Voraussetzungen, Formen, Ablauf, Nachsorge und Risiken einer Magenverkleinerung

Grafik Magenschleimhaut, rötlich

Was Sie über eine Magenverkleinerung wissen müssen und wie Sie sich danach richtig ernähren, erfahren Sie hier

Magenverkleinerungsoperationen werden bei extrem übergewichtigen Patienten durchgeführt. Ärzte nennen diesen Eingriff Gastroplastik. Dabei kommen verschiedene Methoden zur Anwendung. Abnehmen durch eine Operation hört sich einfach an. Die Magenverkleinerung birgt jedoch auch Risiken. Die richtige Ernährung nach dem Eingriff ist von entscheidender Bedeutung.

Einsatzgebiet der Magenverkleinerung

Eine Magenverkleinerung wird zwar weitläufig als Schönheitsoperation betrachtet, hat aber durchaus wichtige medizinische Gründe. Aufgrund von krankhafter Fettleibigkeit kann es zu zahlreichen Folgekrankheiten kommen, wie:

Mit Hilfe einer Magenverkleinerung lässt sich das Übergewicht um durchschnittlich fünfzig Prozent reduzieren, was bei den Betroffenen zu einer deutlich höheren Lebenserwartung führt.

Durch eine operative Magenverkleinerung, bei der die Ärzte einen kleinen Vormagen bilden, der nur wenig Nahrung aufnehmen kann, können die Patienten massiv an Gewicht verlieren. Mit Hilfe einer Magenverkleinerung lässt sich das Übergewicht um durchschnittlich fünfzig Prozent reduzieren, was bei den Betroffenen zu einer deutlich höheren Lebenserwartung führt.

Dieser Eingriff ist jedoch nicht ohne Risiken und sollte daher gut überlegt sein.

Positives zur Magenverkleinerung

Magenverkleinerung bei Frauen verhilft zu gesünderen Kindern

Die Gefahr für übergewichtige Kinder kann von Frauen mit Adipositas dadurch reduziert werden, in dem sie selbst eine Magenverkleinerung vornehmen lassen.

Hierzu wurden nun die Ergebnisse einer amerikanischen Studie veröffentlicht, die sich mit dieser Thematik befasste und belegen konnte, dass durch die Magenverkleinerung 33% der nach dieser Operation zur Welt kommenden Kinder weniger an einer Fettleibigkeit litten. Die Frauen selbst hatten bei der Geburt weniger Komplikationen, sowie die Neugeborenen einen niedrigeren Cholesterinspiegel und auch ein weniger hohes Geburtsgewicht.

An dieser Studie nahmen insgesamt 49 übergewichtige Frauen teil, die zusammen 111 Kinder hatten.

Magenbypass vor der Schwangerschaft senkt bei fettleibigen Frauen das Risiko für Komplikationen

Unter dem Begriff der bariatrischen Chirurgie werden Operationsmethoden wie das Einsetzen eines Magenbandes oder das Durchführen eines Magenbypasses zusammengefasst.

Wissenschaftler der Amerikanischen "Johns Hopkins University School of Medicine" haben in einer Studie festgestellt, dass eine solche Operation bei stark fettleibigen Frauen Schwangerschaftskomplikationen verringern kann.

Frauen mit einem BMI über 30 bringen ihre Kinder häufiger per Kaiserschnitt auf die Welt und haben ein erhöhtes Risiko, eine Gestose zu bekommen. Auch Komplikationen während der Geburt und kurz davor beziehungsweise danach kommen öfter vor.

Laut Angaben der Forscherin Wendy Bennett wurden 585 Frauen bariatrisch operiert, davon 316 Betroffene durchschnittlich 2 Jahre vor der Schwangerschaft, der Rest nach der Geburt. Frauen, die sich einen Magenbypass oder ein Magenband einsetzen ließen, bevor sie schwanger wurden, hatten ein deutlich gesenktes Risiko für Bluthochdruck oder eine Eklampsie.

Bei Adipositas kann eine Magen-OP vor dem Herztod schützen

Man spricht dann von Adipositas, wenn ein Mensch krankhaft übergewichtig ist. Sobald man nicht nur ein paar Kilos zu viel hat, sondern Fettleibig ist, muss gehandelt werden. Nicht nur der Rücken und alle Gelenke leiden unter der Dauerbelastung, sondern auch Kreislauf und Herz. Tatsächlich führt Adipositas in vielen Fällen zur Herzschwäche und auch zum frühzeitigen Herztod. In einer Studie ermittelte man nun genau, inwiefern sich das Risiko auf den Herztod durch eine Magenverkleinerung verringert. Das Ergebnis ist eine klare Empfehlung zur Magen-OP bei Adipositas.

Die Forscher errechneten nämlich, dass sich das Risiko auf einen Herzstillstand innerhalb der nächsten 15 Jahre nach der OP um ganze 50 Prozent verringert. Auch die allgemeine Gefahr auf alle Schäden am Herzen sinkt um 30 Prozent. Die Zahlen basieren auf der Untersuchung von 2.100 adipösen Patienten, die sich einer Magen-Op unterzogen und 2.037 Adipösen, die an sich keine Operation durchführen lassen wollten.

Wer auf dem OP-Tisch war, der verlor recht schnell Gewicht. Im Schnitt waren es 18 Prozent ihres vorherigen Gewichts. Bei den Studienteilnehmern, die sich nicht unter das Messer gelegt hatten, schwand das Gewicht nur um gut ein Prozent. Nach 15 Jahren erlagen 28 Patienten mit Magen-OP einem Herzstillstand, in der Kontrollgruppe waren es 49 Menschen.

Ein Magen-Bypass wirkt sich positiv auf die Darmflora aus

Wer sich aus gesundheitlichen Gründen einen Magen-Bypass legen lässt, verändert sein Leben nach der Operation deutlich. Durch den verkleinerten Platz im Magen passt man automatisch die Ernährung an und verliert so an Gewicht. Doch ein Magen-Bypass hat noch einen weiteren positiven Effekt, wie eine aktuelle Studie zeigt. Demnach verändert sich bei adipösen Menschen mit Diabetes des Typ 2 die komplette Darmflora, nachdem sie einen Magen-Bypass bekommen haben. Dies ist positiv für den Patienten, da die neuen Bakterien im Darm den Stoffwechsel zugunsten der Gesundheit anregen.

Deutsche Forscher untersuchten fettleibige Diabetiker vor der Operation und stellten dabei ein klassisches Besiedlungsmuster in ihrem Darmtrakt vor. Die Darmflora der Probanden bestand aus Bakterien, die ihre Krankheit nur noch weiter verschlimmerten. Dieses Muster nennt man Bacteroides. Es fördert vor allen Dingen die Aufnahme von Kohlenhydraten und steigert so die Fettleibigkeit. Nach der OP jedoch veränderte sich die Flora allmählich hin zu den Muster Prevotella und Ruminococcus. Diese trifft man vor allen Dingen bei schlanken Menschen an, denn hier wird ein Überangebot an Zucker einfach wieder ausgeschieden und nicht im Körper als Fett gespeichert.

Diese positive Erkenntnis hat jedoch auch einen Minuspunkt. Die Forscher vermuten, dass die veränderte Darmflora die Patienten anfälliger für Infektionen macht, die sie zuvor nicht kannten, da ihre alte Flora dafür nicht empfänglich war. Wie schlimm dieses Risiko ist, entscheidet sich jedoch von Fall zu Fall.

Studie zu Magenverkleinerung - Auswirkungen auf Zyklus und Sexlust

Frauen mit Übergewicht haben oft auch Probleme, schwanger zu werden. Um festzustellen, ob eine Magenverkleinerung Auswirkungen auf den Zyklus hat, wurden in einer US-Studie adipöse Frauen untersucht.

In einer zweijährigen Studie wurden regelmäßige Messungen an 29 Probandinnen durchgeführt, die zwischen 30 und 38 Jahre alt waren. Am Anfang der Studie lag die Ovulationsrate bei 90 Prozent. Die Zyklusdauer verkürzte sich innerhalb eines halben Jahres signifikant, was allerdings nach einem Jahr keine Rolle mehr spielte. Die Knochendichte veränderte sich im untersuchten Zeitraum nicht.

Im Endergebnis stellten die Forscher fest, dass die Magenverkleinerung keinen Einfluss auf Häufigkeit und Qualität des Eisprungs hatte. Allerdings gab es kürzere follikuläre Phasen und die Lust auf Sex vergrößerte sich. Im Studienverlauf kam es bei fünf Frauen zu Schwangerschaften.

Voraussetzungen für eine Magenverkleinerung

Bevor ein operativer Eingriff wie eine Magenverkleinerung durch Magenband durchgeführt wird, müssen erst sämtliche alternative Maßnahmen ausgeschöpft sein. Helfen

nicht bei einer zwingend notwendigen Gewichtsreduktion, so kann in einigen Fällen nur ein chirurgischer Eingriff helfen.

Dieser Eingriff wird ausschließlich bei stark adipösen Patienten durchgeführt, die ohne eine Gewichtsreduktion keine lange Lebenserwartung mehr hätten. Die Magenverkleinerung ist somit häufig die letzte Chance auf eine Gewichtsreduktion.

Für einen operativen Eingriff bei Fettleibigkeit ist es erforderlich, verschiedene Voraussetzungen zu erfüllen. So sollte der Body-Mass-Index mindestens 35 betragen. Darüber hinaus dürfen keine psychischen Erkrankungen wie Depressionen oder Psychosen bestehen.

Vorgespräch

Ärztin im Gespräch mit Patientin
Ärztin im Gespräch mit Patientin

Vor der Durchführung einer Magenverkleinerung führt der behandelnde Arzt ein ausführliches Gespräch mit dem Patienten über den bevorstehenden Eingriff und informiert ihn über das Operationsverfahren und mögliche Komplikationen.

Außerdem ist eine intensive Ernährungsberatung nötig, da nach der Magenverkleinerung das Essverhalten stark umgestellt werden muss.

Unmittelbar vor dem Eingriff sollte der Patient nüchtern sein. Das bedeutet, dass mindestens sechs Stunden vor der Operation keine feste Nahrung mehr aufgenommen werden darf.

Verfahrensmöglichkeiten einer Magenverkleinerung

Magen mit Dünn- und Dickdarm

In den letzten Jahren hat die Adipositaschirurgie zunehmend an Bedeutung gewonnen. Unter diesem Begriff fasst man sämtliche operativen Verfahren zusammen, die dazu dienen, krankhaftes Übergewicht (Adipositas) nachhaltig zu behandeln.

Ziel der verschiedenen Operationsmethoden ist, die Nahrungszufuhr des Patienten einzuschränken oder ein erhöhtes Sättigungsgefühl zu bewirken, was schließlich zur Reduzierung des Übergewichts führen soll. Für die Durchführung einer Magenverkleinerung, die unter Vollnarkose erfolgt, gibt es verschiedene Verfahrensmöglichkeiten:

  1. die Vertikale Gastroplastik
  2. das Magenband
  3. den Magen-Bypass
  4. den Schlauchmagen
  5. die biliopankreatische Teilung

Nicht im engeren Sinne zur Adipositaschirurgie zählt man den Magenballon, da dieser nur in besonderen Fällen oder als Vorbereitung für eine Operation zum Einsatz kommt.

Im Folgenden gehen wir etwas näher auf die unterschiedlichen Verfahren ein.

Vertikale Gastroplastik

Unter der Vertikalen Gastroplastik versteht man die Abtrennung von einem Teil des Magens. Dadurch bildet sich ein kleiner Vormagen, der als Pouch bezeichnet wird und der nur eine begrenzte Menge an Nahrung aufnehmen kann.

Der Magenteil wird mit einer speziellen Klammernahttechnik abgetrennt. Danach umfasst der Vormagen lediglich 20-30 Millimeter. Vorgenommen wird die Gastroplastik über die Bauchhöhle.

Das Magenband

Auch bei einem Magenband, das anpassbar ist, schafft der Chirurg einen kleinen Vormagen. Im Gegensatz zur Gastroplastik lässt sich die Verkleinerung des Magens wieder leicht rückgängig machen.

Eine Magenband-Operation bezeichnet man auch als vertikale Gastroplastik oder Gastric Banding. Dieser chirurgische Eingriff wird nur dann durchgeführt, wenn konservative Behandlungsmethoden oder Diäten keinen Erfolg versprechen.

Wirkungsweise

Bei dem Magenband handelt es sich um ein verstellbares Band aus Silikon, das man mit einer neutralen Kochsalzlösung füllt. Bei der Operation wird der Vormagen vom Restmagen mit einer engen Verbindung abgetrennt. Auf diese Weise kann die Nahrung nur langsam in den Hauptmagen gelangen. Da der Patient dadurch weniger Hunger verspürt, nimmt er auch weniger Essen zu sich.

Dem Magenband werden folgende Wirkungen zugeschrieben:

  • eine Reduzierung des Gewichts um durchschnittlich 16 Prozent
  • eine Reduzierung von Depressionen sowie
  • eine Verbesserung der Lebensqualität.

Zudem wird vermutet, dass durch ein Magenband auch eine Schlafapnoe reduziert werden kann.

Durchführung

Verbunden wird das Magenband durch einen Schlauch mit einem Reservoir. Mithilfe dieses Reservoirs, welches man unter die Haut des Patienten transplantiert, kann der Silikonring von außen reguliert werden. Das Einsetzen eines Magenbands geschieht unter Vollnarkose und nimmt ein bis zwei Stunden in Anspruch.

In den meisten Fällen führt man eine Laparoskopie, die man auch Schlüssellochoperation nennt, durch. Gerade bei übergewichtigen Menschen ist diese Methode sinnvoll, da Bauchschnitte bei ihnen große Wunden verursachen.

Mögliche Komplikationen

Im Unterschied zu anderen Methoden der Adipositaschirurgie besteht bei einer Magenbandoperation ein geringeres Komplikationsrisiko, da nur kleine Schnitte vorgenommen werden. Mitunter kann es zu

kommen.

Nach der OP: Auf einige Nahrungsmittel muss verzichtet werden

Nach der Operation müssen die Patienten ihre Ernährungsweise umstellen und auf bestimmte Lebensmittel wie

verzichten.

Eine Magenband-Operation bringt häufig bei einer Adipositas nicht den gewünschten Erfolg

Nach zahlreichen Einsätzen die Enttäuschung - Magenband bringt nicht den gewünschten Erfolg

Ärzte im Operationssaal bei Operation
OP 3 © Carsten Kattau - www.fotolia.de

Bei vielen Menschen, die an einer Adipositas, das heißt Fettleibigkeit, leiden wurde als letztes Mittel für eine Gewichtsreduzierung die sogenannte Magenband-Operation durchgeführt.

So gehört in Europa die Saint Pierre Universitätsklinik in Brüssel zu den führenden Kliniken. Hier wurde im Jahr 1992 das erste verstellbare Magenband implantiert. Doch leider ist der ganz große Erfolg einer solchen Operation ausgeblieben, denn langfristig kam es immer häufiger zu Komplikationen.

Probleme bei Magenband-Operationen

Man hatte in dem Zeitraum zwischen 1994 und 1997 bei 82 Patienten diese Operation durchgeführt, doch traten in den Folgejahren bei 29 Fällen leichtere und bei 32 schwerere Komplikationen auf, so dass man dann das Magenband wieder herausoperieren musste.

Heute besitzen von den 82 ehemaligen Patienten nur 36 das Magenband. Aber auch der große Gewichtsverlust, den man eigentlich erwartet hatte, stellte sich weniger ein. Zwar verringerte sich der BMI (Body-Maß-Index) von 41,6 auf ein Mittelmaß von 33,8 und die Patienten verloren auch 40 Prozent der überschüssigen Pfunde und sind zufrieden, aber so wurden andere Krankheiten dadurch nicht verringert, beziehungsweise stiegen noch an.

So litten vor der Operation 20 Patienten an Bluthochdruck, danach waren es 23 und auch die Zahl der Diabetiker beim Typ-2 verdoppelte sich. Auch leiden heute mehr an einer Schlafapnoe (Atemstillstand während des Schlafs), waren es früher nur zwei, so sind es heute sechs Patienten, die deshalb behandelt werden müssen.

Der Magenbypass als Alternative zum Magenband?

Eine Ursache dieser auftretenden Komplikationen könnte natürlich auch das zunehmende Alter sein. Deshalb haben sich Jacques Himpens und seine Mitarbeiter, die die European School of Laparoscopic Surgery gegründet haben, entschieden das Magenband nicht mehr einzusetzen.

Stattdessen beschlossen sie, den Patienten künftig einen Magenbypass zu legen, den man als Roux-en-Y-Magenbypass bezeichnet. Aber dieser Eingriff ist das letzte Mittel der Wahl, wenn alle anderen konservative Methoden zur Gewichtsreduktion nicht geholfen haben.

Der Erfolg ist nicht von Dauer - Diabetes tritt bei vielen nach einer Magen-OP erneut auf

Die Freude ist nur von kurzer Dauer. Viele Diabetiker, die sich für eine Magen-OP entscheiden, um ihre Zuckerwerte im Blut wieder auf ein gesundes Maß zu regulieren, leiden bereits kurze Zeit nach dem Eingriff wieder an Diabetes.

Viele Studien hatten gezeigt, dass man durch Eingriffe am Magen-Darmtrakt dafür sorgen kann, dass Menschen von Diabetes mellitus weitgehend befreit werden. Die Einnahme von Medikamenten oder das Spritzen von Insulin konnte bei vielen Patienten über Jahre hinweg komplett eingestellt werden. Aktuelle Auswertungen bremsen diese Freude jedoch wieder. Demnach kehren bei 25 Prozent der operierten Patienten die Probleme mit dem Blutzuckerspiegel recht schnell zurück.

Dabei konnten die Forscher auch einen Zusammenhang zwischen der Dauer der Diabetes und der Rückfallquote ermitteln. Dabei kam heraus, dass ein Wiederauftreten der Zuckerkrankheit umso wahrscheinlicher ist, je länger sie bereits vor dem chirurgischen Eingriff bestanden hat. Wer sich also relativ früh nach der Diagnose für eine Magen-OP entscheidet, hat die besten Karten.

Natürlich bergen Operationen aber ihre ganz eigenen Risiken, weshalb sie als neue Methode gegen Diabetes nicht für jeden geeignet sind. Verletzungen der Organe oder auch Verwachsungen stellen neben den bekannten Risiken für Infektionen eine nicht zu unterschätzende Gefahr dar.

Der Magen-Bypass

Eine weitere Methode ist ein Magen-Bypass. Der Bypass entstammt der englischen Sprache und bedeutet übersetzt "Umleitung". Solch eine Umleitung wird unter Vollnarkose durchgeführt und benötigt einen Operationszeitraum von ein bis zwei Stunden.

In der Medizin wird der Magenbypass auch als Roux-en-Y-Magenbypass bezeichnet. Ziel der Methode ist es, durch die Veränderung des natürlichen Nahrungsweges eine Gewichtsabnahme zu erzielen.

Durchführung

Es handelt sich um einen minimal-invasiven Eingriff, der mit einem Laparoskop durchgeführt wird. Auch hier wird ein kleiner Vormagen von ca. zwanzig bis vierzig Millimetern Volumen geformt.

Bei diesem Eingriff kappt der Chirurg fast den ganzen Magen vom restlichen Verdauungssystem ab. Lediglich ein kleiner Rest bleibt übrig. Dadurch bewirkt man, dass der Patient nur noch kleine Portionen an fester Nahrung zu sich nehmen kann.

Ferner überbrückt der Operateur auch einen Teil des Dünndarms. Da dies zu einer deutlichen Verkürzung des Darmbereichs führt, der Nährstoffe aus der Nahrung gewinnt, scheidet der Körper rund 40 Prozent an verzehrtem Fett wieder unverdaut aus.

Bei einer Operation im Rahmen einer Laparoskopie entstehen nur kleine Narben, da die benötigten Instrumente nur über kleine Schnitte eingeführt werden. Am Laparoskop befindet sich eine Kamera, so dass der operierende Arzt über einen Bildschirm immer genau erkennen kann, wo sich das Gerät im Bauchraum befindet. Um eine bessere Sicht zu haben, kann ein spezielles Gas den Bauch wölben und so den Eingriff erleichtern.

Wirksamkeit

Schon vier Wochen nach der Operation darf der Patient wieder feste Nahrung zu sich nehmen. In den meisten Fällen verlieren die operierten Personen durchschnittlich 60 Prozent ihres Gewichts.

Einige Patienten erreichen sogar ein normales Gewicht. Darüber hinaus lässt sich durch eine Magenbypass-Operation auch eine bestehende Zuckerkrankheit (Diabetes mellitus) heilen oder zumindest bessern.

Nachteile

Die Methode hat jedoch auch Nachteile. So ist der operative Eingriff sehr aufwendig, da er viele Schnitte erfordert. Da es durch den Bypass zu einer Unterversorgung an Nährstoffen kommt, sind die Patienten gezwungen, Nahrungsergänzungsmittel, die Vitamine, Spurenelemente und Mineralstoffe enthalten, einzunehmen. Ohne die Nahrungsergänzung besteht die Gefahr von Spätfolgen wie Anämie (Blutarmut) und Osteoporose (Knochenschwund).

Auch eine Umstellung der Ernährungsweise ist erforderlich. So müssen die Patienten auf langfaseriges Fleisch und zuckerhaltige Speisen verzichten. Zudem darf vor dem Essen nichts getrunken werden, denn sonst füllt sich der Magen zu schnell.

Magenbypass (Roux-en-Y-Magenbypass)
Positives zum Magenbypass

Nach Magen-Bypass ernährt man sich gesünder

Torsten Olbers vom Imperial College in London hat in der aktuellen Ausgabe der Fachzeitschrift "American Journal of Pysiology - Regulatory, Integrative and Comparative Physiology" eine Studie veröffentlicht, die sich mit dem Magen-Bypass befasst. Der Magen-Bypass verkleinert den Magen drastisch und schließt ihn an einem tieferen Punkt des Dünndarms an, so dass der Körper aus dem Dünndarm weniger Nährstoffe ziehen kann.

Olbers hat 16 Patienten, denen entweder eine Magen-Bypass gelegt wurde oder deren Magen lediglich verkleinert wurde, sechs Jahre lang beobachtet. Es zeigte sich, dass die Patienten mit Magen-Bypass deutlich gesünder lebten und auf kalorienreiche Nahrung verzichteten, während dieser Effekt bei den Patienten mit bloßer Magenverkleinerung weniger ausgeprägt war. Eine frühere Studie mit Ratten zeigte die gleichen Ergebnisse. Auch hier verzichteten die Ratten mit Magen-Bypass eher auf fettige Kost.

Nach Magen-Bypass einer Person wird die ganze Familie dünner

Der Magen-Bypass einer Person kann dazu führen, dass die ganze Familie ihre Gewohnheiten überdenkt und abnimmt

Magen-Bypass-Operation, Patient liegt auf OP-Tisch, Chirurgen halten OP-Besteck
Gastric bypass surgery © Herjua - www.fotolia.de

Der US-Chirurg Dr. Gavitt A. Woodward hat sich auf Magen-Bypässe für Patienten mit Adipositas spezialisiert. Er arbeitet an der Stanford University in Palo Alto. In der aktuellen Ausgabe der Fachzeitschrift "Archives of Surgery" berichtet er von einer Studie, die beweist, dass Adipositas ein Familienproblem ist und dass auch die ganze Familie dünner wird, wenn einer Person durch einen Magen-Bypass geholfen wurde.

Auch Partner nehmen ab, BMI der Kinder steigt langsamer als erwartet

Er beobachtete 35 Familien mit insgesamt 85 Personen. Jeweils einem erwachsenen Familienmitglied wurde ein Magen-Bypass gelegt. Die Patienten hatten vor der Operation ein Gewicht von durchschnittlich 135 Kilogramm.

60 Prozent der Partner waren ebenfalls adipös und wogen im Schnitt 100 kg. Außerdem waren 70 Prozent der Kinder adipös.

Ein Jahr nach der OP hatte der Operierte im Schnitt 45 kg abgenommen, der Partner 10 kg und der BMI der Kinder war langsamer gestiegen als erwartet. Statt 27 erreichte er nur einen Wert von 26,3.

Operierte und Familie verändern ihren Lebensstil

Die Operierten sahen statt 3,5 Stunden pro Tag nur noch 2,5 h fern und tranken kaum mehr Alkohol, bewegten sich dafür aber mehr. Die Kinder sahen statt 2,8 h nur noch 2,4 h fern und waren statt 25 h nur noch 1,9 h vor dem Computerbildschirm. Sie bewegten sich außerdem mehr, so dass ihr Kalorienbedarf um 73 Prozent zunahm.

Woodward konnte nachweisen, dass von einer Magen-Bypass-Operation einer Person die ganze Familie profitieren kann.

Magenbypass mit Langzeiterfolg: Patienten profitieren von Entfernung der Fettschürzen

Bauch eines übergewichtigen Mannes, er drückt Bauchspeck vorne zusammen
Man holding his big fat belly isolated on white background © dundanim - www.fotolia.de

Allein in Deutschland lassen sich circa 2.000 Menschen jedes Jahr einen Magenbypass legen. Sie wollen so ihr starkes Übergewicht loswerden und damit nachhaltig der Gesundheit etwas Gutes tun. Dennoch ist auch ein solcher Bypass keine Garantie für Langzeiterfolg. Es gibt immer wieder Patienten, die zwar zunächst gut an Gewicht verlieren, dann mit den Jahren jedoch wieder stark zulegen. Auf lange Sicht versagt die OP daher bei ihnen.

Warum ein Magenbypass alleine nicht ausreicht

Ein Grund dafür ist laut Psychologen die Entstehung von Fettschürzen. Nach dem Magenbypass verlieren die meisten in kurzer Zeit sehr viele Kilos und es kommt zu Bildung von Fettschürzen. Diese sind ästhetisch sehr störend, doch es gibt nur wenige Ausnahmen, in denen die Krankenkassen die Entfernung übernehmen. Die meisten Patienten müssten die Kosten selbst tragen und wer das finanziell nicht kann, der muss damit leben. Das frustriert die Betroffenen natürlich sehr.

Bestätigung durch Studie

Eine aktuelle Studie hat ergeben, dass der Langzeiterfolg eines Magenbypasses tatsächlich dann am größten ist, wenn bei den Betroffenen direkt eine zweite OP zur Entfernung der Fettschürzen angeboten wird. In der Studie hatte man 100 Patienten, die in zwei Gruppen aufgeteilt wurden. Die Hälfte bekam nur den Bypass, der anderen Hälfte wurden später auch die Fettschürzen entfernt. Im Schnitt verlor jeder Patient durch die erste OP 45,2 Kilos und das in zwei Jahren. Wer nun nicht mit den Fettschürzen leben musste, nahm in den kommenden Jahren pro Jahr 0,51 Kilo wieder zu. In der Kontrollgruppe kam man dagegen direkt auf 1,78 Kilo.

Der Unterschied wird besonders deutlich, wenn man die erneute Gewichtszunahme nach sieben Jahren gegenüberstellt: Die Patienten mit Fettschürzen hatten im Schnitt wieder 22,9 Kilogramm mehr auf die Waage gebracht, bei denen mit Entfernung der Fettschürzen waren es gerade einmal 6,2 Kilogramm.

Magenbypass allein macht nicht schlank - Bakterien helfen mit

Wer sich einen sogenannten Roux-en-Y-Magenbypass legen lässt, der versucht damit das eigene Körpergewicht zu reduzieren. In vielen Fällen sind die Ärzte mit dieser Methode auch sehr erfolgreich.

Der Magen wird effektiv verkleinert und dadurch ist der Betroffene bei einer Mahlzeit schneller gesättigt. Zudem wird die Strecke der Resorption verkleinert, was bedeutet, dass weniger Stoffe aus dem Nahrungsbrei gezogen und im Körper gespeichert werden. Bisher dachte man, dass es diese beiden Faktoren sind, die den Patienten nach den Bypass erfolgreich abnehmen lassen. Nun zeigte eine Studie jedoch, dass diese beiden Dinge zwar wirken, jedoch ein weiterer Helfer beim Abnehmen am Werk ist.

Man stellte im Tierexperiment die OPs nach und untersuchte genau, weshalb die Tiere danach ihr Übergewicht verloren. Dafür nahm man eine zweite Gruppe Versuchstiere, die zwar auch an Übergewicht litten, jedoch keinen Magenbypass bekamen. Man entnahm etwas aus der Darmflora der ersten Gruppe und übertrug sie auf die anderen Tiere. Das Resultat war erstaunlich: auch ohne Magenbypass und ohne Futterumstellung konnte die Tiere der zweiten Gruppe nun ebenfalls an Gewicht verlieren.

Daraus schlussfolgern die Wissenschaftler, dass der Bypass in der ersten Gruppe zu einer bedeutenden Veränderung ihrer Darmflora geführt hatte. Übertrug man diese nun, konnten die kleinen Bakterien auch in der zweiten Gruppe ihr Werk tun. Eine Operation mit Bypass-Legung wurde dadurch überflüssig.

Im Schnitt dauerte es nur zwei Wochen, bis die Tiere ebenfalls so viel Gewicht verloren hatten. Bislang bleibt allerdings offen, ob man diese Ergebnisse ohne weiteres auf den Menschen übertragen kann. Man weiß ebenfalls noch nicht, wie genau die Bakterien das Abnehmen bewirken.

Übergewicht und Diabetes: Operationen sind Medikamenten gegen zu hohen Blutzucker überlegen

Grafik Magen mit Dünn- und Dickdarm
stomach © Agnieszka Steinhagen - www.fotolia.de

Diabetes des Typ 2 und Übergewicht gehen oft Hand in Hand und daher kann eine Reduktion des Körpergewichts auch die Werte des Blutzuckers wieder bessern. Viele Patienten sind aber bereits so adipös, dass nur noch eine Operation sinnvoll ist. Zwei dabei häufig zum Einsatz kommende Methoden: der Roux-en-Y-Magenbypass und die Sleeve-Gastrektomie.

Der Magenbypass verkürzt den Verdauungsweg, ist dabei aber reversibel. Die Sleeve-Gastrektomie kann nicht rückgängig gemacht werden, da ein Teil des Magens entfernt wird. Dennoch ist diese Methode beliebter, da der Verdauungstrakt unangetastet bleibt. In einer aktuellen Studie zeigte sich, dass beide operativen Methoden gegen Übergewicht den Blutzuckerspiegel der Patienten sehr positiv beeinflussen. Die Eingriffe waren sogar der Vergabe von Medikamenten gegenüber überlegen.

Vorgehen und Ergebnisse der Studie

Insgesamt hatte man mit 150 Freiwilligen gearbeitet, von denen nach drei Studienjahren noch 137 für die Auswertung zur Verfügung standen. Alle nahmen Antidiabetika. Ein Drittel bekam zusätzlich den Roux-en-Y-Magenbypass und ein weiteres Drittel unterzog sich der Sleeve-Gastrektomie. Die Ergebnisse nach zwei Jahren waren sehr zufriedenstellend.

Durch den Bypass erzielten 21 von 50 Probanden eine Senkung des HbA1c-Werts auf unter sechs Prozent. Bei der Gruppe der Sleeve-Gastrektomie waren es 18 von 49 Personen. Einige kamen dank der Operation nun sogar völlig ohne Medikamente aus. Dies waren 38 von 50 Menschen mit Bypass und 25 von 49 Patienten mit der Magenverkleinerung.

Durch Operation konnte Diabetes Typ 2 in einigen Fällen komplett geheilt werden

In all diesen Fällen kann man sagen, dass die Diabetes des Typ 2 dadurch komplett geheilt war. In der dritten Gruppe, in der man allein auf Medikamente gesetzt hatte, erreichten dieses Ziel nur fünf von 41 Patienten.

Und auch nach inzwischen drei Jahren liegt die Bypass-Gruppe bei einem durchschnittlichen HbA1c-Werte von 6,7 Prozent und die Magenverkleinerungsgruppe bei sieben Prozent. Die Medikamenten-Gruppe dagegen ist auf 9,3 Prozent angestiegen, was eine schlechte Einstellung des Blutzuckers ist.

Ein Magenbypass gegen Diabetes: Die Methode ist sehr wirksam, jedoch auch sehr riskant

Immer mehr Menschen mit Diabetes des Typ 2 entscheiden sich für den Magenbypass. Der Mediziner spricht von einem Roux-en-Y-Magenbypass und dieser wird unter Vollnarkose in einer OP gelegt. Gerade Menschen, die aufgrund von starkem Übergewicht zuckerkrank sind, sollten davon profitieren.

Zwar sind die Erfolge wirklich deutlich messbar, allerdings kommt es nach der OP auch immer wieder zu Komplikationen. Aus diesem Grund sind die Ärzte weltweit auch gespaltener Meinung, ob der Magenbypass wirklich empfehlenswert ist. Eine aktuelle Studie liefert nun neue Zahlen.

In den USA hatte man mit 120 Probanden gearbeitet. Alle waren seit mindestens sechs Monaten Diabetes-Patienten (besaßen einen HbA1c-Werte von mindestens acht Prozent) und litten mit einem BMI zwischen 30 und 39,9 deutlich an Fettleibigkeit. Bei 60 von ihnen wurde ein Magenbypass gelegt, die andere Hälfte erhielt eine Ernährungsberatung und ein Sportprogramm.

Die Kontrollgruppe profitierte durchaus von diesen Maßnahmen und verlor innerhalb eines Jahres immerhin 7,9 Prozent an Gewicht. Dadurch besserten sich auch die Zuckerwerte. Elf Probanden, also 19 Prozent, erreichten sogar das Therapieziel und besserten Cholesterin und Blutdruck deutlich. In der Gruppe der Operierten waren die Therapieerfolge aber deutlich höher. Hier verloren die 60 Probanden im Schnitt 26,1 Prozent an Körpermasse und ganze 28 Prozent (28 der 60 Teilnehmer) erreichten binnen des Jahres das gesteckte Therapieziel.

Dennoch war für diesen Erfolg ein hoher Preis zu zahlen. Einer der Patienten erlitt schwere Hirnschäden, nachdem es beim gelegten Magenbypass zu einer undichten Stelle gekommen war. Auch bei 24 weiteren Patienten zeigten sich Nebenwirkungen. 13 von ihnen entwickelten aufgrund der OP einen akuten Eisenmangel und bei elf weiteren entstand eine Mangelversorgung an B-Vitaminen, die nun lebenslang durch Tabletten ausgeglichen werden muss.

Der Magenballon

Als Magenballon bezeichnet man ein nicht-chirurgisches Verfahren, das zur Behandlung von fettleibigen Patienten dient. Dabei wird ein Ballon endoskopisch in den Magen eingeführt.

Wirkungsweise

Grundlage des Magenballons ist das Hervorrufen eines Sättigungsgefühls durch die Dehnung des Magens. So leiten die Dehnungsrezeptoren, die sich in der Magenwand befinden, an das Gehirn Impulse über die Füllung des Magens weiter.

Bei einem Füllungsvolumen von über 400 Millilitern kommt es zu einer verringerten Aufnahme von Nahrung, da der Patient ein Sättigungsgefühl empfindet. Außerdem trägt der Ballon dazu bei, dass der Patient grundsätzlich weniger isst.

Durchführung

Eingesetzt wird ein Magenballon mithilfe eines Endoskops. Über die Speiseröhre schiebt man ihn bis zum Magen vor und füllt ihn dann mit einer Kochsalzlösung. Ein automatisches Ventil sorgt für den Verschluss des Ballons, der frei im Magen schwimmen kann. Der Eingriff nimmt nur etwa 20–30 Minuten in Anspruch.

Nach etwa sechs Monaten ist es notwendig, den Magenballon wieder zu entfernen, da er von der Magensäure angegriffen wird. Dabei bringt man ihn einfach zum Platzen und zieht ihn über Speiseröhre und Mund aus dem Körper.

Wirksamkeit und mögliche Komplikationen

Der Magenballon gilt als relativ unkompliziertes Verfahren. So sind weder eine Operation noch eine Vollnarkose nötig.

Die Wirksamkeit der Behandlungsmethode ist jedoch individuell unterschiedlich. Während manche Patienten ihr Gewicht deutlich reduzieren können, bleibt der Ballon bei anderen dagegen erfolglos, was jedoch auch am Essverhalten liegt. So sollten Süßigkeiten und süße Getränke konsequent gemieden werden.

Nach dem Einsetzen des Magenballons kann es zu unangenehmen Nebenwirkungen kommen. Dazu gehören vor allem Bauchkrämpfe und Übelkeit.

In den meisten Fällen nehmen die Beschwerden jedoch wieder ab. Außerdem besteht die Gefahr, dass der Ballon platzt und in den Darm rutscht. In diesem Fall ist eine sofortige Entfernung erforderlich.

Der Schlauchmagen

Bei einem Schlauchmagen wird ein großer Teil des Magens herausoperiert, sodass lediglich ein schmaler Schlauch von zwei bis drei Zentimetern übrig bleibt. Da dieser Schlauch weniger Nahrung aufnimmt, kommt es zu einem rascheren Sättigungsgefühl. Darüber hinaus stellt der verkleinerte Magen weniger von dem Hungerhormon Grehlin her, wodurch der Patient auch weniger Appetit verspürt.

Wirksamkeit

Die Magenfunktion verändert sich im Unterschied zum Magenband nicht. Für den Patienten bedeutet das, dass er beinahe normal essen kann. Allerdings fallen die Portionen deutlich geringer aus.

Das Schlauchmagen-Operationsverfahren zählt zu den moderneren Techniken. Aus diesem Grund liegen bislang noch keine langfristigen Daten über die Wirksamkeit dieser Behandlungsmethode vor. Allerdings weist sie eine ähnliche Wirksamkeit wie der Magenbypass auf.

(Kontra-)Indikation

Als sinnvoll gilt eine Schlauchmagen-Operation für Fettleibige mit einem Body-Mass-Index ab 40. Bestehen zusätzliche Erkrankungen wie die Zuckerkrankheit, lässt sich der Eingriff auch bei einem Body-Mass-Index von 35 durchführen.

Nicht zu empfehlen ist eine Schlauchmagen-Operation für Menschen, deren Übergewicht durch den Genuss von süßen Getränken und Süßigkeiten verursacht wird.

Nachteile

Zu den Nachteilen eines Schlauchmagens gehört, dass er nicht wieder rückgängig gemacht werden kann. Manchmal ist nach einigen Jahren ein weiterer Eingriff erforderlich. Auf den Genuss von Süßigkeiten und süßen Getränken in größeren Mengen sollte der Patient lieber verzichten.

Biliopankreatische Teilung

In der Medizin bezeichnet man die Biliopankreatische Teilung auch als Biliopankreatische Diversion (BPD). Darunter versteht man einen massiven chirurgischen Eingriff.

Durchführung und Wirkungsweise

Die Biliopankreatische Teilung gilt als wirksamste Methode, um bei Adipositas einen deutlichen Verlust von Gewicht zu erzielen. So fällt der Eingriff noch massiver aus als bei einem Magenbypass, da man auch den restlichen Magen herausoperiert.

Bei der Biliopankreatischen Teilung verkleinert der Chirurg den Magen des Patienten so sehr, dass dieser nicht mehr imstande ist, große Nahrungsmengen zu verzehren. Darüber hinaus gelangen die Verdauungssäfte erst zu einem späten Zeitpunkt in den Dünndarm, wodurch der Körper einen Großteil der Nahrung wieder unverdaut ausscheidet.

Bei der Operation wird der Magen, ähnlich wie bei der Magenbypass- oder der Schlauchmagen-Operation, stark verkleinert. Dazu operiert der Chirurg die überschüssigen Anteile des Magens heraus. Weiterhin schließt man den Abschnitt des Darms, in den die Verdauungssäfte fließen, an einer tieferen Stelle an.

In manchen Fällen ist es erforderlich, zunächst nur eine Schlauchmagen-Operation durchzuführen. Die weiteren Eingriffe werden erst dann vorgenommen, wenn der Patient sein Gewicht reduziert hat, und das Operationsrisiko geringer ausfällt.

Die Biliopankreatische Teilung mit Duodenalswitch (BPD-DS)

Als moderne Variante der BPD gilt die Biliopankreatische Teilung mit Duodenalswitch (BPD-DS). Bei diesem Verfahren verzichtet man auf die Entfernung des Magenpförtners. Auf diese Weise lassen sich spätere Beschwerden wie

vermeiden.

Wirksamkeit

Durch die Biliopankreatische Teilung sind die Patienten imstande, bis zu 70 Prozent ihres Übergewichts abzubauen. Allerdings wird dieser schwerwiegende Eingriff in der Regel erst ab einem Body-Mass-Index von 50 durchgeführt.

Ernährungsumstellung nach dem Eingriff

Nach der Operation ist eine Umstellung der Ernährungsweise erforderlich. So müssen die Patienten auf den Genuss von

verzichten. Für den Fall, dass zusätzlich der Magenpförtner herausoperiert wurde, gilt dies auch für fette und zuckerhaltige Speisen. Während des Essen sollte man keine Getränke zu sich nehmen, da der Magen sonst rasch gefüllt wird.

Wirkung einer Magenverkleinerung

Durch die Verkleinerung wird der Magen auf etwa die Größe eines Tennisballs, oder anders ausgedrückt, auf 20 ml geschrumpft, was dazu führt, dass eben der Magen an das Gehirn die Meldung weitergibt "ich bin satt". Ein komplettes Menü zu essen ist dann nicht mehr möglich. Zudem muss man anschließend länger und besser kauen. Ein Portionsbeispiel ist etwa:

  1. ein Gulaschwürfelstück,
  2. eine kleine Kartoffel und
  3. eine kleine Portion Gemüse.

Mit einer Gastroplastik können die Patienten in relativ kurzer Zeit große Mengen an Gewicht verlieren, da sie nur noch sehr wenig Nahrung verzehren können. Halten sie sich nicht daran, so können Übelkeit und Erbrechen die Folge sein, da der kleine Magen bereits überfüllt ist und noch keine neue Nahrung aufnehmen kann.

Studien ergeben, dass die Operation wirklich dauerhaft wirkt, die gewünschte Gewichtsreduzierung also erreicht wird. Die Ärzte-Zeitschrift "JAMA" (The Journal of the American Medical Association) berichtet allerdings, dass laut einer neuen Studie das Risiko für übergewichtige Patienten höher liegt als bisher angenommen.

Das bedeutet in Zahlen, dass die früher bekannte Todesrate der 30- bis 50-Jährigen die bei 1% lag nach oben hin, konkret zu 5%, korrigiert werden muss.

Da starkes Übergewicht zu Stoffwechselproblemen und weiteren Krankheiten führt, sind die Daten jeglicher Studien allerdings kritisch zu sehen. Übergewicht selbst kann als Todesgrund bezeichnet werden, weil es den Körper so stark belastet, dass die Lebensdauer erheblich verkürzt wird.

Magen-Bypass-Operation
Magen-Bypass-Operation

Nach der OP

Nach der Operation muss der Patient langsam den verkleinerten Magen an Nahrung gewöhnen. Zwingend notwendig ist trotz der Magenbandoperation eine Ernährungsumstellung.

Bereits nach einigen Monaten haben die Patienten in der Regel massiv an Gewicht verloren. Teilweise wird das Magenband dann wieder entfernt.

Zur Regeneration sollte sich der Patient an einige Regeln halten, damit der Eingriff ein Erfolg wird. Der Patient muss bei der Nahrungsaufnahme langsam essen und die Portionen dabei gut durchkauen. Tritt das Sättigungsgefühl ein, sollte das Essen beendet werden, auch wenn nur geringe Mengen verzehrt wurden.

Des Weiteren ist auch regelmäßige körperliche Bewegung sehr wichtig.

Tipps zur Ernährungsweise nach der Magenverkleinerung

Tipps zur gesunden Ernährung nach einer Magenoperation
Tipps zur gesunden Ernährung nach einer Magenoperation

Mit der richtigen Lebensweise können die Patienten nach der Magenverkleinerung sehr viel Gewicht abnehmen. Die richtige Ernährung ist jedoch sehr wichtig für die Gesundheit und das Wohlbefinden nach einer Magenverkleinerung.

Kleine Portionen und sinnvolle Einteilung

Da der Vormagen deutlich kleiner als der normale Magen ist, können die Patienten nur noch kleine Portionen zu sich nehmen. Wird dies nicht beachtet, so droht heftiges Erbrechen, da der kleine Magen nur eine gewisse Menge an Nahrung aufnehmen kann.

Nach der Magenverkleinerung müssen die Mahlzeiten gewissenhaft über den Tag verteilt werden. Sobald der Patient ein Sättigungsgefühl bemerkt, muss er sofort aufhören zu essen. Wichtig ist auch, die Nahrung gut zu kauen, bevor sie geschluckt wird.

Trinktipps

Natürlich müssen auch Patienten nach einer Magenverkleinerung ausreichende und zuckerfreie Mengen trinken. Die Getränke sollten die Betroffenen jedoch unabhängig vom Essen zu sich nehmen. Meist wird empfohlen, eine halbe Stunde vor und auch nach dem Essen nichts zu trinken.

Empfohlene und zu vermeidende Lebensmittel

Von einer Ernährungsberaterin können die Patienten Tipps erhalten, welche Lebensmittel von nun an geeignet und welche für ihren Körper schlecht sind.

Grundsätzlich sollten immer leichtverdauliche Lebensmittel verzehrt werden. Blähende Speisen wie zum Beispiel Kohl sollten dagegen vermieden werden. Lebensmittel, die gut geeignet sind, da sie viel Eiweiß enthalten, sind zum Beispiel:

Von Schokolade, Limo, Marzipan, Marmelade und fettigen frittierten Produkten sollten die Patienten jedoch eher die Finger lassen. Auch spezielle Lebensmittel für Diabetiker, die Zusatzstoffe wie zum Beispiel Sorbit enthalten, dürfen nicht verzehrt werden.

Nährstoffmangel

Manche Patienten müssen für den Rest ihres Lebens mit Nahrungsergänzungspräparaten einem Mangel vorbeugen.

Mögliche Risiken einer Magenverkleinerung

Anatomie des Menschlichen Magens
Anatomie des Menschlichen Magens

Eine Magenverkleinerung birgt natürlich auch Risiken. Dazu zählt zum Beispiel ein Verrutschen des Silikon-Magenbandes. Auch ein Nahrungsstau ist möglich, wenn die Nahrung zu wenig gekaut oder falsche Nahrungsmittel verzehrt wurden.

Allergien

Wie bei jeder anderen Operation mit Vollnarkose auch, so können auch bei einer operativen Magenverkleinerung Komplikationen im Zusammenhang mit den verwendeten Medikamenten oder der Narkose selbst auftreten. Im schlimmsten Fall kann der Patient einen Herz- oder Kreislaufstillstand erleiden. Auch Allergien gegen Medikamente, Verbandmaterial oder Desinfektionslösungen können auftreten.

Verletzungen

Speziell bei einer Magenverkleinerung besteht auch das Risiko, dass andere benachbarte Organe während des Eingriffes lebensgefährlich verletzt werden. Die Folge dieses Eingriffes kann z.B. auch eine Entzündung des Bauchfells sein, die zwingend ärztlich behandelt werden muss.

Auch Verwachsungen im Bereich der Organe können sich entwickeln. Nach der Operation kann sich die Wunde entzünden, und es können schwere Infektionen entstehen. Auch Wundheilungsstörungen können sich entwickeln.

Weitere nötige Eingriffe

Sowohl ein Magenband, das zur Magenverkleinerung benutzt wird, als auch Klammern, die den Vormagen vom ursprünglichen Magen trennen, können verrutschen und einen weiteren Eingriff notwendig machen.

Hat der operierende Arzt das Magenband zu eng um den Magen gelegt, so kann das Organ selbst stark geschädigt werden.

Erbrechen und Schwellung der Magenschleimhaut

Kaut der Patient seine Nahrung nicht genügend und/oder nimmt zu viel Nahrung zu sich, so kann sie in der kleinen Öffnung zwischen Vormagen und dem "alten" Magen steckenbleiben oder auch zu schwerem Erbrechen führen, wenn der Vormagen überfüllt ist.

Erfolgt häufiges Erbrechen, so kann dies die Schleimhaut des Magens angreifen und diese anschwellen lassen. Der Patient kann dann nur noch sehr schlecht Nahrung zu sich nehmen.

Narben und Nahtriss

Bei der operativen Magenverkleinerung entstehen Narben. Wird ein Bauchschnitt gemacht, so ist die Narbe deutlich größer als bei einer laparoskopischen Operation, bei der der behandelnde Arzt nur kleine Schnitte setzen muss.

In den Wochen nach dem Eingriff darf der Patient nicht schwer heben oder tragen, da sonst die Nähte reißen würden. Auch dies würde eine weitere Operation notwendig machen.

Vermehrt Frühgeburten bei Schwangeren mit Magenbypass

Rückansicht von unten: Übergewichtige Frau auf weißem Hintergrund
Detail Of Overweight Woman © Monkey Business - www.fotolia.de

Immer mehr Menschen mit starkem Übergewicht entscheiden sich für einen Magenbypass. Durch die künstliche Verkleinerung des Magens verlieren sie nach der OP schnell an Gewicht und können bei einer Diät effektiver abnehmen. Mehr und mehr adipöse Frauen entscheiden sich auch im gebärfähigen Alter dafür und daher gibt es immer mehr Schwangere mit einem Magenbypass.

Schwedische Studie

Eine große Studie in Schweden hat sich nun mit den Problemen beschäftigt, die sich daraus ergeben können. Allein in diesem Land hat sich die Zahl der gelegten Magenbypässe in der jüngsten Vergangenheit verzehnfacht. In der Untersuchung berücksichtigt wurden 2.511 Babys, deren Mütter eine solche OP hinter sich hatten. Insgesamt 243 der Kinder waren zu früh zur Welt gekommen, was einer bedenklich hohen Quote von 9,7 Prozent entspricht.

Den Forschern fiel auf, dass viele dieser Neugeborenen an sogenannten intrauterinen Wachstumsstörungen leiden. Sie waren zu klein und teilweise unterentwickelt. Diesen Umstand kann man direkt auf den Magenbypass der Mütter zurückführen. Bei dieser OP wird nicht nur der Magen erheblich verkleinert, sondern auch ein Stück vom Darm entfernt. Diese beiden Schritte führen dazu, dass Stoffwechselweniger Nährstoffe in den Organismus aufgenommen werden. Gerade die Darmwände können weniger gute Absorptionsarbeit leisten und dadurch kann es auch zu einer Unterversorgung des Ungeborenen kommen.

In der Studie zeigten viele Mütter allerdings auch weitere Risikofaktoren für Frühgeburten. Sie hatten beispielsweise noch immer Adipositas, waren Diabetikerinnen, rauchten oder hatten einen geringen Bildungsstand. Die Forscher bildeten daher zwei Gruppen. In einer Untergruppe waren nur jene Frauen, die keine weiteren Risikofaktoren haben. Ihr Risiko für eine Frühgeburt war dennoch um 6,1 Prozent erhöht, was deutlich zeigt, dass der Magenbypass an sich ein Problem darstellen kann.

Kostenübernahme und Beratung

Die Kosten für eine Magenverkleinerung müssen in den meisten Fällen von den Patienten selbst getragen werden und nur nach Einzelfallentscheidung kann eine Krankenkasse die finanziellen Belastungen übernehmen. Hinsichtlich des durch ein Magenband verlorenen Gewichts, kann man im ersten Jahr bis zu 50 kg abnehmen und im zweiten bis zu 40 kg.

Anhand dieser hohen Summen lässt sich unschwer erkennen, dass ein Magenbypass wirklich nur dann angebracht ist, wenn man ein Gewicht von 130 kg aufwärts aufweisen kann, wobei auch hier die Größe einen wichtigen Faktor darstellt.

Nähere Informationen über das Thema sollte man sich in einem ausführlichen Gespräch bei seinem Arzt einholen.

Weiteres zur Übernahme der Kosten

Bei extremen Übergewicht bezahlen Krankenkassen eine Magenoperation nur im Notfall

Menschen, die unter einer Adipositas, das ist die Fettleibigkeit, leiden, können nicht automatisch damit rechnen, dass die Krankenkassen die Kosten für eine Operation einer Magenverkleinerung auch übernehmen.

Zuerst müsse der betroffene Patient erst versuchen alle möglichen Methoden für eine Gewichtsreduzierung auszuprobieren. Dazu gehört aber auch ein gewisses Maß an Selbstdisziplin und die Patienten können nicht die möglichen konservativen Therapien einfach nur abhaken, um sich dann einer Operation zu unterziehen.

So gab das Gericht einer Krankenkasse Recht, die die Kosten für eine Operation bei einer 40-jährigen Frau nicht übernehmen wollte, denn es lag auch aus medizinischer Sicht keine Notwendigkeit vor.

Kosten für Operation einer Magenverkleinerung müssen Krankenkassen in bestimmten Fällen bezahlen

Oftmals hilft bei einer Fettleibigkeit (Adipositas) nur noch eine Operation, wobei dann der Magen verkleinert wird. Normalerweise muss der betroffene Patient eine solche Operation selber bezahlen, doch in Ausnahmefällen müssen auch die gesetzlichen Krankenkassen diese Kosten übernehmen, wie das Landessozialgericht (LSG) in Rheinland-Pfalz urteilte. Diese Ausnahmen gelten beispielsweise wenn alle konservativen Maßnahmen wie Diäten und Bewegungstherapie nicht mehr helfen. Bei einem Fall litt eine Frau unter einer Adipositas, wobei die 165, Meter große Frau 173 Kilogramm auf die Waage brachte, woraus sich ein Body-Mass-Index (BMI) von 63,5 ergab. Nachdem also mehrere Versuche, so auch eine Kombination zwischen Sport und Diäten, gescheitert waren, haben Ärzte zu der Operation geraten.

Auch der Medizinische Dienst der Krankenkassen (MDK) hatte dieser Operation zugestimmt. Normalerweise übernehmen die gesetzlichen Krankenkassen nicht die Kosten für eine Operation an voll funktionsfähigen Organen. So ging also nach der Operation der Streit wegen der Kostenübernahme los, so dass der Fall vor das Landessozialgericht kam, doch wird letzten Endes noch das Bundessozialgericht darüber entscheiden müssen, denn die Kasse hat gegen das Urteil Revision eingelegt. Übrigens für die Berechnung des BMI wird das Gewicht in Kilogramm durch das Quadrat der Körpergröße dividiert. Bei einer Körpergröße von 1,60 Metern und einem Gewicht von 60 Kilogramm ergibt sich somit ein BMI von 23,4, was dem Normalgewicht entspricht.

Bis zu einem Wert von 30 handelt es sich um Übergewicht, danach beginnt die Fettleibigkeit. Aber der "ideale" BMI (Normalgewicht) kann auch mit dem Alter etwas höher liegen.

Wer zahlt Magen-OP bei Übergewicht?

Wenn jemand alles versucht hat um abzunehmen, dennoch über ein Körpergewicht verfügt, das als gesundheitsbedenklich gilt, muss die Krankenkasse für die Verkleinerung einer Magenoperation aufkommen.

Auch wenn Operationen an gesunden Organen in der Regel nicht von der Kasse übernommen werden müssen, liegt nach Ansicht des Landessozialgericht Rheinland-Pfalz hier ein Ausnahmefall vor, der durch die Kassen finanziert werden müsse.

Voraussetzung sei allerdings, dass der Betroffene ernsthaft andere Möglichkeiten wie Diät-, Bewegungsprogramme und psychologische Maßnahmen ausprobiert habe und zudem eine Gefahr für die Gesundheit bestehe.

Vor und nach einer Magenverkleinerung
Vor und nach einer Magenverkleinerung
Weitere Studien und Erkenntnisse

Chirurgische Magenverkleinerung ist bei Fettleibigkeit vorteilhaft

Eine schwedische Studie belegt, dass eine chirurgische Magenverkleinerung im Vergleich zu konventionellen Abnahmemaßnahmen besser abschneidet. Patienten, die über eine Diät abnehmen wollten, haben 0,1 Prozent des Gewichtes verloren, nach einem operativen Eingriff dagegen 23 Prozent. Auch die Zuckerkrankheit, Cholesterin und Bluthochdruck verhielten sich entsprechend.

Bei dieser Studie wurde aber keine Aussage über die Überlebensrate gemacht, doch andere Studien belegten dies. Somit ist zurzeit die Operation bei Fettleibigkeit die effektivste Behandlungsmethode.

Magenverkleinerung - Versprechungen, dicke Kohle und das Prinzip Hoffnung

Bei Wunsch nach Gewichtsverlust nicht ohne Veränderungen den Weg der Magenverkleinerung wählen

Übergewichtiger Mann in weißem Unterhemd mit Pizza und Flasche Bier
Overweight mature man with pizza © Simone van den Berg - www.fotolia.de

Immer mehr Menschen leiden unter einem starken Übergewicht, das sich mit verlaufender Zeit bis zur Adipositas, der Fettsucht, ausweiten kann. In der Regel tritt ab einem bestimmten Zeitpunkt dann der Wunsch oder auch die medizinische Notwendigkeit ein, das Gewicht zu verringern.

Der Mensch als Gewohnheitstier hat es allerdings zu Beginn einer Diät recht schwer und versucht zunächst oft erst einen scheinbar einfachen Weg des Gewichtsverlustes zu wählen. Einer dieser Wege ist die Magenverkleinerung und wird von vielen Chirurgen als probates Mittel propagandiert, um schnell und dauerhaft abzunehmen.

Tatsache oder Geldmacher?

Laut dem Deutschen Kompetenzzentrum Gesundheitsförderung und Diätetik e.V. in Köln wird hier das Geld mit zumeist leeren Versprechungen gemacht, weshalb die Gesellschaft sowohl Patienten als auch Ärzte dazu aufruft, diese Form der "Diät" einmal genauer zu betrachten und auch in Frage zustellen.

So betont der Vorsitzende Sven-David Müller, dass auch Fettsüchtige dauerhaft Gewicht verlieren können ohne auf eine derartige Operation auszuweichen. Eine Ernährungsumstellung in der Kombination mit viel Bewegung und Entspannungstechniken, führt früher oder später zu einem gesunden Körpergewicht und sollte als erste Maßnahme durchgeführt werden. Auch bei einer OP kommt der Diätwillige nicht um eine Ernährungsumstellung herum und unterliegt zudem einem erhöhten Risiko dieser Operation.

Ein Eingriff, der dem Patienten unter dem Strich nicht viel bringt, allerdings den Chirurgen zu äußerst guten Umsätzen verhilft, denn die Kassen tragen in der Regel die OP-Kosten nicht und der Patient zahlt den Wunsch nach Schlankheit aus der eigenen Tasche. Eingehende Gespräche mit dem behandelnden Arzt sollten deshalb für Fettsüchtige ebenso selbstverständlich sein als auch ausreichende Informationen über dieses Thema einzuholen, bevor sie sich zu diesem Schritt entschließen.

Magenverkleinerung hilft bei dicken Teenagern

Im Rahmen einer Magenband-OP sollte eine gründliche Aufklärung über gewisse Regeln erfolgen

Ärzte im Operationssaal bei Operation
OP 3 © Carsten Kattau - www.fotolia.de

Laut einer australischen Studie, an der 50 besonders stark fettleibige Teenager teilnahmen, ist eine Magenverkleinerung mit Hilfe eines sogenannten Magenbandes erfolgreicher als die beste Diät. Durch die Verkleinerung kommt es zu einer schnelleren Gewichtsabnahme und auch die Operation ist nur ein kleiner Eingriff, der später auch wieder rückgängig gemacht werden könnte.

Bei der Studie bekam die Hälfte der Teilnehmer ein Magenband und die anderen nahmen an einem Diät-Programm teil. Die Studienzeit dauerte zwei Jahre, wobei nur einer von den 25, die ein Magenband bekamen, vorher aufhörte.

Ergebnisse

Bei dem Diät-Programm hielten von den 25 Teilnehmern nur 18 durch. Die Magenband-Probanden hatten in dieser Zeit auch 50 Prozent der überflüssigen Kilos abgebaut, bei der Diätgruppe waren nur 13,2 Prozent des Zusatzgewichtes abgebaut worden.

Die Gewichtsabnahme wirkte sich auch positiv auf den gesundheitlichen Zustand aus, denn nach der Zeit waren die Cholesterin- und Blutdruckwerte bei der ersten Gruppe im normalen Bereich, bei der zweiten Gruppe aber nur bei vier Teilnehmern, doch auch bei den restlichen war eine Besserung festzustellen.

Risiken vermeiden

Das einzige Problem bei der Magenverkleinerung durch das Band war eine zusätzliche Korrektur, die bei sieben Jugendlichen nötig war. Wichtig bei einer solchen Verkleinerung ist die ärztliche Betreuung und bei Problemen, wie Sodbrennen, muss der Arzt informiert werden. Bei der Ernährung sind aber auch hierbei bestimmte Regeln zu beachten.

Ein Magenband oder Magenbypass - Wenn jede Diät gescheitert ist

Eine Überfettung des Körpers ist für viele nicht nur ästhetisch störend, sie kann auch erhebliche Gesundheitsschäden mit sich bringen. Je dicker man wird, desto langsamer wirken Diäten, in vielen Fällen scheitern diese auch komplett. Experten sprechen immer wieder davon, dass Diäten keinen Sinn machen, sondern man auf Dauer die gesamte Ernährung und den Lebenswandel umstellen muss.

Mediziner haben noch zwei operative Alternativen: das Einfügen eines Magenbandes oder das Legen eines Magenbypasses. Diese Maßnahmen sind natürlich extrem und bergen das Risiko einer jeden OP, daher sollte man von einem Facharzt eingehend beraten werden, bevor man sich für diesen Schritt entscheidet. Gerade für Menschen, die gesundheitlich extrem unter ihrem Übergewicht leiden, kann eine OP aber sogar lebensrettend sein.

Diabetes Typ 2 - Magenverkleinerung könnte in Zukunft die Insulinbehandlung ersetzen

Minimal-invasiver Magenbypass bei Diabetes - Eingriff mit zahlreichen Risiken verbunden

Kreislauf Kontrollgerät in Operationssaal, im Hintergrund Chirurgen bei OP
Surgery with cardiopulmonary bypass monitor © beerkoff - www.fotolia.de

Magenverkleinerungen wurden bislang ausschließlich als letzter Ausweg bei sehr fettleibigen Menschen ab einem BMI von 40 durchgeführt, damit sie schnell und möglichst viel Gewicht verlieren und sich ihr Gesundheitszustand auf diese Weise bessert. Dabei wurde der Magen mit einem sogenannten Magenband an einer Stelle zugeschnürt. Ein solcher Eingriff ist sehr kompliziert und mit erheblichen Risiken verbunden.

Magenbypass statt Insulinbehandlung?

Seit es eine neue, wesentlich einfachere Form der Magenverkleinerung gibt, den Magenbypass, nimmt man diese verstärkt auch bei Diabetikern des Typ 2 vor. Deutschlandweit leiden derzeit etwa 7,5 Millionen Menschem am Diabetes Typ 2. Mehrere Studien konnten bereits belegen, dass ein Magenbypass die Krankheit erheblich verbessert. In 80% der Fälle war eine Insulinbehandlung danach nicht mehr von Nöten.

Diabetiker sollten deshalb schon ab einem BMI von 35 eine Magenverkleinerung vornehmen lassen dürfen, fordert die Deutsche Adipositas Gesellschaft. Dies könnte sich auch für die Krankenkassen auszahlen, die bisher noch nicht bereit sind die Kosten für eine Magenverkleinerung zu übernehmen, denn während eine Insulinbehandlung bei etwa 2.500 Euro im Jahr liegt, kostet ein Magenbypass einmalig zwischen 5.000 und 10.000 Euro.

Eingriff mit Risiken verbunden

Doch wer sich jetzt sofort über den minimal-invasiven Magenbypass informieren möchte sei gewarnt, denn ganz ohne Risiken ist auch dieser Eingriff nicht. Zwar werden Diäten, Trainings und Medikamente überflüssig, aber gerade bei Diabetikern besteht ein zusätzliches Risiko, denn die Stoffwechselkrankheit schadet den Gefäßen und kann starke Blutungen auslösen. Auch Embolien, Schlaganfälle und Herzinfarkte können die Folge sein.

Außerdem können auch nach dem Eingriff noch Komplikationen auftreten, indem zum Beispiel die Nähte des Bypasses reißen. Auch die Lebensgewohnheiten müssen nach einer Magenverkleinerung geändert werden. So darf man beispielsweise nur noch kleine Nahrungsportionen über den Tag verteilt zu sich nehmen und es müssen dem Körper täglich zusätzliche Nährstoffe wie Kalzium, Eisen und Vitamin B zugeführt werden, da viele dieser Nährstoffe nur noch teilweise mit der Nahrung aufgenommen werden können.

Ernährungswissenschaft: Diätplan für die Zeit nach Adipositas-OP

Bei extremer Adipositas sind manchmal Operationen nötig, um das Leben des Patienten zu erhalten. Solche Operationen nennt man bariatrische Operationen. Sowohl vor der OP als auch danach müssen die Patienten einen Diätplan einhalten. Die Diättherapie bildet neben der Verhaltenstherapie und der körperlichen Bewegung eine von drei Säulen, auf denen der Erfolg einer bariatrischen Behandlung gründet.

Bisher gab es allerdings noch keinen standardisierten Diätplan, sagt Dr. Tatjana Schütz. Die Ernährungswissenschaftlerin arbeitet am Integrierten Forschungs- und Behandlungszentrum für Adipositaserkrankungen in Leipzig. Mario Hellbarth und Marleen Meteling-Eeken haben einen Leitfaden mit dem Titel "Ernährung im Kontext der bariatrischen Chirurgie" verfasst. Dieser kann beim Verband der Diätassistenten - Deutscher Bundesverband e.V. (VDD) bestellt werden (15,00 Euro für Nicht-VDD-Mitglieder).

Adipöse Kinder - Magenverkleinerung als letzter Ausweg

Unter den negativen Effekten, die unsere Konsumgesellschaft mit sich bringt, zählen leider adipöse, an Diabetes Typ 2 erkrankte Kinder. Um ihre Zahl, die sich in den letzten Jahren um das zwanzigfache ausgeweitet hat, in Schach zu halten oder sogar zu dezimieren, sehen Ärzte keinen anderen Ausweg als den der Magenverkleinerung.

Hierzu wird mit der sogenannten "Schlauchmagen-Methode" der Mageninhalt auf 150 ml in J-Form zurechtgeschnitten und angelegt, sodass der Patient schon nach kleinsten Mengen Nahrung ein Sättigungsgefühl erreicht.

Die folgenreiche, schwere und äußerst kostspielige Operation, die urprünglich nur für Erwachsene gedacht war, soll Kindern, die als nicht mehr behandelbar gelten, den endgültigen Weg aus der Fettleibikeit in ein neues, gesundes Leben weisen.

Ist das Magenband für Fettleibige wirklich eine gute Lösung?

Es gibt viele fettleibige Patienten, die sich früher oder später im Rahmen einer Operation ein Magenband einsetzen lassen, um den Eingang am Magen zu verkleinern. Auf diese Weise nehmen sie weniger Nahrung zu sich, was wiederum zur Gewichtsabnahme führt.

Doch mehr und mehr gerät das Magenband in die Kritik von Ernährungsexperten, da diese die Komplikationsrate dieses Eingriffes als zu hoch ansehen. Vor allem die Entzündung des Bandes ist im Gespräch, denn schließlich handelt es sich um einen Fremdkörper, welcher vom Körper durchaus abgestoßen werden könnte.

Weiterer Kritikpunkt ist das Festwachsen am Gewebe, welches zu mühevollen Folgeeingriffen führt. Doch auch wenn diese Komplikationen nicht auftreten, sehen Ernährungsmediziner den Nachteil im Magenband darin, dass die Patienten dies sozusagen überlisten, indem sie viele Kalorien durch Getränke zu sich nehmen, wie beispielsweise Cola und Milchshakes. Demnach wäre es effizienter, zu lernen, seine Ernährungsweise umzustellen und auf ein Magenband zu verzichten.

Bei Adipositas kann eine Magen-Operation sinnvoll sein

Übergewicht belastet nicht nur Herz und Kreislauf, auch die Gelenke leiden, da sie mehr tragen und bewegen müssen als von der Natur vorgesehen. Eine Magen-Operation kann bei Betroffenen sehr sinnvoll sein, wie eine aktuelle Studie bestätigt.

44 Menschen mit extremer Fettleibigkeit unterzogen sich der OP. Die Teilnehmer hatten einen BMI von durchschnittlich 51. Im Vergleich: das Normalgewicht endet bei einem BMI von 25. Die Patienten wurden während des Eingriffs und noch weitere sechs Monate von der Studie betreut. Es zeigte sich, dass innerhalb von sechs Monaten der Body Mass Index der Operierten um gute 20 Prozent herab ging. Diese Gewichtsreduktion erleichterte natürlich die Gelenke.

Bei genauerer Untersuchung wurde deutlich, dass dadurch die Knorpelsynthese wieder aktiver wurde, sich also die Knorpelsubstanz nicht mehr so stark abbaute. Für die Probanden machte sich das in weniger Gelenkschmerzen bei der Bewegung bemerkbar. Besonders die Knie wurden als angenehm entlastet wahrgenommen.

Die Tendenz zu einer Magenverkleinerung nimmt zu

Der Trend sich bei starkem Übergewicht durch eine operative Magenverkleinerung helfen zu lassen, ist im Jahr 2011 um 40 Prozent gestiegen. Real wurden über 2.400 Eingriffe registriert. Diese Zahl veröffentlichte die Techniker Krankenkasse in Hannover. 2009 gab es nur 1.700 dieser Hilfen.

Gezählt wurden dabei die Operationen, für die eine medizinische Notwendigkeit vorlag. In der Regel ist das eine starke Adipositas, also eine Fettsucht, die bereits Krankheitswert hat.

Immer mehr Übergewichtige entscheiden sich für eine Magen-OP

Starkes Übergewicht ist nicht nur ein Problem der Ästhetik, denn bei Adipositas handelt es sich um eine Krankheit. Knochen, Gelenke und Kreislauf arbeiten härter, als es von der Natur vorgesehen ist, was zu Abnutzungserscheinungen und Folgeerkrankungen führt.

Dieses Wissen der Ärzte ist in den letzten Jahren auch mehr und mehr bei der Bevölkerung angekommen. Die Deutschen werden gesundheitsbewusster und daher versuchen viele mit Adipositas ihr Übergewicht loszuwerden. Doch viele sind bereits derart dick, dass eine normale Diät mit einem Sportprogramm allein nicht mehr hilft.

Alternativ kann ihnen die Medizin aber noch mit einer Magen-OP helfen, bei der der Magen verkleinert wird oder ein Magenband zum Einsatz kommt.

Die Krankenkassen haben einen deutlichen Anstieg beim Einsatz dieser chirurgischen Maßnahmen registriert. Allein in Baden-Würrtemberg ist die Zahl der Magenverkleinerungen zwischen den Jahren 2008 und 2011 sprunghaft angestiegen. Die Rede ist von einer Steigerung um 86 Prozent.

Dies ist allerdings nicht nur erfreulich, sondern hat auch eine Schattenseite. Die Kosten für diese Eingriffe sind enorm. Allein in einem Jahr stiegen die Ausgaben von 500.000 Euro auf 4,3 Millionen Euro. Kritisiert wird dies vor allen Dingen, da viele Magen-OPs nicht notwendig wären, wenn die Betroffenen sich frühzeitig um ihre Gesundheit kümmern würden. Durch den Einsatz von Ärzten, Ernährungsberatern und Sporttherapeuten könnte man viele Übergewichtigen retten, bevor sie adipös werden und sich unter das Messer legen müssen.

Immer mehr Magen-Operationen werden gegen Fettleibigkeit durchgeführt

Wie die Deutsche Angestellten Krankenkasse DAK berichtet, ist die Zahl der Magen-Operationen gegen die Fettleibigkeit (Adipositas) in den letzten Jahren stark gestiegen. So gibt es dabei verschiedene Möglichkeiten wie beispielsweise das Magenband, den Magenballon, Magenverkleinerung oder auch den Magenbypass, die aber alle das gleiche Ziel haben, dass der Patient weniger isst und dadurch abnimmt.

Wurden im Jahr 2008 in Deutschland bei 406 Patienten eine Operation durchgeführt, so lag die Zahl im letzten Jahr schon bei 647 Operationen. In dem Zeitraum zwischen 2010 und 2011 lag der Anstieg bei sieben Prozent und auch für das Jahr 2012 rechnet man mit einer weiteren Zunahme. Wie die Kasse weiter mitteilt stiegen die Kosten seit 2008 bis zum Jahr 2011 auf 4,4 Millionen Euro.

Es stellt sich aber auch grundsätzlich die Frage, ob es nicht auch andere Möglichkeiten als eine Operation gibt, so dass diese Menschen schon frühzeitig gegen die Fettleibigkeit (Adipositas) behandelt werden sollten, beispielsweise durch Ernährungsberater und Psychologen.

Frauen treffen eher die Entscheidung einer Magen-OP als Männer

Wie die Daten des Robert-Koch-Instituts zeigen, sind mehr als die Hälfte der Frauen und etwa zwei Drittel der Männer in Deutschland von Übergewicht oder Fettleibigkeit betroffen. Bei der Expertentagung "Viszeralmedizin 2012" in Hamburg kam heraus, dass sich die weiblichen Betroffenen eher dazu entschließen, dies durch einen operativen Eingriff zu verändern, als Männer.

Grund dafür ist der höhere Leidensdruck und der größere Wille, etwas dagegen zu unternehmen; bei den männlichen Übergewichtigen sind diese Gefühle nicht so sehr ausgeprägt. Frauen möchten sich wieder wohlfühlen in ihrer Haut, während es Männern eher wichtig ist, dass sie ihrem Beruf weiterhin nachgehen können.

Bei der Wahl des Eingriffs ist ein ausführliches Gespräch mit dem Arzt nötig, denn die Adipositaschirurgie hält viele verschiedene Verfahren bereit. Bei Frauen ist beispielsweise ein Magenband meist effektiver als bei Männern, da diese gewillt sind, ihre Nahrung umzustellen. Die Experten sprechen dabei von der "Therapietreue" der Frauen.

Alkoholkrank durch Magenband? Bariatrische Chirurgie kann Suchtprobleme auslösen

Einer Untersuchung des Obesity Nutrition Research Centers in New York zufolge, neigen Patienten, die sich einer bariatrischen Operation unterzogen hatten, um ihre Adipositas in den Griff zu bekommen, anschließend häufiger unter Alkohol- und Drogenproblemen als andere Menschen. Batriatrische Operationen sind beispielsweise das Anlegen eines Roux-en-Y-Magenbypasses oder eines Magenbandes.

Die Forscher studierten dazu die Daten von 155 Patienten, die sich einem der beiden Eingriffe unterzogen hatten. Vor der Operation hatten etwa 60% der Patienten in einem Fragebogen zugegeben, regelmäßig Alkohol zu trinken. 10% waren Raucher und 4,5% konsumierten illegale Drogen. Schon einen Monat nach der Operation tranken 20% bereits wieder Alkohol und 24 Monate später tranken die Patienten insgesamt mehr Alkohol als vor dem Eingriff. Auch die Zahl der Drogenkonsumenten erhöhte sich von 4,5% auf 13,2%.

Eine Erklärung für den Anstieg des Alkohol- und Drogenkonsums konnten die Forscher jedoch nicht finden. Vermutet wird, dass die Darmverkürzung durch den Magenbypass zu einer schnelleren Aufnahme von Alkohol führt, wodurch die Patienten schneller betrunken und womöglich auch schneller alkoholabhängig werden.

Zahl der Operationen bei Fettleibigen steigt an

Dicker Mann in blauem Shirt misst mit gelbem Maßband seinen Bauchumfang
Obesity. © Kurhan - www.fotolia.de

Wenn Diät und Sportprogramme nicht mehr helfen, sich von Übergewicht und Fettleibigkeit zu befreien, steht irgendwann die Operation als mögliche Behandlungsmaßnahme im Gespräch. Wie aktuelle Statistiken zeigen, haben die Zahlen solcher Eingriffe einen neuen Höchstwert erreicht; zwischen 2008 und 2012 ist die Anzahl der Operationen um 64 Prozent angestiegen; besonders Frauen legen sich unters Messer.

Durch die komplexen Eingriffe in diesem Chirurgiebereich möchten die stark übergewichtigen Patienten auch die Erkrankungen, die die Fettleibigkeit mit sich bringt, in den Griff bekommen. Dazu zählen unter anderem Bluthochdruck und Diabetes. Durch eine Operation können Lebensqualität stark verbessert und die Lebenserwartung verlängert werden.

Neben diesen steigenden Zahlen ist jedoch auch zu vermerken, dass auch die Anzahl an übergewichtigen Menschen immer größer wird: Experten zufolge sind es in Deutschland 2,5 Millionen, deren Gewicht "operationswürdig" sei. Eine ungesunde Ernährung sowie Bewegungsmangel werden als Ursachen genannt.

Um sich überhaupt operieren lassen zu dürfen, müssen vorher alle konservativen Maßnahmen ausprobiert worden und gescheitert sein. Zudem müssen die Patienten einen BMI von über 40 haben, und zwar ganze fünf Jahre lang. Leiden die Betroffenen unter Diabetes, ist ein chirurgischer Eingriff auch schon ab einem Body Mass Index von 35 möglich.

Problemfeld Adipositas: Die Magenoperation als letzte Chance für schwer Übergewichtige

Seitenansicht männlicher Oberkörper mit dickem Bauch, Übergewicht
Übergewicht © PeJo - www.fotolia.de

Die Zahl der Magenoperationen bei Menschen mit extremem Übergewicht hat sich seit 2008 mehr als verdoppelt. Immer mehr adipöse Menschen sehen die chirurgische Magenverkleinerung mit Hilfe eines Magen-Bypass oder eines Magenschlauches als letzte Rettung an, um das gesundheitsschädigende Übergewicht loszuwerden.

Die Krankenkassen übernehmen den Eingriff bei einem Body-Mass-Index über 40, bzw. auch schon bei 35, wenn zugleich Bluthochdruck, Diabetes oder andere Begleiterkrankungen bestehen und wenn ein regulärer Diätversuch unter ärztlicher Begleitung bereits gescheitert ist.

Adipositas-Experten sind überzeugt

Während Kritiker monieren, dass die Adipositaschirurgie lediglich ein teurer Lifestyle-Trend sei, bestätigen Adipositas-Experten, dass die Eingriffe für die Betroffenen meistens ein Rettungsanker seien. Sie haben meist schon zahllose Diäten und andere Abnehmversuche hinter sich und leiden unter zahlreichen gewichtsbedingten Krankheiten.

Lebenslange Einnahme von zusätzlichen Vitaminen

Ein wichtiger Aspekt der Operationen ist die Tatsache, dass anschließend nicht nur weit weniger Nahrung aufgenommen werden kann, sondern auch, dass sich der Stoffwechsel verändert. Der verkleinerte Magen produziert weniger Hormone, die ein Hungergefühl auslösen, so dass automatisch weniger und seltener gegessen wird. Auf der anderen Seite macht die chirurgische Magenverkleinerung eine lebenslange Einnahme von zusätzlichen Vitaminen und Mineralstoffen notwendig.

Magenverkleinerung und -bypass - die letzte Chance für stark Übergewichtige

Anatomie - Grafik des menschlichen Magens mit einem Teil des Darms
stomach © Agnieszka Steinhagen - www.fotolia.de

Wer stark übergewichtig ist und bereits jegliche Diätform und Sportart ausprobiert hat, ohne jedoch Erfolge beim Abnehmen zu erzielen, für den erweist sich eine Magenverkleinerung sowie der Magenbypass häufig als letzte Möglichkeit, an Gewicht zu verlieren.

In der Regel werden adipositaschirurgische Eingriffe nicht von den Krankenkassen übernommen, solang der Patient nicht an einem multimodalen Therapiekonzept teilnimmt. Nach so einer Operation hängt es vor allem von der Motivation des Betroffenen ab, wie gut dieser Eingriff einschlägt: er muss seine Ernährung komplett umstellen und sich im Idealfall dabei ärztlich begleiten lassen.

Möglichkeiten einer Magen-OP

Man teilt solche Operationen in Bypass-Techniken und restriktive Techniken ein. Bei der letzteren Methode wird ein Teil des Verdauungstraktes umgangen, um die Nährstoffaufnahme zu reduzieren. Bypass-Techniken zielen wiederum darauf ab, den Magen schneller zu füllen, damit der Patient weniger Nahrung zu sich nimmt. Dies wird durch eine Verringerung des Fassungsvermögens er zielt.

Schlauchmagen, Magenbypass und biliopankreatische Diversion (BPD)

Eine der Bypass-Methoden ist der so genannte Schlauchmagen. Dieses Verfahren trägt den Namen Sleeve-Resektion und dient dazu, den Magen auf ein Fassungsvermögen von 100 bis 150 Milliliter zu verkleinern. Dabei wird der Teil des Magens entfernt, welcher bei der Bildung des Hungerhormons Ghrelin beteiligt wird. Das Ergebnis: der Patient isst weniger, da er schneller satt wird.

Beim Magenbypass wird neben der Verkleinerung die Nährstoffaufnahme in den Körper begrenzt. Der übrig gebliebene Teil des Magens wird mit einer Dünndarmschlinge vernäht, die dafür sorgt, dass weniger Kohlenhydrate aufgenommen werden. Der Zwölffingerdarm wird hierbei in seiner Funktion abgestellt.

Auch bei der biliopankreatische Diversion (BPD) wird mit einer Dünndarmschlinge gearbeitet; zudem werden die Verdauungssäfte, die zur Aufnahme der Nährstoffe dienen, umgeleitet. Auf diese Weise haben sie und die Nahrung eine kürzere Strecke zu bewältigen.

Die Risiken solcher Operationen

Wie bei chirurgischen Eingriffen generell, gibt es auch bei dieser Art von Operationen Risiken. Diese stehen vor allen Dingen mit dem Übergewicht und der daraus resultierenden Begleitkrankheiten im Zusammenhang. Weiterhin können die allgemeinen Beschwerden wie starke Schmerzen, Nachblutungen, Infektionen sowie Wundheilungsstörungen auftreten.

Adipositaschirurgische Eingriffe gelten wie bereits erwähnt als letztes Mittel beim Versuch, abzunehmen. Sie sind in der Regel für Menschen mit einem Body-Mass-Index ab 40, welcher mindestens drei Jahre lang besteht, zu empfehlen. Der Patient muss zudem volljährig sein und darf an keinen psychischen Beschwerden leiden.

Gegen Fettleibigkeit hilft oftmals nur eine Magenverkleinerung

Grafik gesunder Magen auf weißem Hintergrund
gesunder magen © Sebastian Kaulitzki - www.fotolia.de

Viele Menschen, die unter Adipositas (Fettleibigkeit) leiden, versuchen mit Hilfe von konservativen Methoden wie beispielsweise Diäten oder durch Bewegungstherapien ihr Gewicht zu verringern, was aber auf Dauer meistens nicht erfolgreich ist.

Verbesserung der Lebensqualität durch eine Operation

Da aber Übergewicht ein Risikofaktor für Herz-Kreislauf-Erkrankungen und auch Diabetes mellitus Typ 2 ist, hilft oftmals bei den betroffenen Patienten nur eine sogenannte Magenverkleinerung.

Bei dieser bariatrischen Operation wird die Magenkapazität verringert, so dass weniger Nährstoffe vom Körper aufgenommen werden. Im Endeffekt wird durch eine solche Maßnahme auch die Lebensqualität der betroffenen Patienten verbessert und auch das Krebsrisiko, besonders bei Frauen, verringert.

Außerdem wirkt sich eine solche Operation positiv auf die Magen- und Darmflora aus und es werden mehr Hormone freigesetzt, die aus dem Magen-Darm-Trakt kommen. Dies alles wirkt sich auf den allgemeinen Stoffwechsel positiv aus.

Ausführliche Beratung vor einem Eingriff

Bevor sich aber ein Patient für einen solchen komplizierten Eingriff entscheidet, sollte er sich ausführlich über eventuelle Komplikationen und Nebenwirkungen informieren. Am 19.März findet in Dresden das 57. Symposium der Deutschen Gesellschaft für Endokrinologie (DGE) statt, wo auch dieses Thema diskutiert wird.

Magenbypass versus Magenband: Der Bypass hat langfristig Vorteile

Vergleich von zwei Möglichkeiten der Adipositaschirurgie

Ärzte im Operationssaal bei Operation
OP 3 © Carsten Kattau - www.fotolia.de

Menschen, deren Übergewicht mit normalen Maßnahmen nicht mehr behandelt werden kann, haben die Möglichkeiten der Adipositaschirurgie. Dabei handelt es sich um chirurgische Eingriffe, die den Magen und damit die ganze Verdauung verändern.

Chirurgische Eingriffe

Viele Menschen nutzen den Roux-en-Y-Magenbypass. Bei diesem Eingriff wird zum einen der Magen verkleinert und zum anderen eine Darmschlinge gezogen, damit die Verdauungsstrecke insgesamt kürzer wird. Dieser Eingriff kann nicht mehr rückgängig gemacht werden und daher sollte der Patient vorab genau über seine Entscheidung nachdenken.

Als Alternative steht das sogenannte Magenband im Raum. Dabei wird der Magen durch ein Band umfasst, das jedoch jederzeit gelockert werden kann; ähnlich wie man einen Gürtel anlegt. Daher können die Auswirkungen des Magenbandes rückgängig gemacht werden.

Vergleich Roux-en-Y-Magenbypass und Magenband

Eine aktuelle Studie hat unmittelbar verglichen, welche Methode der Adipositaschirurgie besser ist und fand dabei langfristig gesehen den größten Nutzen im Roux-en-Y-Magenbypass.

Komplikationen

In der Studie untersuchte man den Verlauf der Eingriffe bei 6.992 Patienten. 5.800 hatten den Magenbypass und 1.192 das Magenband erhalten. Beim ersten Blick auf den Faktor Komplikationen war der Bypass im Nachteil. Es kam bei 174 Patienten zu Problemen, was einer Quote von drei Prozent entspricht.

Beim Magenband erlebten nur 15 Patienten und damit 1,3 Prozent Komplikationen. Dies war jedoch zu erwarten, da der Eingriff beim Bypass an sich umfassender und daher automatisch gefährlicher ist.

Langfristige Betrachtung

Auf lange Sicht jedoch war der Magenbypass die bessere Wahl. Erneute Operationen waren in sechs Jahren nur in 5,5 Prozent der Fälle notwendig, in der Magenband-Gruppe dagegen in 13,7 Prozent.

Das zeigt, dass langfristig betrachtet der Magenbypass sicherer ist. In Sachen Sterblichkeit lag man in beiden Gruppen ähnlich günstig: 0,3 Prozent beim Bypass und 0,2 Prozent beim Magenband.

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Quellenangaben

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  • Bildnachweis: Magen Bypass, Roux-en-Y, Beschreibung deutsch © bilderzwerg - www.fotolia.de
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