Gebrauchshinweise für einen Pömpel (Saugglocke)

Ansicht von oben: Toilettenschüssel mit hochgeklapptem Sitz und Deckel

Das Prinzip ist physikalisch einfach und doch so wirkungsvoll im Kampf gegen Verstopfungen der Abflüsse

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  • von Paradisi-Redaktion

Pömpel ist eine von zahlreichen Ausdrucksweisen für die Saugglocke. Sie wird in der Sanitärtechnik eingesetzt und ist oftmals der letzte Ausweg. Wenn es im Abfluss nicht mehr vorwärts geht, dann muss mit dem Pömpel angesaugt, also auf dem umgekehrten Wege alles wieder herausgeholt werden.

Namensgebung und Einsatzgebiet

Im weitesten Sinne stammt die Bezeichnung von der einer vereinfachten Pumpe ab. Regionale, mundartliche sowie umgangssprachliche Namen wie

  • Pumpfix,
  • Gummistopfer,
  • Ausgussreiniger oder
  • Gummistumpen

lassen gleichzeitig erkennen, wie vielfältig, geradezu notwendig deren Einsatz seit jeher gewesen ist. Pömpel ist der gängige Begriff im norddeutschen Dialekt für diese Saugglocke. Sie ist in vielen Fällen die letzte Rettung, bevor ein professionelles Rohrreinigungsunternehmen zur Hilfe gerufen werden muss. Das kostet dann schnell einen dreistelligen Eurobetrag.

Das Prinzip ist physikalisch ebenso einfach wie einleuchtend.

Wenn etwas nicht vorwärts geht, dann muss es durch ein Ansaugen rückwärts wieder herausgeholt werden. Im Haushalt gilt das für sämtliche Abflüsse, so wie

Für eine Rohrverstopfung gibt es ebenso vielfältige wie vielseitige Gründe. Das beginnt beim Alter sowie dem damit verbundenen Durchmesser des Abflussrohres und endet bei einem unsachgemäßen Einführen von Gegenständen oder Hinterlassenschaften, die das oftmals verwinkelte oder verschlungene Abflussrohr einfach nicht passieren können.

Dabei kann der Einsatz des Pömpels nur bedingt erfolgreich sein. Abhängig von seiner Stillänge ist ein Ansaugen nur bis zum nächsten, dem ersten Rohrknick möglich. Für jegliche dahinter liegende Abflussverstopfung ist eine externe professionelle Hilfe notwendig.

Der Fachmann verfügt über die notwendigen Geräte wie eine Kamera. Ähnlich wie bei einer Kathederuntersuchung wird sie hier in das Abflussrohrsystem eingeführt und zeigt auf einem Bildschirm die Stelle des aktuellen Problems.

Anwendung und Wirkungsweise eines Pömpels

  1. Mit dem Pömpel wird wahlweise ein Über- oder ein Unterdruck erzeugt. Um das zu erreichen, müssen mögliche andere Öffnungen oder Zuflüsse zu dem betreffenden Rohrabschnitt abgedichtet, also verschlossen werden. Im Haushalt ist dazu das Aufpressen eines nassen Lappens ausreichend.

  2. Der Behälter, beispielsweise das Becken in Küche oder Sanitärbereich, wird mit Wasser gefüllt, sprich geflutet.

  3. Jetzt wird der Pömpel, also die Saugglocke auf den Abfluss aufgesetzt und abwechselnd auf- sowie abwärts bewegt, buchstäblich gestampft. Der dadurch entstehende Druck löst, je nach Intensität, sofort, bald oder nach längerem Stampfen die Verstopfung.

  4. Je nachdem, was das Abflussrohr verstopft hat, wird alles nach oben geschwemmt, sammelt sich also in dem Becken. Unabhängig davon, um was es sich dabei handelt, muss alles aus dem Becken entnommen und anderweitig separat entsorgt werden. Um diese in aller Regel unerfreuliche Arbeit zu umgehen, wird gerne versucht, nach dem Freistampfen des Abflusses alles erneut durchzuspülen.

    Das geht in vielen Fällen nicht gut. Wenn der erste Abschnitt des Abflussrohres, der soeben frei geworden ist, auch durchlässig bleibt, so besteht doch die Gefahr, dass sich in einem der weiteren Teilabschnitte die Verstopfung wiederholt; denn der Anlass dafür bleibt in diesem Falle derselbe. Dann hilft der Pömpel auch nicht weiter, weil die erneut verstopfte Stelle im Abflusssystem jetzt nicht mehr erreichbar ist.

  5. Wenn dieser Reinigungsvorgang mit dem Pömpel abgeschlossen ist, sollte der jetzt freie Abfluss mit einem scharfen, aber nicht aggressiven Rohrreinigungsmittel gesäubert werden. Dazu bietet der Fachhandel verschiedenartige Pulver an, die eingestreut werden und einige Stunden lang einwirken. Anschließend wird, je nach Abfluss, ausgiebig durchgespült.

Rücksicht in Mehrparteienhäusern

In einem Mehrfamilienhaus mit einem längeren und verzweigten Abflusssystem für Küche und Sanitärbereich sollte jede Mietpartei einen Pömpel parat haben. Hier gebietet es sich aus Rücksicht auf die Mitbewohner in den unteren Etagen, den mit einem Pömpel freigestampften Abflussinhalt zu entnehmen und separat zu entsorgen.

Es sollte darauf verzichtet werden zu versuchen, ihn erneut durchzuspülen! Die Mitbewohner könnten schon kurze Zeit später in dieselbe missliche Situation kommen, ohne sie verursacht oder verschuldet zu haben. Für den häuslichen Gesamtfrieden wäre das sicherlich nicht förderlich.

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Quellenangaben

  • Bildnachweis: Toilettenschüssel © Alterfalter - www.fotolia.de

Autor:

Paradisi-Redaktion - Artikel vom (zuletzt überarbeitet am )

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