9. Juli 2009
(dgk) Jeder weiß, wie Sommersprossen aussehen: Rotbraun pigmentierte kleine Punkte. Sie leuchten unübersehbar auf Nasenrücken, Wangenpartie und Unterarmen von meist blonden oder rothaarigen Menschen. Weniger bekannt sind die Symptome von Vitiligo-Patienten: Weiße Flecken unterschiedlicher Größe erstrecken sich über die Haut. Die sogenannte Weißfleckenkrankheit wird meist als unschön empfunden, Sommersprossen hingegen sehen oft sehr hübsch aus. Für beide Erscheinungsformen sind Pigmentstörungen verantwortlich.
Sonnenbräune entsteht durch einheitlich verteiltes Melaninpigment. Melaninbildende Zellen liegen verstreut in der Oberhaut und geben den Farbstoff an umliegende Hautzellen ab. Dort legt er sich wie ein Schild vor die Zellkerne, adsorbiert die Sonnenstrahlen und verhindert, dass Moleküle im Erbgut in den Zellkernen angegriffen werden. Dieser Mechanismus ist der wichtigste Selbstschutz der Haut vor UV-Strahlen. Die Strahlung kann bereits nach wenigen Minuten überdosiert sein und die Erbsubstanz in den Hautzellen schädigen. Durch die gleichmäßig in der Haut verteilten Pigmente verlängert sich die Eigenschutzzeit aber etwa um das Fünffache. Nicht so bei sommersprossiger Haut. Die Sprossen sind ein Zeichen dafür, dass der Farbstoff an dieser Stelle nicht gleichmäßig verteilt werden kann. Schuld an den rotbraunen Punkten ist zudem das Phäomelanin, ein Pigment, das ohnehin schlechter vor UV-Strahlen schützt als braunes Melanin. Auch wenn die Haut vor lauter Sommersprossen sonnengebräunt aussieht – entscheidend sind die Bereiche zwischen den Sprossen. Sie bleiben hell und ungeschützt.
Noch höher ist der Bedarf an Sonnenschutz aber bei Menschen mit Vitiligo, übrigens weder eine Krankheit noch ansteckend. Die Haut verliert dabei aus noch weitgehend unbekannter Ursache stellenweise die Fähigkeit, Pigment zu bilden, oder aber das Pigment wird durch den ungewöhnlich hohen Wasserstoffperoxidgehalt dieser Hautbereiche gebleicht. Die weißen Hautbezirke sind den UV-Strahlen schutzlos ausgeliefert.
Menschen mit vielen Sommersprossen oder Vitiligo sollten beim Sonnenschutz deshalb besonders konsequent sein. Eine Nahrung reich an Carotinoiden (in Obst, Gemüse, Tomatenmark) und an der Aminosäure Tyrosin (in Käse, Hülsenfrüchten, magerem Fleisch) unterstützt die Hautfunktionen von innen. Von außen gehören Lichtschutzfaktoren über 30 und Sonnenschutzkleidung zur Grundausstattung für einen Tag im Freien – auch wenn er im Schatten stattfindet.
Tipp:
Zum diesjährigen "Tag des Sonnenschutzes" hat sich im Juni ein breites Aktionsbündnis aus unterschiedlichsten Verbänden und Institutionen formiert, das über den richtigen Umgang mit der Sonne und über notwendige Schutzvorkehrungen berät. Im Zentrum der gemeinsamen Aktivitäten unter dem Motto "Sonnenschutz? – Sonnenklar!" stehen Informationen zum individuellen Sonnenschutz. Die Aktionen sind nicht auf den "Tag des Sonnenschutzes" beschränkt; sie finden ganzjährig statt.
Weitere Informationen zum gezielten Sonnenschutz und einen Kalender mit allen Beratungsaktionen finden Interessierte im Internet unter www.tag-des-sonnenschutzes.info
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