Gängige Liposuktions-Methoden in verschiedenen Körperbereichen und für wen diese geeignet sind

Operation, Fettabsaugung

Hier verschaffen wir Ihnen einen Überblick über die verschiedenen Methoden zur Beseitigung von Fettzellen

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  • von Paradisi-Redaktion

Im Rahmen einer Fettabsaugung werden durch verschiedene Methoden Fettzellen abgesaugt. Der Eingriff kann an verschiedenen Stellen des Körpers und invasiv oder nicht-invasiv erfolgen.

Die verschiedenen Methoden der Fettabsaugung

In der Medizin wird eine Fettabsaugung auch als Liposuktion oder Aspirationslipektomie bezeichnet. Bei einer Liposuktion handelt es sich um eine Operation, bei der man an bestimmten Hautstellen Fettzellen mithilfe von Kanülen absaugt.

In der Regel zählt die Fettabsaugung zu den Schönheitsoperationen, sie kann aber auch zur Behandlung von Fettgeschwulsten (Lipomen) oder bei Lipödemen zur Anwendung kommen.

Unbeliebte Speckröllchen durch Fettabsaugen mal eben loswerden? Ganz so einfach ist das nicht

Frau in weißer Unterwäsche, die sich einer Schönheitsoperation (Fettabsaugung) unterzieht, eingezeichnete Stellen
Plastic surgery. Liposuction. Slim body concept © Africa Studio - www.fotolia.de

Wenn es um Schönheitsoperationen geht, zählt die Fettabsaugung zu den beliebtesten Eingriffen. Wenn Sport und Diät nicht den gewünschten Effekt mit sich bringen, entscheiden sich viele für die in der medizinischen Fachsprache als Liposuktion bezeichnete Operation, um Fettpolster an Po, Bauch oder an den Beinen loszuwerden.

Doch viele Menschen stellen sich diesen Eingriff viel einfacher vor, als er ist - ein Mal absaugen lassen und schlank sein? Fehlanzeige. Denn die Liposuktion eignet sich nicht zum Abnehmen; sie setzt lediglich da ein, wo man mit sportlicher Betätigung und gesunder Ernährung nichts erreichen konnte.

Die Menge der Fettzellen, welche abgesaugt werden, ist sehr gering und betrifft zudem logischerweise nur eine bestimmte Körperstelle, eine Problemzone, die man nicht loswird. Des Weiteren wird nur das Unterhautfettgewebe abgesaugt, nicht jedoch das Bauchfett, welches zu Übergewicht und daraus folgenden Krankheiten führen kann.

Nicht jede Krankenkasse beteiligt sich an den Kosten

In den meisten Fällen entscheidet man sich aus ästhetischen Gründen für eine Fettabsaugung. In der Regel muss der Patient die Kosten - die schnell mal einige tausend Euro hoch werden können - in diesem Fall selbst tragen. Bei medizinischer Ursache muss man sich bei seiner Krankenkasse erkundigen, ob diese sich finanziell beteiligt; dies ist nicht pauschal zu beantworten.

Vor dem Eingriff sollte ein Gespräch mit dem Arzt stattfinden, welcher genau erklärt, wie der Eingriff abläuft, welche Risiken zu erwarten sind und wie die Nachsorge aussieht.

Gängige Verfahren und Risiken

Zu den gängigsten Verfahren der Liposuktion gehört die ambulant durchgeführte Tumeszenztechnik, bei der Kochsalzlösung in die betroffene Körperregion eingespritzt wird und die Fettzellen dadurch gelockert werden. Anschließend erfolgt die Absaugung mittels Kanüle.

Nach dem Eingriff kann es unter Umständen zu Komplikationen kommen, wie zum Beispiel Blutungen, Kreislaufbeschwerden oder Wundheilungsstörungen. Generell kommt es jedoch eher selten zu Beschwerden, dafür ist jedoch auch die richtige Nachsorge wichtig - regelmäßige Kontrolluntersuchungen sowie das Tragen eines eng anliegenden Mieders für ein paar Wochen.

Die Tumeszenzanästhesie

Die gängigste Liposuktions-Methode ist derzeit die Tumeszenzanästhesie. Bei diesem Verfahren stellt man zunächst ein flüssiges Gemisch aus einem Betäubungsmittel, isotonem sterilen Wasser, etwas Kortison und Natriumcarbonat zusammen, das dann in das Unterhautfettgewebe injiziert wird.

Neben der etwa 16-18 Stunden anhaltenden Betäubung bewirkt das Gemisch, dass sich die einzelnen Fettzellen damit vollsaugen, sodass sie sich leichter aus dem Bindegewebe lösen lassen.

Bis sich die Flüssigkeit im Fettgewebe gleichermaßen verteilt hat, dauert es rund 30 Minuten. In dieser Zeit entsteht eine Emulsion aus der Tumeszenzlösung und den Fettzellen. Eine Beeinträchtigung der Strukturen, die das Bindegewebe stabilisieren, ist dabei nicht zu befürchten. Auch Nerven und Blutgefäße verändern sich nicht.

Schließlich wird die Emulsion mit speziellen Kanülen durch eine leichte Sogwirkung aus dem Fettgewebe entfernt. Im Anschluss an diese Absaugung verbindet man einige kleine Hautschnitte, die für den Eingriff erforderlich sind und legt dem Patienten ein Kompressionsmieder an, das er ca. 4–6 Wochen lang tragen muss.

Zum Absaugen der Fettzellen wird zumeist auf maschinelle Saugpumpen zurückgegriffen. Diese erzeugen einen mittelstarken bis starken Sog.

Supernass-Methode

Bei der Supernass-Methode wird nur so viel Flüssigkeit gespritzt, wie auch Fettzellen abgesaugt werden sollen. Die Fettabsaugung mit dieser Methode erfolgt meist unter Vollnarkose.

Die Liposkulptur

Eine aufwendigere Alternative ist die so genannte . Bei diesem Verfahren benutzt man spezielle Saugspritzen, die manuell bedient werden. Die Liposkulptur gilt als gewebeschonender, da die Sogwirkung der Spritzen geringer ist.

Ultraschallbehandlung

Bei der Ultraschall-Liposuktion kommt eine spezielle Kanüle zur Fettabsaugung zum Einsatz. Die Kanüle, die unter der Haut eingesetzt wird, ist in der Lage, Ultraschallenergie zu erzeugen, die auf die Wände der Fettzellen einwirkt und auf diese Weise das Fett verflüssigt.

Eine weitere Möglichkeit ist die Behandlung mit Ultraschall, auch Ultraschallassitierte Liposuktion (UAL) genannt. Der Eingriff wird in örtlicher Betäubung durchgeführt und ist ambulant oder im Rahmen eines kurzstationären Aufenthaltes möglich.

Der Bereich, in dem sich zu viele Fettzellen befinden, wird zuerst mit einer Infusion (Tumeszenz) behandelt. Durch eine dünne Ultraschallkanüle können nach kurzer Zeit die durch die Infusionslösung flüssig gewordenen Fettzellen abgesaugt werden. Für das Einführen der Instrumente muss der behandelnde Arzt nur wenige Millimeter große Schnitte setzen.

Der Eingriff selbst dauert maximal drei Stunden, in denen der Patient bei vollem Bewusstsein ist. Dies ist auch notwendig, da die Patienten teilweise während dem Eingriff aufstehen müssen, so dass ein perfektes Ergebnis entstehen kann.

Die Ultraschall-Liposuktion hat den Vorteil, dass sich die Operationszeit deutlich verkürzen lässt. Allerdings besteht bei dieser Methode die Gefahr von thermischen Verbrennungen der Haut sowie der Strukturen, die sich unter der Fettschicht befinden. Eine weiterer Nachteil sind die hohen Betriebs- und Anschaffungskosten.

Nicht-invasive Ultraschall-Liposuktion

Eine Ultraschall-Liposuktion lässt sich aber auch nicht-invasiv durchführen. Das heißt, dass die Ultraschallwellen nicht im Inneren des Körpers, sondern außerhalb mit einer Sonde erzeugt werden. Dazu fokussiert man die Energie an einer bestimmten Stelle des Fettgewebes in der Unterhaut und zerstört dort die Fettzellen.

Im Unterschied zu den anderen Liposuktionsmethoden saugt man dann die Fettzellen jedoch nicht ab. Stattdessen werden sie durch das Lymphsystem transportiert und auf natürliche Weise über den Stoffwechsel ausgeschieden. Ein Nachteil der Methode ist allerdings der geringe Volumeneffekt. Daher ist es nötig, die Behandlung zu wiederholen.

Lipopulsing

Eine weitere Methode wird "Lipopulsing" genannt. Die Fettzellen werden hier nicht wie bei den anderen Methoden durch ein gespritztes Präparat aufgelöst sondern durch elektrische Impulse soweit gelockert, dass sie dann abgesaugt werden können.

Vibrationsliposuktion

Ein weiteres Liposuktionsverfahren ist die Vibrationsliposuktion oder Vibrationslipektomie, die meist mit der Tumeszenz-Lokalanästhesie kombiniert wird. Bei diesem Verfahren werden spezielle Schwingungskanülen eingesetzt, die durch Vibrationen die Fettzellen auf schonende Weise lösen.

Dank der feinen Vibrationen entfällt das unsanfte Herumstochern der Kanüle im Gewebe. Dadurch können Blutgefäße und Nerven geschont werden. Sogar Körperstellen, die schwer zugänglich sind, wie die Knöchel oder die Knie, lassen sich mit den Vibrationskanülen gut behandeln.

Ein weiterer positiver Effekt der Vibrationsliposuktion ist, dass die Haut durch die Schwingungen zur Herstellung von Eigenkollagen angeregt wird, was zu einem verbesserten Hautbild führt. Im Anschluss an die Behandlung erhält der Patient ein atmungsaktives und festsitzendes Mieder sowie Verbandsmaterial. Das Mieder muss der Patient mindestens eine Woche lang rund um die Uhr tragen.

Mögliche Nebenwirkungen können Schwellungen und Blutergüsse sein, die jedoch nach einigen Wochen wieder vollständig abklingen. Bis sich das Behandlungsergebnis beurteilen lässt, dauert es etwa sechs Monate.

Feintunnelungstechnik

Auch bei der Feintunnelungstechnik wird kein Präparat gespritzt. Hier werden dünne Kanülen eingeführt, die ein starkes Rütteln erzeugen und so die Fettzellen lösen. Anschließend können sie dann abgesaugt werden.

Laserbehandlung und Wasserstrahlmethode

Fettabsaugung ist heutzutage auch mit Laser möglich. Der Laser wird unter die Haut eingeführt und verflüssigt so die Fettzellen.

Fettzellen können auch durch einen speziellen Wasserstrahl verflüssigt und anschließend abgesaugt werden.

Wasserstrahl assistierte Liposuktion - die schonende Art der Fettabsaugung

Lokale Betäubung, weniger Risiken, schnellerer Eingriff - die Vorzüge der "Bodyjet-Methode"

Nahaufnahme übergewichtige Frau kneift sich seitlich in Bauch
Uebergewicht © bilderbox - www.fotolia.de

Ein paar Pfunde zu viel, dies ist ein Problem unzähliger Menschen. Und wenn gesunde Ernährung und sportliche Betätigung trotzdem nicht zum gewünschten Ergebnis führen, so entscheiden sich früher oder später viele Betroffene - vor allem Frauen - zu einer Fettabsaugung.

Prinzip der "Bodyjet-Methode"

Diese gehört mittlerweile zu den Routineeingriffen in der plastischen Chirurgie. Vor allem Oberschenkel, Hüfte und der Bauch stellen dabei Problemzonen dar. Durch ein neues, innovatives Verfahren können Schönheitschirurgen diese Behandlung nun sehr schonend durchführen.

So hat der Berliner Chirurg Dr. med. Thomas Lorentzen eine neue Methode entwickelt, die sogenannte "Bodyjet-Methode". Dabei handelt es sich um eine Wasserstrahl assistierte Liposuktion (WAL). Das Zuviel an Fettgewebe wird durch einen feinen Wasserstrahl gelöst; den unterschiedlichen Strukturen des Bindegewebes wird sich dabei angepasst.

Vorteile

Der Vorgang der WAL bringt einige Vorteile mit sich. Das Verfahren ist risikoärmer als die herkömmliche Art der Fettabsaugung, zudem wird der Patient nur lokal betäubt. Die Operationsdauer beträgt maximal eineinhalb Stunden und es werden weniger Schmerzmittel gebraucht.

Ein weiterer großer Vorteil ist, dass der Schönheitschirurg bereits während des Eingriffes Veränderungen sehen und diese bei Bedarf verbessern kann, sodass auf Nachkorrekturen verzichtet werden kann. Auch dem Patienten ist es durch die Lokalanästhesie möglich, das Ergebnis bereits zu diesem Zeitpunkt zu sehen.

Fettabsaugung mit Wasserstrahl ohne Vollnarkose möglich

Asiatische Patientin bekommt im OP-Saal eine Maske zur Vollnarkose aufgesetzt
Doctors were anesthetized © torwaiphoto - www.fotolia.de

Till Scholz ist plastischer Chirurg und führt mit seinem Team pro Jahr etwa 100 Fettabsaugungen (Liposuktionen) durch. Er praktiziert aber nach einer besonderen Methode, der sogenannten "Wasserstrahl assistierten Liposuktion" (WAL). Dabei wird bei den Patientinnen zwar auch ein Schnitt gemacht, aber das Fett wird nicht direkt abgesaugt, sondern erst weggespritzt und dann abgesaugt. Die Technik ist nicht so schmerzhaft und kann daher ohne Vollnarkose durchgeführt werden. Außerdem ist die Wahrscheinlichkeit einer Nachsaugung geringer, weil das Gewebe nicht so aufgeschwemmt wird wie bei der Trockenabsaugung, sagt Scholz.

Er weist aber darauf hin, dass Fettabsaugungen generell nicht gegen Übergewicht einegesetzt werden, sondern nur gegen diätresistente Fettpölsterchen wie etwa bei "Reiterhosen", das sind Fettpolster am Oberschenkel. Die Liposuktion ist die zweithäufigste Schönheitsoperationsart bei Frauen in der Bundesrepublik.

Fett-Weg-Spritze

Relativ neu ist auch die so genannte "Fett-Weg-Spritze". Hier wird ein Präparat unter die Haut gespritzt, das die Fettzellen verflüssigt. Im Gegensatz zu den anderen Methoden werden die flüssigen Fettzellen jedoch nicht abgesaugt sondern vom Körper abgebaut.

Wie gut sind die neuen Methoden zur Körperfettreduktion?

Abnehmen - Speckfalte vom Bauch zwischen den Fingern
Kleine Speckfalte © Stefan Redel - www.fotolia.de

Mittlerweile gibt es neben der klassischen Fettabsaugung auch zahlreiche neue Methoden, wie Ultraschall, Fett-weg-Spritze oder elektrische Impulse, die dem Patienten Erfolg versprechen wollen. Doch was ist dran an den neuen Methoden zur Fettreduktion?

Bei der normalen Fettabsaugung werden die störenden Fettzellen innerhalb von einer Behandlung komplett aus dem Körper entfernt, bei dieser Methode ist der Erfolg in zahlreichen Untersuchungen belegt worden. Nun gibt es aber auch Methoden, die weniger unangenehm für den Patienten sind, wo es aber noch keine verlässlichen Studien über die Wirkung gibt. Eine dieser neuartigen Methoden ist die Ultraschallbehandlung, bei der die Fettzellen jedoch nur entleert werden. Die Zellen an sich bleiben im Körper und können jederzeit erneut Fett speichern. Außerdem sind bei dieser, sowie bei anderen neueren Methoden mindestens sechs Behandlungen notwendig und der Erfolg wird dem Patienten von niemandem garantiert. Auch preislich unterscheiden sich die neuen Behandlungsmethoden, wenn überhaupt, nur sehr gering von der klassischen Fettabsaugung.

Grundinformationen zur Fettabsaugung

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Quellenangaben

  • Bildnachweis: complex laparoscopic operation is carried out in f © Cosmic - www.fotolia.de
  • Bildnachweis: Man holding his big fat belly isolated on white background © dundanim - www.fotolia.de
  • Bildnachweis: Plastic surgery. Liposuction. Slim body concept © Africa Studio - www.fotolia.de
  • Bildnachweis: Ultraschall-Untersuchung © Tatjana Balzer - www.fotolia.de
  • Bildnachweis: waist measurement © Marc Dietrich - www.fotolia.de

Autor:

Paradisi-Redaktion - Artikel vom (zuletzt überarbeitet am )

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