28. September 2009
Genitalcremes sind in Apotheken frei verkäuflich. Was liegt da näher als sich bei unangenehmem Juckreiz im Schritt selbst zu behandeln. Manchmal ist der Gang zum Arzt jedoch unumgänglich; wird er versäumt kann dies schlimme Folgen für die Zeugungsfähigkeit haben.
Wenn der Intimbereich zu jucken beginnt, scheuen vor allem Männer den Gang zum Arzt. Größtenteils wohl aus Scham, weil sie es als unangenehm empfinden ihren Penis von einem Arzt berühren zu lassen. Frauen gehen damit viel selbstbewusster um, schließlich ist für sie die regelmäßige Untersuchung beim Frauenarzt Routine. Wenn die Ursache für den Juckreiz eine einfache Pilzinfektion ist, spricht nichts dagegen diese mit einer Genitalsalbe aus der Apotheke zu behandeln.
Kommt zu dem Juckreiz jedoch noch nässender Ausschlag und/oder hohes Fieber hinzu, sollte unbedingt ein Arzt aufgesucht werden. Denn nicht nur Pilzerkrankungen führen zu Juckreiz im Schritt, sondern auch Krankheiten die auf dem sexuellen Weg übertragen werden. Waren die Raten der Tripper- und Syphilisinfektionen, die auf den Gesundheitsämtern in den letzten Jahren gemeldet wurden, immer rückläufig, so wurden in den vergangenen zwei Jahren immer wieder neue Infektionen gemeldet.
Ein Hauptgrund hierfür ist, dass immer mehr junge Menschen beim Sex auf den Schutz durch ein Kondom verzichten. Oft geschieht dies einvernehmlich, da beiden Partnern die Gefahr nicht bewusst ist, die aus ungeschütztem Geschlechtsverkehr resultiert. Nicht nur die Infektion mit dem HIV-Virus droht hierdurch, sondern auch die Ansteckung mit den klassischen Geschlechtskrankheiten: Tripper, Syphilis und Chlamydien.
Für den Mann ist besonders die Infektion mit dem Tripper- und Syphilisvirus gefährlich. Werden diese Krankheiten nicht mit Antibiotika behandelt, ist ihr Verlauf sehr lang. Neben Schmerzen und Juckreiz droht dann im schlimmsten Fall die Zeugungsunfähigkeit. Für Frauen ist besonders die Ansteckung mit Chlamydien gefährlich. Diese führen bei einer schwangeren Frau häufig dazu, dass sie eine Fehlgeburt erleidet.
Auch wenn die Scham groß ist, mit dem Verdacht, an einer Geschlechtskrankheit zu leiden, einen Arzt aufzusuchen, ist dieser Schritt meist unumgänglich. Besonders, wenn zum Juckreiz noch die oben beschriebenen Symptome kommen, ist der Besuch eines Arztes unumgänglich. Vor einer Stigmatisierung durch diese Krankheit muss sich aber niemand fürchten, denn diese Erkrankungen sind zwar meldepflichtig, jedoch erfolgt die Meldung anonymisiert.
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