28. August 2009
Von Viola Reinhardt
Der Mensch und sein Haar sind ein festverwobener Bestandteil und um kaum ein Attribut wird soviel Aufheben gemacht. Schöne Haare durch hunderte von verschiedenen Pflegeprodukte, der neueste Schnitt als passender Gegenpart zur Haute Couture. Doch nicht immer wollen die Haare wie es der Mensch und vor allem auch die Frau gern hätte, besonders auch dann, wenn die Haare aufgrund einer Erkrankung ausfallen und nicht wiederkommen.
In solch einem Fall ist guter Rat teuer. Perücken haben es zumeist an sich, dass sie verrutschen oder bei einem Schwitzen heftig zu jucken anfangen. Toupets sind eher was für Männer, da diese nur selten über eine wallende Haarpracht verfügen und eher punktuell neue Haare benötigen. Haartransplantationen sind nicht nur teuer, sondern auch mit Schmerzen verbunden. Doch was bleibt dann noch als Alternative übrig, wenn man nicht mit einer Glatze laufen möchte oder es mitunter noch sehr lange dauert, bis die eigenen Haare wieder eine annehmbare Länge haben?
Vollbonding ist hier der neue Trend und eine echte Alternative gegenüber Perücken und Co. Erhältlich ist das Haarteil bei einem Zweithaar-Händler oder Friseur, der sich auf Haarteile spezialisiert hat. Unterschiedliche Haarqualitäten und Farben stehen zur Auswahl. Während synthetische Haare nur eine kurze Lebensdauer haben und mitunter auch durch ein Liegen splissig und aufgeraut werden können, zeigt sich Echthaar mit einer Lebensdauer von bis zu drei Jahren bzw. etwa ein Jahr, wenn es sich um asiatisches Haar handelt.
Während Perücken oder Toupets lose getragen werden, zeigt sich das Vollbondig mit der Technik des Verklebens, dass direkt auf der Kopfhaut geschieht. Nachteilig ist hier, dass manchmal die Kopfhaut Reizungen durch den Kleber bekommt und das Nachkleben in der Regel alle drei bis vier Wochen erfolgen muss. Weitere Formen sind das Hairweaving, das Micropoint-Verfahren oder auch MicroBellargo, die allerdings mit noch vorhandenem Haar verklebt und permanent befestigt werden.
Hinsichtlich der Kosten und dem Aufwand zeigt sich allerdings jeder der genannten Methoden als nicht gerade günstig und auch zeitintensiv. Experten raten besonders Frauen zu einem Vollbonding, die vermutlich beständig ein Haarteil tragen werden. Je Sitzung, die alle drei bis sechs Wochen fällig wird, werden ein bis zwei Stunden Zeit benötigt, wobei die Kosten je Sitzung zwischen 80 und 120€ liegen. Ergänzend kommt hier natürlich noch die Perücke hinzu, deren Preise bei bis zu 2500€ und mehr kosten können.
Einen Anteil der Kosten kann man auch von der Krankenkasse bekommen, allerdings muss der Arzt einen medizinischen Bedarf attestieren und manchmal auch einen psychischen Druck aufgrund der fehlenden Haare bestätigen. Die Kostenübernahme einer Perücke sind allerdings angesichts der anfallenden Kosten recht gering und bewegen sich zwischen 165 und 500€. Bei Männern wird übrigens solch eine Kostenübernahme in sehr vielen Fällen abgelehnt, was vermutlich daran hängt, dass die Kassen einfach mal davon ausgehen, dass ein Mann von Natur aus mit der Zeit seine Haare verliert. Doch auch hier sollte es ein Mann durchaus versuchen und wenn nötig auch einen Einspruch einlegen, denn eines ist sicher: Auch Männer leiden unter den fehlenden Haaren.
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