2. Dezember 2010
Eine Gesichtstransplantation kann Menschen helfen, deren Gesicht völlig entstellt ist. Der Eingriff ist äußerst aufwändig und wurde weltweit erst wenige Male durchgeführt.
Im Jahr 2005 wurde die erste Gesichtstransplantation durchgeführt. Da es sich hierbei um eine hochkomplizierte Operation handelt, wurde dies auch bis heute kein Routineeingriff, der in jeder Klinik durchgeführt werden kann.
Für diese Operation werden viele Ärzteteams benötigt, die etwa 12 bis 24 Stunden operieren, bis die Gesichtstransplantation abgeschlossen ist.
Bei einer Gesichtstransplantation kann sowohl das gesamte Gesicht als auch nur einzelne Teile transplantiert werden. In den meisten Fällen erhalten die Patienten dann das Gesicht oder Teile eines toten Organspenders.
Gesichtstransplantationen werden dann durchgeführt, wenn das Gesicht eines Patienten entstellt ist. Die Patienten leiden dann nicht nur psychisch massiv unter ihrem Aussehen sondern haben teilweise z.B. auch Probleme mit dem Atmen oder dem Kauen. Patienten, die eine Gesichtstransplantation erhalten, haben z.B. massive Brandverletzungen im Gesicht, eine Tumoroperation im Gesicht hinter sich, eine Bissverletzung durch ein Tier oder auch angeborene Fehlbildungen.
Während der mehrstündigen Operation entfernen die Ärzte die Gesichtshaut, die darunter liegende Fettschicht einschließlich der Blutgefäße und die Nerven. Anschließend werden die gleichen Teile des Gesichtes eines Toten transplantiert. Die Ärzte müssen bei dieser komplizierten Operation darauf achten, alle Nerven und Blutgefäße wieder zu verbinden, so dass die Gesichtshaut durchblutet werden kann und der Patient auch keine Sensibilitätsstörungen verspürt.
Da die Haut eines toten Organspenders für den Körper ein Fremdkörper ist, versucht das eigene Immunsystem gegen diesen Fremdkörper anzugehen und ihn abzustoßen. Um dies zu verhindern, müssen Patienten nach einer Gesichtstransplantation ihr gesamtes Leben lang starke Medikamente, so genannte Immunsuppressiva, einnehmen. Diese Medikamente unterdrücken das körpereigene Immunsystem. Diese Medikamente haben natürlich auch starke Nebenwirkungen wie z.B. die Schädigung der Nieren oder auch die Begünstigung von bösartigen Tumoren.
Da die Muskeln bei einer Gesichtstransplantation unberücksichtigt bleiben, erhält der Patient trotz Gesichtshaut eines Spenders nicht dessen Aussehen. Da die Muskeln erhalten bleiben, ähnelt das Gesicht mit der neuen Haut dem vorherigen Aussehen, gleicht ihm jedoch nicht zu 100 Prozent.
Auch wenn viele Patienten, die zuvor ein entstelltes Gesicht hatten und sich dafür schämten, dankbar für ihr neues Aussehen sind, so leiden jedoch auch viele Patienten darunter, dass sie ein Teil an ihrem Körper tragen, das einem Toten gehörte.
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27.04.11 | |
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