Augenlasern: Studie untersucht Langzeitnebenwirkungen für die Sehkraft

Nachuntersuchung von 574 Patienten zeigt, dass sich viele Behandelte mit Nebeneffekten im Alltag arrangieren müssen

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  • von Paradisi-Redaktion
Chirurg in grünen Handschuhen bei einer Augenoperation - Laser-in-situ-Keratomileusis (LASIK)

Wer Brille oder Kontaktlinsen nicht mehr tragen und dennoch eine gute Sehkraft haben möchte, kann sich in vielen Fällen einer Operation unterziehen. Umgangssprachlich ist vom Augenlasern die Rede, in der Medizin spricht man von der "refraktiven Chirurgie". Dabei wird die Brechkraft der Augen so verändert, dass die Sehkraft auch ohne Brille oder Kontaktlinse wieder höher ist.

Die LASIK-Chirurgie

Am weitesten verbreitet ist die LASIK-Chirurgie. Diese Laser-in-situ-Keratomileusis-Chirurgie kann bei einer Kurzsichtigkeit bis zehn Dioptrien und einer Weitsichtigkeit bis vier Dioptrien angewandt werden und die alte Sehhilfe überflüssig machen.

  1. Während der OP wird die äußere Hornhautschicht kurz angehoben,
  2. etwas Bindegewebe mittels Laser entfernt und
  3. die Hornhaut wieder zugeklappt.

Das Verfahren gilt als sehr sicher und bringt vielen Patienten zunächst eine gute Verbesserung der Sehkraft. Schon länger steht allerdings die Vermutung im Raum, dass die Langzeitrisiken nicht richtig eingeschätzt werden. In zwei US-Studien wurden nun Daten von insgesamt 574 Patienten gesammelt und ausgewertet.

Zufriedenheit und Nebenwirkungen

Vier Wochen, zwei Monate und ein halbes Jahr nach dem Lasern wurden alle Patienten in einer Nachuntersuchung kontrolliert. Dabei füllten sie zusätzlich zu den Untersuchungen auch einen Fragebogen aus, der auf Nebenwirkungen einging. Man sagte ihnen, dass ihr behandelnder Augenarzt diese Fragebögen nicht sehen wird, damit die Patienten sich frei äußerten. Das Ergebnis: Zwar war die Mehrheit mit der neuen Sehkraft zufrieden, doch einige berichteten auch von unerwünschten Effekten:

  • So bekamen 28 Prozent ein Sicca-Syndrom, also trockene Augen.
  • Hinzu kamen Probleme wie Doppelbilder bei reflektierenden Objekten. Wurden diese betrachtet, sorgte die nun starke Lichtausbreitung für das Sehen von Doppelbildern.
  • Auch Lichteffekte wie "Halos" wurden zum Problem. Dabei sehen die Betroffene beim Betrachten von Lichtquellen Lichtringe um das Objekt herum.
  • Zusätzliche berichteten einige von "Starburst": Hierbei entsteht ein Effekt, bei dem Lichtstrahlen von einer Leuchtquelle abzugehen scheinen.

Patienten bereuen Eingriff nicht

Rund 50 Prozent der Operierten berichteten wenigstens von einem dieser störenden Sehfehler. Dennoch gaben 98 Prozent der Patienten an, dass sie im Großen und Ganzen mit dem Ergebnis des Augenlaserns zufrieden sind. Sie scheinen sich also mit den Nebeneffekten im Alltag zu arrangieren. Denkbar, so die Forscher, sei aber auch eine gewisse Schicksalsergebenheit, da sie nach der OP ohnehin nichts mehr an den Folgen ändern können.

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Paradisi-Redaktion - News vom (zuletzt überarbeitet am )

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