt bei fettleibigen Frauen das Risiko für Komplikationen

Unter dem Begriff der bariatrischen Chirurgie werden Operationsmethoden wie das Einsetzen eines Magenbandes oder das Durchführen eines Magenbypasses zusammengefasst.

Wissenschaftler der Amerikanischen "Johns Hopkins University School of Medicine" haben in einer Studie festgestellt, dass eine solche Operation bei stark fettleibigen Frauen Schwangerschaftskomplikationen verringern kann.

Frauen mit einem BMI über 30 bringen ihre Kinder häufiger per Kaiserschnitt auf die Welt und haben ein erhöhtes Risiko, eine Gestose zu bekommen. Auch Komplikationen während der Geburt und kurz davor beziehungsweise danach kommen öfter vor.

Laut Angaben der Forscherin Wendy Bennett wurden 585 Frauen bariatrisch operiert, davon 316 Betroffene durchschnittlich 2 Jahre vor der Schwangerschaft, der Rest nach der Geburt. Frauen, die sich einen Magenbypass oder ein Magenband einsetzen ließen, bevor sie schwanger wurden, hatten ein deutlich gesenktes Risiko für Bluthochdruck oder eine Eklampsie.

Bei Adipositas kann eine Magen-OP vor dem Herztod schützen

Man spricht dann von Adipositas, wenn ein Mensch krankhaft übergewichtig ist. Sobald man nicht nur ein paar Kilos zu viel hat, sondern Fettleibig ist, muss gehandelt werden. Nicht nur der Rücken und alle Gelenke leiden unter der Dauerbelastung, sondern auch Kreislauf und Herz. Tatsächlich führt Adipositas in vielen Fällen zur Herzschwäche und auch zum frühzeitigen Herztod. In einer Studie ermittelte man nun genau, inwiefern sich das Risiko auf den Herztod durch eine Magenverkleinerung verringert. Das Ergebnis ist eine klare Empfehlung zur Magen-OP bei Adipositas.

Die Forscher errechneten nämlich, dass sich das Risiko auf einen Herzstillstand innerhalb der nächsten 15 Jahre nach der OP um ganze 50 Prozent verringert. Auch die allgemeine Gefahr auf alle Schäden am Herzen sinkt um 30 Prozent. Die Zahlen basieren auf der Untersuchung von 2.100 adipösen Patienten, die sich einer Magen-Op unterzogen und 2.037 Adipösen, die an sich keine Operation durchführen lassen wollten.

Wer auf dem OP-Tisch war, der verlor recht schnell Gewicht. Im Schnitt waren es 18 Prozent ihres vorherigen Gewichts. Bei den Studienteilnehmern, die sich nicht unter das Messer gelegt hatten, schwand das Gewicht nur um gut ein Prozent. Nach 15 Jahren erlagen 28 Patienten mit Magen-OP einem Herzstillstand, in der Kontrollgruppe waren es 49 Menschen.

Ein Magen-Bypass wirkt sich positiv auf die Darmflora aus

Wer sich aus gesundheitlichen Gründen einen Magen-Bypass legen lässt, verändert sein Leben nach der Operation deutlich. Durch den verkleinerten Platz im Magen passt man automatisch die Ernährung an und verliert so an Gewicht. Doch ein Magen-Bypass hat noch einen weiteren positiven Effekt, wie eine aktuelle Studie zeigt. Demnach verändert sich bei adipösen Menschen mit Diabetes des Typ 2 die komplette Darmflora, nachdem sie einen Magen-Bypass bekommen haben. Dies ist positiv für den Patienten, da die neuen Bakterien im Darm den Stoffwechsel zugunsten der Gesundheit anregen.

Deutsche Forscher untersuchten fettleibige Diabetiker vor der Operation und stellten dabei ein klassisches Besiedlungsmuster in ihrem Darmtrakt vor. Die Darmflora der Probanden bestand aus Bakterien, die ihre Krankheit nur noch weiter verschlimmerten. Dieses Muster nennt man Bacteroides. Es fördert vor allen Dingen die Aufnahme von Kohlenhydraten und steigert so die Fettleibigkeit. Nach der OP jedoch veränderte sich die Flora allmählich hin zu den Muster Prevotella und Ruminococcus. Diese trifft man vor allen Dingen bei schlanken Menschen an, denn hier wird ein Überangebot an Zucker einfach wieder ausgeschieden und nicht im Körper als Fett gespeichert.

Diese positive Erkenntnis hat jedoch auch einen Minuspunkt. Die Forscher vermuten, dass die veränderte Darmflora die Patienten anfälliger für Infektionen macht, die sie zuvor nicht kannten, da ihre alte Flora dafür nicht empfänglich war. Wie schlimm dieses Risiko ist, entscheidet sich jedoch von Fall zu Fall.

Studie zu Magenverkleinerung - Auswirkungen auf Zyklus und Sexlust

Frauen mit Übergewicht haben oft auch Probleme, schwanger zu werden. Um festzustellen, ob eine Magenverkleinerung Auswirkungen auf den Zyklus hat, wurden in einer US-Studie adipöse Frauen untersucht.

In einer zweijährigen Studie wurden regelmäßige Messungen an 29 Probandinnen durchgeführt, die zwischen 30 und 38 Jahre alt waren. Am Anfang der Studie lag die Ovulationsrate bei 90 Prozent. Die Zyklusdauer verkürzte sich innerhalb eines halben Jahres signifikant, was allerdings nach einem Jahr keine Rolle mehr spielte. Die Knochendichte veränderte sich im untersuchten Zeitraum nicht.

Im Endergebnis stellten die Forscher fest, dass die Magenverkleinerung keinen Einfluss auf Häufigkeit und Qualität des Eisprungs hatte. Allerdings gab es kürzere follikuläre Phasen und die Lust auf Sex vergrößerte sich. Im Studienverlauf kam es bei fünf Frauen zu Schwangerschaften.

Voraussetzungen für ein Magenband

Bevor ein operativer Eingriff wie eine Magenverkleinerung durch Magenband durchgeführt wird, müssen erst sämtliche alternative Maßnahmen ausgeschöpft sein. Helfen

nicht bei einer zwingend notwendigen Gewichtsreduktion, so kann in einigen Fällen nur ein Magenband helfen.

Dieser Eingriff wird ausschließlich bei stark adipösen Patienten durchgeführt, die ohne eine Gewichtsreduktion keine lange Lebenserwartung mehr hätten. Die Magenverkleinerung ist somit häufig die letzte Chance auf eine Gewichtsreduktion.

Vorgespräch

Ärztin im Gespräch mit Patientin
Ärztin im Gespräch mit Patientin

Vor der Durchführung einer Magenverkleinerung führt der behandelnde Arzt ein ausführliches Gespräch mit dem Patienten über den bevorstehenden Eingriff und informiert ihn über das Operationsverfahren und mögliche Komplikationen.

Außerdem ist eine intensive Ernährungsberatung nötig, da nach der Magenverkleinerung das Essverhalten stark umgestellt werden muss.

Unmittelbar vor dem Eingriff sollte der Patient nüchtern sein. Das bedeutet, dass mindestens sechs Stunden vor der Operation keine feste Nahrung mehr aufgenommen werden darf.

Verfahrensmöglichkeiten einer Magenverkleinerung

Magen mit Dünn- und Dickdarm

Für die Durchführung einer Magenverkleinerung, die unter Vollnarkose erfolgt, gibt es verschiedene Verfahrensmöglichkeiten:

  1. die Vertikale Gastroplastik
  2. das Magenband
  3. der Magen-Bypass

Vertikale Gastroplastik

Unter der Vertikalen Gastroplastik versteht man die Abtrennung von einem Teil des Magens. Dadurch bildet sich ein kleiner Vormagen, der als Pouch bezeichnet wird und der nur eine begrenzte Menge an Nahrung aufnehmen kann.

Der Magenteil wird mit einer speziellen Klammernahttechnik abgetrennt. Danach umfasst der Vormagen lediglich 20-30 Millimeter. Vorgenommen wird die Gastroplastik über die Bauchhöhle.

Das Magenband

Auch bei einem Magenband, das anpassbar ist, schafft der Chirurg einen kleinen Vormagen. Dabei schlingt er ein Band aus Silikon um den Magenfundus. Dieses Silikonband lässt sich, ähnlich wie ein Fahrradschlauch, ballonartig mit Luft füllen. Durch diesen Effekt kann man die Größe des Vormagens durch das Einführen von Luft anpassen.

Dazu verlegt der Chirurg vom Magenband bis zum Unterhautfettgewebe des Bauchs einen Silikonschlauch. Der Ballon muss in der Regel mehrmals mit Luft gefüllt werden, bis der Vormagen schließlich seine optimale Größe erreicht. Im Gegensatz zur Gastroplastik lässt sich die Verkleinerung des Magens wieder leicht rückgängig machen.

Eine Magenband-Operation bringt häufig bei einer Adipositas nicht den gewünschten Erfolg

Nach zahlreichen Einsätzen die Enttäuschung - Magenband bringt nicht den gewünschten Erfolg

Ärzte im Operationssaal bei Operation
OP 3 © Carsten Kattau - www.fotolia.de

Bei vielen Menschen, die an einer Adipositas, das heißt Fettleibigkeit, leiden wurde als letztes Mittel für eine Gewichtsreduzierung die sogenannte Magenband-Operation durchgeführt.

So gehört in Europa die Saint Pierre Universitätsklinik in Brüssel zu den führenden Kliniken. Hier wurde im Jahr 1992 das erste verstellbare Magenband implantiert. Doch leider ist der ganz große Erfolg einer solchen Operation ausgeblieben, denn langfristig kam es immer häufiger zu Komplikationen.

Probleme bei Magenband-Operationen

Man hatte in dem Zeitraum zwischen 1994 und 1997 bei 82 Patienten diese Operation durchgeführt, doch traten in den Folgejahren bei 29 Fällen leichtere und bei 32 schwerere Komplikationen auf, so dass man dann das Magenband wieder herausoperieren musste.

Heute besitzen von den 82 ehemaligen Patienten nur 36 das Magenband. Aber auch der große Gewichtsverlust, den man eigentlich erwartet hatte, stellte sich weniger ein. Zwar verringerte sich der BMI (Body-Maß-Index) von 41,6 auf ein Mittelmaß von 33,8 und die Patienten verloren auch 40 Prozent der überschüssigen Pfunde und sind zufrieden, aber so wurden andere Krankheiten dadurch nicht verringert, beziehungsweise stiegen noch an.

So litten vor der Operation 20 Patienten an Bluthochdruck, danach waren es 23 und auch die Zahl der Diabetiker beim Typ-2 verdoppelte sich. Auch leiden heute mehr an einer Schlafapnoe (Atemstillstand während des Schlafs), waren es früher nur zwei, so sind es heute sechs Patienten, die deshalb behandelt werden müssen.

Der Magenbypass als Alternative zum Magenband?

Eine Ursache dieser auftretenden Komplikationen könnte natürlich auch das zunehmende Alter sein. Deshalb haben sich Jacques Himpens und seine Mitarbeiter, die die European School of Laparoscopic Surgery gegründet haben, entschieden das Magenband nicht mehr einzusetzen.

Stattdessen beschlossen sie, den Patienten künftig einen Magenbypass zu legen, den man als Roux-en-Y-Magenbypass bezeichnet. Aber dieser Eingriff ist das letzte Mittel der Wahl, wenn alle anderen konservative Methoden zur Gewichtsreduktion nicht geholfen haben.

Der Magen-Bypass

Eine weitere Methode ist ein Magen-Bypass. Der Bypass entstammt der englischen Sprache und bedeutet übersetzt Umleitung. Solch eine Umleitung wird unter Vollnarkose durchgeführt und benötigt einen Operationszeitraum von ein bis zwei Stunden.

Es handelt sich um einen minimal-invasiven Eingriff, der mit einem Laparoskop durchgeführt wird. Auch hier wird ein kleiner Vormagen von ca. zwanzig bis vierzig Millimetern Volumen geformt.

Dabei verlegt der Chirurg den ursprünglichen Ausgang des Magens und schließt ihn direkt an den Dünndarm an, wodurch die Nahrung gleich in den Dünndarm gelangt, anstatt erst den Zwölffingerdarm zu passieren.

Bei einer Operation im Rahmen einer Laparoskopie entstehen nur kleine Narben, da die benötigten Instrumente nur über kleine Schnitte eingeführt werden. Am Laparoskop befindet sich eine Kamera, so dass der operierende Arzt über einen Bildschirm immer genau erkennen kann, wo sich das Gerät im Bauchraum befindet. Um eine bessere Sicht zu haben, kann ein spezielles Gas den Bauch wölben und so den Eingriff erleichtern.

Magenbypass (Roux-en-Y-Magenbypass)
Positives zum Magenbypass

Nach Magen-Bypass ernährt man sich gesünder

Torsten Olbers vom Imperial College in London hat in der aktuellen Ausgabe der Fachzeitschrift "American Journal of Pysiology - Regulatory, Integrative and Comparative Physiology" eine Studie veröffentlicht, die sich mit dem Magen-Bypass befasst. Der Magen-Bypass verkleinert den Magen drastisch und schließt ihn an einem tieferen Punkt des Dünndarms an, so dass der Körper aus dem Dünndarm weniger Nährstoffe ziehen kann.

Olbers hat 16 Patienten, denen entweder eine Magen-Bypass gelegt wurde oder deren Magen lediglich verkleinert wurde, sechs Jahre lang beobachtet. Es zeigte sich, dass die Patienten mit Magen-Bypass deutlich gesünder lebten und auf kalorienreiche Nahrung verzichteten, während dieser Effekt bei den Patienten mit bloßer Magenverkleinerung weniger ausgeprägt war. Eine frühere Studie mit Ratten zeigte die gleichen Ergebnisse. Auch hier verzichteten die Ratten mit Magen-Bypass eher auf fettige Kost.

Nach Magen-Bypass einer Person wird die ganze Familie dünner

Der Magen-Bypass einer Person kann dazu führen, dass die ganze Familie ihre Gewohnheiten überdenkt und abnimmt

Magen-Bypass-Operation, Patient liegt auf OP-Tisch, Chirurgen halten OP-Besteck
Gastric bypass surgery © Herjua - www.fotolia.de

Der US-Chirurg Dr. Gavitt A. Woodward hat sich auf Magen-Bypässe für Patienten mit Adipositas spezialisiert. Er arbeitet an der Stanford University in Palo Alto. In der aktuellen Ausgabe der Fachzeitschrift "Archives of Surgery" berichtet er von einer Studie, die beweist, dass Adipositas ein Familienproblem ist und dass auch die ganze Familie dünner wird, wenn einer Person durch einen Magen-Bypass geholfen wurde.

Auch Partner nehmen ab, BMI der Kinder steigt langsamer als erwartet

Er beobachtete 35 Familien mit insgesamt 85 Personen. Jeweils einem erwachsenen Familienmitglied wurde ein Magen-Bypass gelegt. Die Patienten hatten vor der Operation ein Gewicht von durchschnittlich 135 Kilogramm.

60 Prozent der Partner waren ebenfalls adipös und wogen im Schnitt 100 kg. Außerdem waren 70 Prozent der Kinder adipös.

Ein Jahr nach der OP hatte der Operierte im Schnitt 45 kg abgenommen, der Partner 10 kg und der BMI der Kinder war langsamer gestiegen als erwartet. Statt 27 erreichte er nur einen Wert von 26,3.

Operierte und Familie verändern ihren Lebensstil

Die Operierten sahen statt 3,5 Stunden pro Tag nur noch 2,5 h fern und tranken kaum mehr Alkohol, bewegten sich dafür aber mehr. Die Kinder sahen statt 2,8 h nur noch 2,4 h fern und waren statt 25 h nur noch 1,9 h vor dem Computerbildschirm. Sie bewegten sich außerdem mehr, so dass ihr Kalorienbedarf um 73 Prozent zunahm.

Woodward konnte nachweisen, dass von einer Magen-Bypass-Operation einer Person die ganze Familie profitieren kann.

Magenbypass mit Langzeiterfolg: Patienten profitieren von Entfernung der Fettschürzen

Bauch eines übergewichtigen Mannes, er drückt Bauchspeck vorne zusammen
Man holding his big fat belly isolated on white background © dundanim - www.fotolia.de

Allein in Deutschland lassen sich circa 2.000 Menschen jedes Jahr einen Magenbypass legen. Sie wollen so ihr starkes Übergewicht loswerden und damit nachhaltig der Gesundheit etwas Gutes tun. Dennoch ist auch ein solcher Bypass keine Garantie für Langzeiterfolg. Es gibt immer wieder Patienten, die zwar zunächst gut an Gewicht verlieren, dann mit den Jahren jedoch wieder stark zulegen. Auf lange Sicht versagt die OP daher bei ihnen.

Warum ein Magenbypass alleine nicht ausreicht

Ein Grund dafür ist laut Psychologen die Entstehung von Fettschürzen. Nach dem Magenbypass verlieren die meisten in kurzer Zeit sehr viele Kilos und es kommt zu Bildung von Fettschürzen. Diese sind ästhetisch sehr störend, doch es gibt nur wenige Ausnahmen, in denen die Krankenkassen die Entfernung übernehmen. Die meisten Patienten müssten die Kosten selbst tragen und wer das finanziell nicht kann, der muss damit leben. Das frustriert die Betroffenen natürlich sehr.

Bestätigung durch Studie

Eine aktuelle Studie hat ergeben, dass der Langzeiterfolg eines Magenbypasses tatsächlich dann am größten ist, wenn bei den Betroffenen direkt eine zweite OP zur Entfernung der Fettschürzen angeboten wird. In der Studie hatte man 100 Patienten, die in zwei Gruppen aufgeteilt wurden. Die Hälfte bekam nur den Bypass, der anderen Hälfte wurden später auch die Fettschürzen entfernt. Im Schnitt verlor jeder Patient durch die erste OP 45,2 Kilos und das in zwei Jahren. Wer nun nicht mit den Fettschürzen leben musste, nahm in den kommenden Jahren pro Jahr 0,51 Kilo wieder zu. In der Kontrollgruppe kam man dagegen direkt auf 1,78 Kilo.

Der Unterschied wird besonders deutlich, wenn man die erneute Gewichtszunahme nach sieben Jahren gegenüberstellt: Die Patienten mit Fettschürzen hatten im Schnitt wieder 22,9 Kilogramm mehr auf die Waage gebracht, bei denen mit Entfernung der Fettschürzen waren es gerade einmal 6,2 Kilogramm.

Wirkung des Eingriffs

Durch die Verkleinerung wird der Magen auf etwa die Größe eines Tennisballs, oder anders ausgedrückt, auf 20 ml geschrumpft, was dazu führt, dass eben der Magen an das Gehirn die Meldung weitergibt "ich bin satt". Ein komplettes Menü zu essen ist dann nicht mehr möglich. Zudem muss man anschließend länger und besser kauen. Ein Portionsbeispiel ist etwa:

  1. ein Gulaschwürfelstück,
  2. eine kleine Kartoffel und
  3. eine kleine Portion Gemüse.

Mit einer Gastroplastik können die Patienten in relativ kurzer Zeit große Mengen an Gewicht verlieren, da sie nur noch sehr wenig Nahrung verzehren können. Halten sie sich nicht daran, so können Übelkeit und Erbrechen die Folge sein, da der kleine Magen bereits überfüllt ist und noch keine neue Nahrung aufnehmen kann.

Studien ergeben, dass die Operation wirklich dauerhaft wirkt, die gewünschte Gewichtsreduzierung also erreicht wird. Die Ärzte-Zeitschrift "JAMA" (The Journal of the American Medical Association) berichtet allerdings, dass laut einer neuen Studie das Risiko für übergewichtige Patienten höher liegt als bisher angenommen.

Das bedeutet in Zahlen, dass die früher bekannte Todesrate der 30- bis 50-Jährigen die bei 1% lag nach oben hin, konkret zu 5%, korrigiert werden muss.

Da starkes Übergewicht zu Stoffwechselproblemen und weiteren Krankheiten führt, sind die Daten jeglicher Studien allerdings kritisch zu sehen. Übergewicht selbst kann als Todesgrund bezeichnet werden, weil es den Körper so stark belastet, dass die Lebensdauer erheblich verkürzt wird.

Nach der OP

Nach der Operation muss der Patient langsam den verkleinerten Magen an Nahrung gewöhnen. Zwingend notwendig ist trotz der Magenbandoperation eine Ernährungsumstellung. Bereits nach einigen Monaten haben die Patienten in der Regel massiv an Gewicht verloren. Teilweise wird das Magenband dann wieder entfernt.

Zur Regeneration sollte sich der Patient an einige Regeln halten, damit der Eingriff ein Erfolg wird. Der Patient muss bei der Nahrungsaufnahme langsam essen und die Portionen dabei gut durchkauen. Tritt das Sättigungsgefühl ein, sollte das Essen beendet werden, auch wenn nur geringe Mengen verzehrt wurden.

Des Weiteren ist auch regelmäßige körperliche Bewegung sehr wichtig.

Tipps zur Ernährungsweise nach der Magenverkleinerung

Tipps zur gesunden Ernährung nach einer Magenoperation
Tipps zur gesunden Ernährung nach einer Magenoperation

Mit der richtigen Lebensweise können die Patienten nach der Magenverkleinerung sehr viel Gewicht abnehmen. Die richtige Ernährung ist jedoch sehr wichtig für die Gesundheit und das Wohlbefinden nach einer Magenverkleinerung.

Kleine Portionen und sinnvolle Einteilung

Da der Vormagen deutlich kleiner als der normale Magen ist, können die Patienten nur noch kleine Portionen zu sich nehmen. Wird dies nicht beachtet, so droht heftiges Erbrechen, da der kleine Magen nur eine gewisse Menge an Nahrung aufnehmen kann.

Nach der Magenverkleinerung müssen die Mahlzeiten gewissenhaft über den Tag verteilt werden. Sobald der Patient ein Sättigungsgefühl bemerkt, muss er sofort aufhören zu essen. Wichtig ist auch, die Nahrung gut zu kauen, bevor sie geschluckt wird.

Trinktipps

Natürlich müssen auch Patienten nach einer Magenverkleinerung ausreichende und zuckerfreie Mengen trinken. Die Getränke sollten die Betroffenen jedoch unabhängig vom Essen zu sich nehmen. Meist wird empfohlen, eine halbe Stunde vor und auch nach dem Essen nichts zu trinken.

Empfohlene und zu vermeidende Lebensmittel

Von einer Ernährungsberaterin können die Patienten Tipps erhalten, welche Lebensmittel von nun an geeignet und welche für ihren Körper schlecht sind.

Grundsätzlich sollten immer leichtverdauliche Lebensmittel verzehrt werden. Blähende Speisen wie zum Beispiel Kohl sollten dagegen vermieden werden. Lebensmittel, die gut geeignet sind, da sie viel Eiweiß enthalten, sind zum Beispiel:

Von Schokolade, Limo, Marzipan, Marmelade und fettigen frittierten Produkten sollten die Patienten jedoch eher die Finger lassen. Auch spezielle Lebensmittel für Diabetiker, die Zusatzstoffe wie zum Beispiel Sorbit enthalten, dürfen nicht verzehrt werden.

Nährstoffmangel

Manche Patienten müssen für den Rest ihres Lebens mit Nahrungsergänzungspräparaten einem Mangel vorbeugen.

Mögliche Risiken einer Magenverkleinerung

Dieser Eingriff birgt natürlich auch Risiken. Dazu zählt zum Beispiel ein Verrutschen des Silikon-Magenbandes. Auch ein Nahrungsstau ist möglich, wenn die Nahrung zu wenig gekaut oder falsche Nahrungsmittel verzehrt wurden.

Allergien

Wie bei jeder anderen Operation mit Vollnarkose auch, so können auch bei einer operativen Magenverkleinerung Komplikationen im Zusammenhang mit den verwendeten Medikamenten oder der Narkose selbst auftreten. Im schlimmsten Fall kann der Patient einen Herz- oder Kreislaufstillstand erleiden. Auch Allergien gegen Medikamente, Verbandmaterial oder Desinfektionslösungen können auftreten.

Verletzungen

Speziell bei einer Magenverkleinerung besteht auch das Risiko, dass andere benachbarte Organe während des Eingriffes lebensgefährlich verletzt werden. Die Folge dieses Eingriffes kann z.B. auch eine Entzündung des Bauchfells sein, die zwingend ärztlich behandelt werden muss. Auch Verwachsungen im Bereich der Organe können sich entwickeln. Nach der Operation kann sich die Wunde entzünden, und es können schwere Infektionen entstehen. Auch Wundheilungsstörungen können sich entwickeln.

Weitere nötige Eingriffe

Sowohl ein Magenband, das zur Magenverkleinerung benutzt wird, als auch Klammern, die den Vormagen vom ursprünglichen Magen trennen, können verrutschen und einen weiteren Eingriff notwendig machen.

Hat der operierende Arzt das Magenband zu eng um den Magen gelegt, so kann das Organ selbst stark geschädigt werden.

Erbrechen und Schwellung der Magenschleimhaut

Kaut der Patient seine Nahrung nicht genügend und/oder nimmt zu viel Nahrung zu sich, so kann sie in der kleinen Öffnung zwischen Vormagen und dem "alten" Magen steckenbleiben oder auch zu schwerem Erbrechen führen, wenn der Vormagen überfüllt ist.

Erfolgt häufiges Erbrechen, so kann dies die Schleimhaut des Magens angreifen und diese anschwellen lassen. Der Patient kann dann nur noch sehr schlecht Nahrung zu sich nehmen.

Narben und Nahtriss

Bei der operativen Magenverkleinerung entstehen Narben. Wird ein Bauchschnitt gemacht, so ist die Narbe deutlich größer als bei einer laparoskopischen Operation, bei der der behandelnde Arzt nur kleine Schnitte setzen muss.

In den Wochen nach dem Eingriff darf der Patient nicht schwer heben oder tragen, da sonst die Nähte reißen würden. Auch dies würde eine weitere Operation notwendig machen.

Vermehrt Frühgeburten bei Schwangeren mit Magenbypass

Rückansicht von unten: Übergewichtige Frau auf weißem Hintergrund
Detail Of Overweight Woman © Monkey Business - www.fotolia.de

Immer mehr Menschen mit starkem Übergewicht entscheiden sich für einen Magenbypass. Durch die künstliche Verkleinerung des Magens verlieren sie nach der OP schnell an Gewicht und können bei einer Diät effektiver abnehmen. Mehr und mehr adipöse Frauen entscheiden sich auch im gebärfähigen Alter dafür und daher gibt es immer mehr Schwangere mit einem Magenbypass.

Schwedische Studie

Eine große Studie in Schweden hat sich nun mit den Problemen beschäftigt, die sich daraus ergeben können. Allein in diesem Land hat sich die Zahl der gelegten Magenbypässe in der jüngsten Vergangenheit verzehnfacht. In der Untersuchung berücksichtigt wurden 2.511 Babys, deren Mütter eine solche OP hinter sich hatten. Insgesamt 243 der Kinder waren zu früh zur Welt gekommen, was einer bedenklich hohen Quote von 9,7 Prozent entspricht.

Den Forschern fiel auf, dass viele dieser Neugeborenen an sogenannten intrauterinen Wachstumsstörungen leiden. Sie waren zu klein und teilweise unterentwickelt. Diesen Umstand kann man direkt auf den Magenbypass der Mütter zurückführen. Bei dieser OP wird nicht nur der Magen erheblich verkleinert, sondern auch ein Stück vom Darm entfernt. Diese beiden Schritte führen dazu, dass Stoffwechselweniger Nährstoffe in den Organismus aufgenommen werden. Gerade die Darmwände können weniger gute Absorptionsarbeit leisten und dadurch kann es auch zu einer Unterversorgung des Ungeborenen kommen.

In der Studie zeigten viele Mütter allerdings auch weitere Risikofaktoren für Frühgeburten. Sie hatten beispielsweise noch immer Adipositas, waren Diabetikerinnen, rauchten oder hatten einen geringen Bildungsstand. Die Forscher bildeten daher zwei Gruppen. In einer Untergruppe waren nur jene Frauen, die keine weiteren Risikofaktoren haben. Ihr Risiko für eine Frühgeburt war dennoch um 6,1 Prozent erhöht, was deutlich zeigt, dass der Magenbypass an sich ein Problem darstellen kann.

Kostenübernahme und Beratung

Die Kosten für ein Magenband müssen in den meisten Fällen von den Patienten selbst getragen werden und nur nach Einzelfallentscheidung kann eine Krankenkasse die finanziellen Belastungen übernehmen. Hinsichtlich des durch ein Magenband verlorenen Gewichts, kann man im ersten Jahr bis zu 50 kg abnehmen und im zweiten bis zu 40 kg.

Anhand dieser hohen Summen lässt sich unschwer erkennen, dass ein Magenbypass wirklich nur dann angebracht ist, wenn man ein Gewicht von 130 kg aufwärts aufweisen kann, wobei auch hier die Größe einen wichtigen Faktor darstellt.

Nähere Informationen über das Thema sollte man sich in einem ausführlichen Gespräch bei seinem Arzt einholen.

Weiteres zur Übernahme der Kosten

Bei extremen Übergewicht bezahlen Krankenkassen eine Magenoperation nur im Notfall

Menschen, die unter einer Adipositas, das ist die Fettleibigkeit, leiden, können nicht automatisch damit rechnen, dass die Krankenkassen die Kosten für eine Operation einer Magenverkleinerung auch übernehmen.

Zuerst müsse der betroffene Patient erst versuchen alle möglichen Methoden für eine Gewichtsreduzierung auszuprobieren. Dazu gehört aber auch ein gewisses Maß an Selbstdisziplin und die Patienten können nicht die möglichen konservativen Therapien einfach nur abhaken, um sich dann einer Operation zu unterziehen.

So gab das Gericht einer Krankenkasse Recht, die die Kosten für eine Operation bei einer 40-jährigen Frau nicht übernehmen wollte, denn es lag auch aus medizinischer Sicht keine Notwendigkeit vor.

Kosten für Operation einer Magenverkleinerung müssen Krankenkassen in bestimmten Fällen bezahlen

Oftmals hilft bei einer Fettleibigkeit (Adipositas) nur noch eine Operation, wobei dann der Magen verkleinert wird. Normalerweise muss der betroffene Patient eine solche Operation selber bezahlen, doch in Ausnahmefällen müssen auch die gesetzlichen Krankenkassen diese Kosten übernehmen, wie das Landessozialgericht (LSG) in Rheinland-Pfalz urteilte. Diese Ausnahmen gelten beispielsweise wenn alle konservativen Maßnahmen wie Diäten und Bewegungstherapie nicht mehr helfen. Bei einem Fall litt eine Frau unter einer Adipositas, wobei die 165, Meter große Frau 173 Kilogramm auf die Waage brachte, woraus sich ein Body-Mass-Index (BMI) von 63,5 ergab. Nachdem also mehrere Versuche, so auch eine Kombination zwischen Sport und Diäten, gescheitert waren, haben Ärzte zu der Operation geraten.

Auch der Medizinische Dienst der Krankenkassen (MDK) hatte dieser Operation zugestimmt. Normalerweise übernehmen die gesetzlichen Krankenkassen nicht die Kosten für eine Operation an voll funktionsfähigen Organen. So ging also nach der Operation der Streit wegen der Kostenübernahme los, so dass der Fall vor das Landessozialgericht kam, doch wird letzten Endes noch das Bundessozialgericht darüber entscheiden müssen, denn die Kasse hat gegen das Urteil Revision eingelegt. Übrigens für die Berechnung des BMI wird das Gewicht in Kilogramm durch das Quadrat der Körpergröße dividiert. Bei einer Körpergröße von 1,60 Metern und einem Gewicht von 60 Kilogramm ergibt sich somit ein BMI von 23,4, was dem Normalgewicht entspricht.

Bis zu einem Wert von 30 handelt es sich um Übergewicht, danach beginnt die Fettleibigkeit. Aber der "ideale" BMI (Normalgewicht) kann auch mit dem Alter etwas höher liegen.

Wer zahlt Magen-OP bei Übergewicht?

Wenn jemand alles versucht hat um abzunehmen, dennoch über ein Körpergewicht verfügt, das als gesundheitsbedenklich gilt, muss die Krankenkasse für die Verkleinerung einer Magenoperation aufkommen.

Auch wenn Operationen an gesunden Organen in der Regel nicht von der Kasse übernommen werden müssen, liegt nach Ansicht des Landessozialgericht Rheinland-Pfalz hier ein Ausnahmefall vor, der durch die Kassen finanziert werden müsse.

Voraussetzung sei allerdings, dass der Betroffene ernsthaft andere Möglichkeiten wie Diät-, Bewegungsprogramme und psychologische Maßnahmen ausprobiert habe und zudem eine Gefahr für die Gesundheit bestehe.

Grundinformationen zur Magenverkleinerung

  • Voraussetzungen, Ablauf, Nachsorge und Risiken einer Magenverkleinerung

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Quellenangaben

  • Bildnachweis: magenschleimhaut © Sebastian Kaulitzki - www.fotolia.de
  • Bildnachweis: Magen Bypass, Roux-en-Y, Beschreibung deutsch © bilderzwerg - www.fotolia.de
  • Bildnachweis: stomach © Agnieszka Steinhagen - www.fotolia.de
  • Bildnachweis: Doctor explaining diagnosis to her female patient © javiindy - www.fotolia.de
  • Bildnachweis: Ernährungsberatung im Internet © Spectral-Design - www.fotolia.de
  • Bildnachweis: menschlicher magen © Sebastian Kaulitzki - www.fotolia.de
  • Bildnachweis: schmerzender magen © Sebastian Kaulitzki - www.fotolia.de
  • Bildnachweis: querschnitt - magen © Sebastian Kaulitzki - www.fotolia.de

Autor:

Paradisi-Redaktion - Artikel vom (zuletzt überarbeitet am )

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