17. Februar 2007
Von ssakiy
Nagelstudio ist nicht gleich Nagelstudio. Hier gibt es wie fast nirgendwo sonst in der sonst so penibel kontrollierten Kosmetikbranche Qualitätsunterschiede. Doch worauf muss ich als Kunde achten?
Das Problem ist simpel. Da Nageldesign keine offizielle Berufsform ist, unterliegt man keiner Ausbildungsverordnung, man muss keine Prüfungen ablegen. Ein Gewerbeschein reicht, um mit dem eigenen Nagelstudio durchzustarten. Das bedeutet nicht zwangsläufig, dass in dem Nagelstudio um die Ecke eine gelangweilte Hausfrau sitzt, die ihr Haushaltsgeld aufbessern möchte, indem sie zahlenden Kunden die Nägel verhunzt. Tatsächlich machen aber wenige schwarze Schafe, die im Nageldesign das schnelle und leicht verdiente Geld sehen, dem Ruf der Nageldesignerin als solches schwer zu schaffen.
Zwar wird qualitativ schlechte Arbeit mit dem Niedergang bestraft, da die Kunden bestimmt nicht wiederkommen, aber es wachsen so viele Studios nach, dass die "natürliche Auslese" wieder ausgeglichen wird.
Schon ein Rundblick verrät viel über das Nagelstudio. Die Arbeitsplätze sind sauber, es liegen saubere Handtücher bereit, die Lampen sind nicht mit Gel verklebt. Optimalerweise steht auch irgendwo Desinfektionsmittel rum, und die Hygieneverordnung sollte zumindest greifbar sein. Rauchen oder Essen im Studio oder, noch schlimmer, während der Behandlung, sind ein absolutes No-Go!
Der äußere Eindruck der Modellistin spielt auch eine große Rolle. Ordentliche, saubere Kleidung (von ein wenig Feilstaub vielleicht abgesehen), selbst ordentlich modellierte Nägel sprechen zumindest für einen Sinn für das Äußere.
Bei der Erstmodellage sollte die Nageldesignerin vor Beginn ein Gespräch mit dem Kunden führen, sich über eventuelle Krankheiten oder medikamentöse Behandlung ein Bild machen, da dies die Qualität der Modellage beeinflussen kann. Auch die Frage nach dem Job der Kundin gibt der Modellistin Aufschlüsse über die alltäglichen Belastungen der Nägel. Optimalerweise sollte sie dabei eine Kundenkarte mit den relevanten Details ausfüllen, um für den nächsten Besuch der Kundin vorbereitet sein zu können. Während der Modellage sollte die Modellistin auf die Wünsche und Fragen der Kunden eingehen, Hinweise wie z.B. Hitzeentwicklung beim Anmattieren ernst nehmen.
Ein weiteres, vielleicht nicht ganz unwichtiges Detail ist die Auswahl der angebotenen Leistungen. Wenn neben der Gelmodellage, die schon fast Standard ist, auch Acryl- oder Seidenmodellage angeboten wird, ist die Modellistin auf jeden Fall erfahren und vielseitig.
Denken Sie aber auch daran: Nobody is perfect. Ein benutztes Handtuch, dass vergessen wurde, bedeutet nicht gleichzeitig verheerende hygienische Mängel. Das Wichtigste ist und bleibt einfach, dass man sich als Kundin im Studio wohl fühlt und mit der Arbeit vollauf zufrieden ist.
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