Operationstechniken, Risiken und Kostenübernahme: Informationen zum Thema Brustvergrößerungen

Frau hält ihre Brüste, die nach einer Brustoperation bandagiert sind

Was Sie über eine Brustvergrößerung wissen müssen, und wann die Krankenkasse eine Brustvergrößerung unterstützt

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  • von Paradisi-Redaktion

Frauen, die unter einem Hängebusen oder einem zu kleinen Busen leiden, entscheiden sich oft für eine operative Brustvergrößerung. Dieser Eingriff birgt jedoch auch Risiken und Nebenwirkungen und ist mit hohen Kosten verbunden. Die Brustvergrößerung zählt zu den Schönheitsoperationen. Vor dem operativen Eingriff erfolgen ein Beratungsgespräch sowie eine Voruntersuchung.

Mögliche Beweggründe für eine Mammaaugmentation

Immer mehr Frauen wollen größere Brüste

Zum Vergleich: nach Angaben der britischen Klinik MyBreast lag die Größe der eingesetzten Brustimplantate im Jahr 2004 bei 240 ccm. Fünf Jahre später liegt der Wert bereits bei 300 ccm. Die Brustvergrößerung ist mittlerweile zum echten Trend geworden.

Doch nicht die Männerwelt ist daran schuld; es sind die Frauen, die sich immer häufiger einen größeren Busen wünschen. Dies gab nun die britische Boulevardzeitung "The Sun" bekannt. Dass so eine Schönheitsoperation nicht bei jeder Dame die richtige Entscheidung ist und der Eingriff als solcher mit großen Risiken verbunden ist, kommt bei den meisten zur Besorgnis plastischer Chirurgen nicht an.

Ziel und Zweck einer Brustvergrößerung, die auch als Mammaaugmentation bezeichnet wird, ist das Vergrößern von weiblichen Brüsten durch den Einsatz von Implantaten. Diese Implantate sind tropfenförmige oder runde Kissen mit einer Füllung aus Silikongel oder einer Kochsalzlösung, die entweder unter den Brustmuskel oder das Brustgewebe gesetzt werden.

Auf diese Weise können die Brüste gestrafft und vergrößert werden. Zudem erhalten sie eine prallere Form.

Kleine Brüste als Grund für gemindertes Selbstvertrauen

Zu den wichtigsten Schönheitsmerkmalen einer Frau gehören wohlproportionierte, große und straffe Brüste. Ist dies jedoch nicht der Fall, kann es bei den betroffenen Frauen oftmals zu mangelndem Selbstwertgefühl und sogar zu erheblichen psychischen Problemen kommen. Diese empfinden ihre Brüste als zu klein und leiden häufig sehr darunter.

In diesem Fall kann eine operative Vergrößerung der Brüste dazu beitragen, dass die betroffene Frau ein neues Körpergefühl bekommt und dadurch auch wieder ein besseres Selbstwertgefühl erlangt.

Behebung einer Fehlbildung

Eine Brustvergrößerung kann auch bei einer Fehlbildung der Brüste oder nach einer Brustamputation aufgrund einer Krebserkrankung durchgeführt werden.

Brustvergrößerung am häufigsten praktizierte Operation in Deutschland

175.000 Frauen in Deutschland lassen sich jährlich die Brust vergrößern

Patientin mit kleiner Brust auf Liege im Operationssaal, kurz vor Brustvergrößerung
Woman on operating table © microimages - www.fotolia.de

Eine ideale Brust ist straff, rund und wohlgeformt. Frauen, denen die Natur solch einen Busen nicht geschenkt hat, helfen häufig chirurgisch nach. Auch können enorme Gewichstreduzierungen oder das Stillen eines Babys, die Form des Busens beeinträchtigt haben.

Häufig leiden Frauen dann unter einem geringeren Selbstbewusstsein, denn ein fester wohlgeformter Busen gilt als Inbegriff für Jugendlichkeit und Weiblichkeit. Deshalb werden in Deutschland jährlich 175.000 Busen operativ korrigiert. Damit zählen Brustvergrößerungen und Bruststraffungen zu den am häufigsten durchgeführten chirurgischen Eingriffen in Deutschland.

Operationsmöglichkeiten

Bei dem traditionellen Verfahren der Brustkorrektur wird ein Schnitt entweder entlang einer natürlichen Hautfalte, in der Achselhöhle oder rund um die Brustwarze gesetzt. Dabei wird ein Zugang in einer Hautfalte oder in der Achselhöhle genutzt, um das Silikonkissen unter den Brustmuskel zu setzen.

Bei einem Schnitt rund um die Brustwarze wird das doppelwandige Kissen meist auf den Brustmuskel gelegt. Häufig wird eine Brustvergrößerung auch für Straffungen und Brustwarzenkorrekturen genutzt. Auch kann durch den Einsatz von Silikonkissen eine Asymmetrie der Brüste ausgeglichen werden.

Ablauf der Untersuchung und des Gesprächs vor einer Brustvergrößerung

Beratungsgespräch

Wer sich einer Brustvergrößerung unterziehen möchte, sollte bei der Auswahl des Arztes darauf achten, dass dieser über genügend Erfahrung auf seinem Gebiet verfügt. So lässt sich zum Beispiel im Internet recherchieren, ob der betreffende Chirurg zu den Spezialisten zählt und Mitglied in einer anerkannten Fachorganisation ist.

Ausschlaggebend ist das ausführliche Beratungsgespräch zwischen dem Arzt und der Patientin. Diese hat dabei die Gelegenheit, sich ein Bild von der Erfahrung, der Kompetenz und der Vertrauenswürdigkeit des plastischen Chirurgen zu machen.

Bei ästhetischen Eingriffen ist eine gute Beziehung zwischen Arzt und Patientin besonders wichtig.

Während des Beratungsgesprächs erörtert man zunächst die Wünsche und Vorstellungen der Patientin. Der Arzt geht dann mit ihr die verschiedenen Behandlungsoptionen durch und schlägt gegebenenfalls Alternativen vor. Wichtig ist auch, dass die Patientin über die unterschiedlichen Operationstechniken, die Implantate und deren Positionierung, die Zugangswege und das richtige Verhalten nach der Operation informiert wird. Selbstverständlich muss außerdem über die möglichen Risiken des Eingriffs gesprochen werden.

Mithilfe von Fotoaufnahmen, die vor und nach einer Brustvergrößerung durch den Chirurgen entstanden, kann sich die Patientin einen ersten Eindruck von dessen Fähigkeiten verschaffen.

Manchmal wird bereits im ersten Gespräch die Kostenfrage erörtert, was jedoch von Arzt zu Arzt unterschiedlich ist. Während manche Chirurgen bereits im ersten Gespräch über die Kosten für die Brustvergrößerung informieren, sprechen andere Ärzte erst bei der zweiten Untersuchung darüber.

Körperliche Untersuchung

Überaus wichtig für die Planung einer Brustvergrößerung, ist eine ausführliche körperliche Untersuchung der Patientin. Dabei werden

  • die Brüste,
  • die Brustwarzen,
  • der Brustkorb,
  • das Volumen der Brust und
  • der Hautmantel

präzise vermessen. Darüber hinaus benötigt der Arzt einige gesundheitliche Informationen von der Patientin. Dazu gehören vor allem:

Vor der Operation (besonders bei familiären Vorbelastungen oder einem Patientenalter über 40 Jahre), erfolgen meist eine Sonographie (Ultraschalluntersuchung) sowie eine Mammographie, um mögliche Veränderungen der Brust festzustellen. Erst wenn sicher ist, dass die Brüste gesund sind, wird die Operation in die Wege geleitet.

Ferner erfolgt sowohl vor als auch nach der Brustvergrößerung eine fotografische Dokumentation des Befundes. Ungefähr eine Woche vor der Brustoperation wird eine Blutabnahme zur Bestimmung der Blutwerte vorgenommen. Von besonderer Bedeutung sind dabei:

Auch ein Gespräch mit dem zuständigen Anästhesisten zählt zur Voruntersuchung.

Medikamente und Genussmittel

Wer dauerhaft Medikamente einnehmen muss, sollte unbedingt den plastischen Chirurgen sowie den Narkosearzt darüber informieren. Dies gilt besonders für blutverdünnende Arzneimittel wie Aspirin. Diese müssen, nach Absprache mit dem Arzt, ein bis zwei Wochen vor der Operation abgesetzt werden.

Um die Wundheilung nicht zu beeinträchtigen, ist es zudem ratsam, schon einige Tage vor dem Eingriff auf Nikotin und Alkohol zu verzichten.

Finger weg, wenn die OP weniger als 5000 Euro kostet

Brust-OP - sowohl Materialien als auch Chirurg sollten einige Voraussetzungen erfüllen

Chirurgen im Operationssaal bei Brustoperation einer Frau
Brust Operation 4 © Bernd Layer - www.fotolia.de

Das Risiko einer Schönheitsoperation an der Brust ist nicht von der Hand zu weisen. Das Schicksal der Frau aus der TV-Serie "Big Brother", die nach einer Brust-OP starb, ist noch gegenwärtig. Frauen, die sich ihre Brüste vergrößern lassen wollen, sollten auf verschiedene Faktoren achten.

Verwendung hochwertigen Materials

Das beginnt beim Preis für solch einen Eingriff. Verlangt der Arzt weniger als 5000 Euro ist das ein Alarmzeichen. Die Gefahr ist groß, dass minderwertige Implantate verwendet werden, warnt Prof. Ernst Magnus Noah von der Vereinigung der Deutschen Ästhetisch-Plastischen Chirurgen (VDÄPC) in München. Ein seriöser Mediziner würde laut Noah zwischen 5.500 und 8.500 Euro verlangen.

Fachlich qualifizierter Arzt

Doch es ist nicht nur wichtig, dass der Schönheitschirurg hochwertiges Material verwendet. Die Patienten sollten sich vorher auch informieren, ob der behandelnde Arzt Mitglied einer Fachgesellschaft ist. Diese vergeben Expertisen für Ärzte, die sich regelmäßig fortbilden.

In solch einer Fortbildung lernen die Mediziner auch, wie wichtig im Vorfeld der OP das Gespräch mit dem Patienten ist. Hier sollte der Arzt mögliche gesundheitliche Probleme oder Allergien erfragen, die eine Operation vielleicht gar nicht zulassen würden.

Der Ablauf einer Brustvergrößerung

Für die Durchführung der Brustvergrößerung ist eine Vollnarkose nötig. Die Dauer des Eingriffs liegt bei ca. ein bis zwei Stunden. Anschließend ist ein stationärer Klinikaufenthalt von ein bis zwei Tagen erforderlich.

  1. Bei der Ausführung der Operation nimmt der behandelnde Arzt einen Schnitt an einer zuvor festgelegten Stelle vor, um die Haut und das Gewebe von den Muskeln, die sich darunter befinden, zu trennen. Dadurch entsteht ein Hohlraum, in den das Implantat eingeführt wird.

  2. Während Silikonkissen vollständig eingesetzt werden, führt man bei Implantaten mit einer Kochsalzlösung zuerst nur die Hülle ein. Erst danach erfolgt die Füllung des Kissens. Dies hat den Vorteil, dass der Hautschnitt sehr klein ausfällt.

  3. Wurde das Implantat erfolgreich platziert, kann der Schnitt vernäht werden. Danach werden Drainage-Schläuche zum Abfluss von Blut und Flüssigkeit sowie ein Verband angelegt.

Subglanduläre und submuskuläre Implantation

In der Regel legt der Chirurg das Implantat auf den Brustmuskel unterhalb der Brustdrüse. Dieser Vorgang wird subglanduläre Implantation genannt. Für den Fall, dass jedoch nur wenig Drüsen- und Bindegewebe vorhanden ist, lässt sich das Kissen auch unter dem Brustmuskel einsetzen, was man als submuskuläre Implantation bezeichnet.

Die zwei Arten einer Brust-OP - Implantate können hinter und vor den Brustmuskel gelegt werden

Bei einer Brust-OP werden Implantate je nach Brustgewebe vor oder hinter den Brustmuskel gesetzt

Brustoperation - Eingezeichnete Markierungen unter den Brüsten
Marks under breasts for cosmetic surgery © Benko Zsolt - www.fotolia.de

Jeder ist heutzutage allein durch die Medien schon einmal mit dem Begriff der Brust-OP in Berührung gekommen. Viele Frauen wünschen sich eine Vergrößerung ihrer Brust, oder haben bereits eine hinter sich. Nur wer sich schon näher mit dem Thema beschäftigte, weiß, dass es zwei Arten der Brust-OP gibt.

Der Chirurg kann die Implantate entweder hinter oder vor dem Brustmuskel einsetzen. Wo liegen die Vor- und Nachteile der Methoden?

Mögliche Nachteile durch hinter dem Brustmuskel eingesetzte Implantate

Setzt der Arzt ein Implantat hinter den Muskel wird durch das Muskelgewebe etwas kaschiert, dass es zur Vergrößerung kommt. Die Methode wird meist nur angewandt, wenn Patientinnen mit kleinen Brüsten kommen, denn diese haben wenig eigenes Brustgewebe. Die Nachteile können sich beim Sport zeigen, denn dabei verrutschen die Implantate durch die Muskelbewegung relativ leicht. Außerdem besteht immer die Gefahr, dass die weibliche Brust unnatürlich wirkt.

Vorteile von vor dem Brustmuskel eingesetzte Implantate

Besitzt eine Frau schon ausreichend Brustgewebe, entscheiden sich die meisten Chirurgen daher eher für das Einsetzen vor den Brustmuskel. Hier ist auch Patientinnen geholfen, die von Natur aus zu leichten Hängebrüsten neigen. Zudem kann der Abstand zwischen beiden Brüsten hier durch ein Zusammenziehen verringert werden; im Durchschnitt um maximal 2,5 Zentimeter.

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    Die Nachsorge einer Brustvergrößerung

    Direkt nach der Operation ist die Brust meist gerötet und geschwollen. Die Haut im Bereich der Brust fühlt sich gespannt an, da die Brust nun größer als vorher ist. Die Patientin erhält dann Schmerzmittel zur Linderung der Beschwerden.

    Die behandelnden Ärzte raten in der Regel, erst nach etwa 48 Stunden zu duschen, so dass sich die Wunde nicht infizieren oder aufreißen kann.

    In den ersten Tagen nach der Brustvergrößerung wird unabhängig davon auch ein fester Verband um die operierten Brüste angelegt. Einige Tage nach dem Eingriff wird dieser entfernt, die Fäden werden etwa nach einer Woche gezogen.

    Darüber hinaus ist es ratsam, in den ersten Wochen nach dem Eingriff keine sportlichen Aktivitäten auszuüben, um die Wundheilung nicht zu gefährden. Leichte Bewegung, wie z.B. ein Spaziergang, ist dagegen gut für den Heilungsprozess und den Kreislauf.

    Die Risiken einer Brustvergrößerung

    Wie bei jedem operativen Eingriff so bestehen auch bei einer operativen Brustvergrößerung Risiken, die zum einen mit der Betäubung an sich zusammenhängen und zum anderen mit dem Eingriff selbst.

    Vollnarkose

    Jede Brustvergrößerung wird unter Vollnarkose durchgeführt. Patientinnen, die das Narkosemittel nicht vertragen, können darauf mit einer allergischen Reaktion reagieren und z.B. einen Kreislaufstillstand erleiden.

    Mögliche Nebenwirkungen der Implantate

    Entgegen weitläufiger Meinung erhöht die Silikoneinsetzung nicht das Brustkrebsrisiko. Tatsächliche Risiken sind allerdings die Erkennung des Brustkrebses, weil die Implantate meist strahlendicht sind.

    Zukünftige Mütter sollten sich außerdem bewusst sein, dass sie ihr Baby vielleicht nicht stillen können. Unabhängig von der Mutterschaft kann die äußere Hülle des Implantats reißen, schrumpfen oder verkalken, was zu erheblichen Schmerzen und zur Verformung der Brust führt.

    Postoperative Komplikationen

    Das Risiko einer Operation besteht auch darin, dass sich nach dem Eingriff eine lebensgefährliche Thrombose entwickeln kann. Auch Nachblutungen oder Wundheilungsstörungen können bei jeder Operation auftreten. Teilweise machen diese einen weiteren Eingriff notwendig.

    Schmerzen und Schwellungen

    Nach Ausleiten der Narkose verspüren viele Patientinnen Schmerzen in den Brüsten, die jedoch mit Schmerzmitteln gut gelindert werden können. Auch die Schwellungen, Rötungen und/oder blauen Flecke verschwinden nach einigen Tagen oder Wochen von selbst wieder.

    Durch die Vergrößerung der Brust wird die Haut in diesem Bereich gedehnt, was sich für die Patientinnen in den ersten Tagen nach der Brustvergrößerung unangenehm anfühlen kann.

    Sensibilitätsstörungen

    Wurden während der Operation Nerven geschädigt, so kann die Patientin an den entsprechenden Stellen unter Sensibilitätsstörungen leiden. Meist gibt sich dieses Problem jedoch nach einiger Zeit von selbst wieder. Nur selten handelt es sich um eine bleibende Nervenschädigung.

    Narbenbildung

    Jede Operation verursacht Narben. Normalerweise sind die Narben bei einer Brustvergrößerung klein und nach einiger Zeit kaum mehr zu sehen.

    Bei einigen Patientinnen kann es jedoch sein, dass sich wulstige Narben bilden, die unansehnlich aussehen und unter denen die Patientin leidet. Hier kann ein weiterer operativer Eingriff notwendig werden, bei dem diese Narben korrigiert werden.

    Kapselfibrose

    Bei einigen Patientinnen kann sich auch eine Kapselfibrose entwickeln. Um das Brustimplantat herum wächst normalerweise das Brustgewebe und die Brust fühlt sich trotz Implantat weich an. Selten kann sich dieses Gewebe jedoch verhärten und zu einer Kapselfibrose führen, die für die Patientin schmerzhaft ist.

    Diese kann oft nur durch eine weitere Operation korrigiert werden.

    Auslaufen von Implantaten

    Brustimplantate können auch reißen und auslaufen, so dass sich das Füllmittel des Implantates im Körper verteilt und dort zu Folgeerkrankungen führen kann. Dies geschieht jedoch meist nur dann, wenn die Patientin z.B. einen schweren Unfall hatte, bei dem sie sich eine schwere Verletzung im Bereich des Brustkorbes zugezogen hat.

    Alle möglichen Risiken sollten frühzeitig erkannt und behandelt werden, sodass regelmäßige Kontrolluntersuchungen ein Muss nach jeder Brustvergrößerung bleiben. Was nützt schon die richtige Oberweitengröße, wenn das Gesicht schmerzverzerrt ist?

    Weitere Komplikationen

    Brustvergrößerungen ziehen oftmals chronische Schmerzen nach sich

    In rund 25% der Fälle kehrt sich der an sich positive Effekt einer Brustvergrößerung bei den Frauen ins Negative um. Der Grund findet sich in den anhaltenden und somit chronischen Schmerzen in den operierten Brüsten. Zu diesem Ergebnis kam eine Befragung von 265 Frauen mit Brustimplantat, die von der Anästhesistin Monique Steegers, tätig an der Universität Medizinisches Zentrum St. Radboud (Nijmegen), zu diesem Thema befragt wurden.

    Worin sich die chronischen Schmerzen begründen, ist nicht bekannt, allerdings scheint die Größe der Implantate hierbei keinen entscheidenden Einfluss auszuüben.

    Auswirkung einer Brustvergrößerung: sieben Mythen

    Hinweise bzgl. der Irrtümer zur Brustvergrößerung - was man wirklich wissen sollte

    Patientin mit kleiner Brust auf Liege im Operationssaal, kurz vor Brustvergrößerung
    Woman on operating table © microimages - www.fotolia.de

    Sich die Brüste vergrößern zu lassen, ist heutzutage keine Seltenheit mehr. Immer mehr Frauen fühlen sich mit ihrer kleinen Oberweite unwohl und lassen sich Implantate einsetzen. Natürlich bringt so eine Brustoperation gewisse Risiken mit sich. Doch nicht alles, was man darüber hört, ist richtig. Über die sieben häufigsten Irrtümer wird hier berichtet.

    1. Implantate sollte man alle zehn Jahre auswechseln. Mittlerweile haben die Brustimplantate eine lebenslange Garantie und werden nur in Ausnahmefällen vorzeitig ausgewechselt.

    2. Brustuntersuchungen sind nach einer Brustvergrößerung nicht mehr nötig. Die Annahme, die Implantate würden eine Brustuntersuchung unnötig machen, ist falsch. Vorsorgeuntersuchungen sind hier besonders wichtig, da eine Selbstuntersuchung durch die Implantate teilweise sogar erschwert werden kann.

    3. Bügel-BHs kann man nach der OP nicht mehr tragen. Dies gilt nur während der Heilungszeit, später ist es kein Problem mehr.

    4. Die Berührungssensitiviät der operierten Brust wird vermindert. Dies ist nicht die Regel, nur in Ausnahmefällen kann es dazu kommen.

    5. Tumore können durch die Implantate in einer Mammographie nicht mehr erkannt werden. Für gute Radiologen sollte dies kein Problem sein, auch wenn die Untersuchung bei Implantat-Brüsten etwas aufwendiger ist.

    6. Beschwerden in der Brust sind nach der OP immer auf den Eingriff zurück zu führen. Systemische Erkrankungen der Brust können immer auftreten und sind nicht automatisch eine Folge der Brustvergrößerung.

    7. Brustvergrößerungen sind sehr schmerzhaft und hinterlassen Narben. Natürlich ist das Schmerzempfinden von Frau zu Frau unterschiedlich. Doch in der Regel lassen die Beschwerden wenige Tage nach dem Eingriff wieder nach. Die Narben sind nicht besonders groß und an solchen Stellen, an denen sie nicht sonderlich stören sollten.

    Durch Brustimplantate kann es zu einem sehr seltenen Tumor kommen

    Brustimplantate begünstigen ein seltenes Lymphom

    Brustoperation - Eingezeichnete Markierungen unter den Brüsten
    Marks under breasts for cosmetic surgery © Benko Zsolt - www.fotolia.de

    Eine Brustvergrößerung durch Silikonimplantate ist heutzutage keine Seltenheit mehr. Weltweit tragen zwischen fünf und zehn Millionen Frauen Implantate in der Brust.

    Wie die Food and Drug Administration (FDA) jetzt bekannt gab, kann es dadurch jedoch zu einem sehr seltenen Tumor kommen, einem grosszelligen Lymphom (ALCL), der im Durchschnitt erst Jahre nach der Operation auftaucht.

    Trotz geringem Risiko weitere Untersuchungen

    Das Risiko ist jedoch so gering einzustufen (weltweit gibt es nur knapp drei Dutzend bekannte Fälle), dass der Zusammenhang zwischen Implantat und ALCL als nicht sicher gilt.

    Um mehr Klarheit darüber zu erhalten, müssen weitere Forschungen erfolgen - die Verwendung von Brustimplantaten gilt also weiterhin als sehr effektiv und sicher. "Wir brauchen mehr Daten und sind dafür auf die Mithilfe der Ärzte angewiesen, die uns jeden Fall eines bestätigten ALCL melden sollen", so ein Sprecher der FDA.

    Frauen, die mit ihren Implantaten keine Probleme haben, bräuchten sich nicht extra auf ein ALCL untersuchen zu lassen und auch die prophylaktische Entfernung der Implantate sei nicht nötig.

    Brustimplantate verzögern Erkennung von Brustkrebs bei Vorsorgeuntersuchungen

    Frauen, die sich mit Implantaten die Brüste künstlich vergrößeren lassen, haben ein größeres Risiko an Brustkrebs zu erkranken als Frauen ohne Polster. Zu dieser Erkenntnis kamen kanadische Forscher, die die Daten von 40.000 Kanadierinnen über einen Zeitraum von 15 Jahren miteinander verglichen, die sich einer Brustvergrößerung oder einer anderen Schönheitsoperation unterzogen hatten. Dabei stellte sich heraus, dass bei Frauen mit Implantaten ein dreifach erhöhtes Risiko vorlag, an Brustkrebs zu erkranken.

    Der Grund: Die Implantate, egal mit welchem Material sie gefüllt und beschichtet waren, verdecken beim Röntgen Teile des Brustgewebes. So werden Mammakarzinome im frühen Stadium bei Vorsorgeuntersuchungen leicht übersehen. Bis sie bei diesen Frauen entdeckt werden, ist der Brustkrebs häufig schon weit fortgeschritten. Am größten ist das Risiko bei subglandulären Implantaten, d.h. unter der Brustdrüse.

    Dadurch, dass Mammakarzinome bei Frauen ohne Implantaten früher entdeckt werden, haben sie statistisch gesehen eine höhere Überlebenschance: Bei den Frauen mit Brustimplantaten hatten zehn Jahre nach der ersten Krebsdiagnose 79,0 Prozent der Patientinnen überlebt, bei den Frauen ohne künstliche Polsterung dagegen 84,8 Prozent.

    Brustkrebserkennung wird durch Brustimplantate erschwert - Diagnose kommt häufig zu spät

    Frauenärzte machten im Britischen Ärzteblatt darauf aufmerksam, dass künstliche Brustimplantate möglicherweise eine Brustkrebsdiagnose verhindern und so zu einer höheren Sterblichkeitsrate führen können. Dies hatte eine Meta-Analyse in Großbritannien ergeben. Durch die Implantate fällt bei der Mammographie ein Strahlenschatten auf die Brustdrüse und erschwert so das Erkennen eines Karzinoms.

    Besonders bei Brustvergrößerungen, bei denen das Implantat unter der Brustdrüse und oberhalb des Muskels eingesetzt wurde, werden Mammakarzinome häufig erst im fortgeschrittenen Stadium erkannt. Allerdings haben Implantate durchaus auch Vorteile, gaben die Mediziner zu: Da sie eine Kompression und Auszehrung des natürlichen Drüsengewebes verursachen, können Karzinome bei einem Tastbefund leichter aufgespürt werden.

    Ein weiteres Ergebnis der Analyse besagte, dass möglicherweise bei bis zu 75% der Frauen, die Brustimplantate besitzen, eine Diagnose zu spät erfolgte. Allerdings berücksichtigte die Studie keine weiteren Faktoren wie den BMI der Patientinnen, das Alter oder den Zeitpunkt der Diagnose. Daher sei dieses Ergebnis mit Vorsicht zu genießen. Weitere Forschungen sollen jedoch den Zusammenhang zwischen Brustimplantaten und Brustkrebsdiagnosen näher untersuchen.

    Brustwarzen können nach Brust-OP bei Raucherinnen absterben

    Wie der Schönheitschirurg Anthony Youn aus Detroit, USA, sagt, legt er Patientinnen, die rauchen und sich einer Brustvergrößerung unterziehen möchten, nahe, vor dem Eingriff mit dem Rauchen aufzuhören - sowohl vor als auch nach der Operation. Denn anderenfalls würden sie Gefahr laufen, die Brustwarzen zu verlieren.

    Youn zufolge kann das in den Zigaretten enthaltene Nikotin und Kohlenmonoxid den Blutfluss in verschiedenen Körperbereichen stören. Im schlimmsten Fall sterben die Brustwarzen dadurch ab, werden schwarz und fallen irgendwann ab.

    Wann die Krankenkasse eine Brustvergrößerung unterstützt

    Eine Brustvergrößerung ist in der Regel eine Schönheitsoperation aus ästhetischen Beweggründen. Der plastische Chirurg operiert die Patientin unter Vollnarkosein in einer Schönheitsklinik, in der die Patientin auch nach der Operation meist noch ein oder zwei Tage zur Beobachtung bleiben muss. Eine Brustvergrößerung kostet aus diesen Gründen mehrere tausend Euro.

    Kassen beteiligen sich im Fall einer medizinischen Notwendigkeit

    Wenn die Krankenkassen urteilen, dass es sich um eine Schönheitsoperation bzw. einen kosmetischen Eingriff handelt, so erfolgt keine Kostenbeteiligung geschweige denn keine komplette Kostenübernahme. In der Regel zählt eine Brustvergrößerung als kosmetischer Eingriff und muss somit von der Patientin selbst finanziert werden.

    Es gibt jedoch Ausnahmefälle, in denen ein Zuschuss zu den Behandlungskosten von seitens der Krankenkasse möglich ist. Wenn sich die Krankenkasse von der medizinischen Notwendigkeit der Brustvergrößerung überzeugen konnte, so ist eine Kostenbeteiligung oder komplette Kostenübernahme möglich.

    Patienten, die zum Beispiel von Geburt an missgebildete Brüste haben, erhalten möglicherweise einen Zuschuss für Ihre Brustvergrößerung. Gleiches gilt auch für Frauen, die nach einer Brustkrebsoperation aufgrund der Tumorentfernung zwei unterschiedlich große Brüste haben.

    Wer entscheidet?

    Ob eine Brustvergrößerung medizinisch notwendig ist oder nicht, entscheiden der medizinische Dienst der gesetzlichen Krankenkassen oder auch die beratenden Ärzte der privaten Krankenversicherungen.

    Jede gesetzliche Krankenkasse verfügt über Ärzte des medizinischen Dienstes. Diese Ärzte benötigen sämtliche Unterlagen bezüglich der Notwendigkeit des operativen Eingriffes, um beurteilen zu können, ob dieser medizinisch notwendig ist oder aus rein kosmetischen Gesichtspunkten durchgeführt wird. Häufig werden auch psychiatrische Gutachten verlangt, die belegen, dass die Patientin massiv unter ihren kleinen und/oder ungleichen Brüsten leidet.

    Meist wird der Patient auch persönlich vom Medizinischen Dienst untersucht. Bei den privaten Krankenversicherungen werden in der Regel sämtliche Befunde benötigt, die der Sachbearbeiter dann zusammen mit dem Beratungsarzt auswertet.

    Konnten sich die beratenden Ärzte von der Notwendigkeit der Brustvergrößerung überzeugen, so erfolgt eine Kostenbeteiligung bzw. komplette Kostenübernahme. Erfolgt eine Ablehnung der Kostenübernahme, so hat die Patientin die Möglichkeit, einen Einspruch einzulegen. Der Sachverhalt wird dann nochmals geprüft.

    Erfolgt erneut eine Ablehnung, so kann meist nur noch ein Rechtsanwalt weiterhelfen. Dieser hat jedoch keinesfalls immer Erfolg. Die Krankenkassen übernehmen auch dann nur einen Teil der Kosten, wenn sie sich von der medizinischen Notwendigkeit überzeugen konnten.

    Keine Kostenübernahme von Krankenkasse für Brustvergrößerung

    Das Sozialgericht Koblenz hat unter Aktenzeichen S 11 KR 467/05 entschieden, dass die Kosten für eine Brustvergrößerung auch dann nicht von der Krankenkasse übernommen werden müssen, wenn die Frau wegen ihrer kleinen weiblichen Brust an psychischen Problemen leidet. Ist eine Frau von psychischen Problemen betroffen, dann können diese auch mit einer Psychotherapie behandelt werden.

    Eine Versicherte, die sich vor dreißig Jahren die Brust wegen psychischen Problemen vergrößern ließ, wollte mehr als 2000 Euro für neue Brustimplantate von der Krankenkasse haben. Die Kasse hätte zwar die Operationskosten für die Entfernung übernommen, war aber nicht bereit, die Kosten für die neuen Implantate zu tragen.

    Vorgetäuschter Brustkrebs für Brustvergrößerung

    Damit sie sich ihre Brustvergrößerung finanzieren konnte, gab eine 24-Jährige aus Texas vor, an Brustkrebs zu leiden. Sie rasierte sich alle Körperhaare und konnte somit im Rahmen einer ganztägigen Spendengala ein Spendengeld im Wert von rund 10.000 Dollar sammeln.

    Dort gab sie vor 100 Leuten an, sie benötige das Geld für die Wiederherstellung ihrer amputierten Brüste - eine Krankenversicherung habe sie nicht.

    Ein Paar der Spender wurden jedoch misstrauisch - die 24-Jährige wurde verhaftet und muss sich nun vor Gericht verantworten.

    BGS-Urteil: Intersexuelle haben keinen Bezahl-Anspruch auf Brustvergrößerung durch Krankenkasse

    Chirurgen im Operationssaal bei Brustoperation einer Frau
    Brust Operation 4 © Bernd Layer - www.fotolia.de

    Ein Mensch, der genetisch zwar ein Mann ist, aber aufgrund einer Hormonstörung das Äußere einer Frau hat und sich als Frau sieht hat keinen Anspruch darauf, dass die Krankenkasse eine Brustvergrößerung zahlt.

    Nach dem Bundessozialgericht Kassel gelten in diesem Fall dieselben Regelungen wie bei Transsexuellen, wo die Kassen nicht für eine Brustvergrößerungsoperation zahlen müssen, wenn die Brust der Körbchengröße A entspricht.

    Konkreter Fall

    Es hat eine Frau geklagt, die laut Chromosomen ein Mann ist. Allerdings kann ihr Körper kein Testosteron herstellen, da eine Biosynthesestörung vorliegt. Darum sieht sie aus wie eine Frau - auch ohne Eierstöcke und ohne Gebärmutter.

    Allerdings verfügt sie über eine Scheide und kleine Brüste in Körbchengröße A, oder B. Diese wären nach ihrer Ansicht nicht geeignet, um ihre die Identitätsfindung als Frau zu erleichtern. Darum wollte sie, dass die Krankenkasse eine Brustvergrößerung zahlt.

    Doch die Kasse verwies sie stattdessen an eine Psychotherapie mit dem Hinweis auf ein BSG-Urteil vom September 2012. Der Anspruch auf Brustvergrößerung besteht bei Transsexuellen, die sich als Frau fühlen nur dann, wenn die kleinste BH-Körbchengröße A "noch nicht voll ausfüllt".

    Das BSG sah dies nun genauso und gab der Krankenkasse Recht.

    Grundinformationen zur Brustvergrößerung

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    Quellenangaben

    • Bildnachweis: close up picture of big boobs in bandage after surgery © iordani - www.fotolia.de
    • Bildnachweis: Woman on operating table © microimages - www.fotolia.de
    • Bildnachweis: brustvergrößerung © Andreas Bouloubassis - www.fotolia.de
    • Bildnachweis: Brust Operation 4 © Bernd Layer - www.fotolia.de
    • Bildnachweis: Breast augmentation and abdominal cosmetic surgeries © Benko Zsolt - www.fotolia.de

    Autor:

    Paradisi-Redaktion - Artikel vom (zuletzt überarbeitet am )

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