Der Pony, der erstmals in den Zwanzigerjahren beim sogenannten Bubikopf für Furore sorgte und dann in den Sechzigerjahren beim Bob-Style und in den Siebzigern als überlanger Gesichtsvorhang seinen großen Auftritt hatte, ist seit einiger Zeit zurück auf den Laufstegen.
Standen die Achtzigerjahre noch ganz im Zeichen der wilden Föhnwelle, wo der Pony allenfalls nach außen geföhnt getragen wurde - bei Männern war eine Art Minipli-Pony ein Thema, aber darüber sollte der gute Geschmack schweigend hinwegsehen -, hieß es in den Neunzigern: Zurück zur Natur. Hier dominierte der eng am Kopf getragene Sleek-Look, oftmals gekrönt von einem Mittelscheitel.
Für einen Pony, den man womöglich allmorgendlich über eine Rundbürste föhnen musste, war da kein Platz. Im neuen Jahrtausend begann der Pony zaghaft, verlorenes Terrain zurückzuerobern. Die Frisuren wurden wieder artifizieller, und mit Eroberung der Mainstrems durch die Techno-Bewegung hielt der Pony als sogenannter Micro-Pony wieder Einzug in die Mode. Girlies und solche, die es werden wollten, trugen stolz den streichholzkurzen Pony, der weit über den Augenbrauen endete. Ob gerade oder rund geschnitten - der Micro-Pony verlieh seiner Trägerin einen Hauch von Mister Spock.
Praktischer war da schon der asymmetrische Pony, der in Überlänge getragen wurde und bei Bedarf einfach hinter die Ohren geklemmt werden konnte. Er beruht auf einem Schnitt, der sich von einem Seitenscheitel stufenförmig nach unten arbeitet.
Insbesondere beim sogenannten Federschnitt kam der asymmetrische Pony zum Tragen. Sängerin Rihanna machte den asymmetrischen Pony populär. Sein Plus ist seine Wandelbarkeit, da er eine offene Frisur ebenso zulässt wie hochgestecktes Haar. Und da er eine Überlänge hat, kann er im Sommer sogar einfach mit Haarklammern aus dem Gesicht geklipst werden, wobei er eine Tolle im angesagten Fifties-Style ergibt.
Seit einiger Zeit sind die Frisuren wieder sehr weiblich und romantisch geworden. Raffiniertes Flechtwerk erinnert gar an alte Haartrachten der Jahrhundertwende. Nur allzu künstlich darf es nicht sein, weshalb man dem exakt nachgeschnittenen, geometrischen Pony zurzeit nur noch selten begegnet.
Der große Trend in Sachen Pony ist im Moment der sogenannte Flechtpony, der vor allem jungen Frauen steht. Hierbei wird der Pony als französischer Zopf seitlich am Kopf in das übrige Haar verflochten, welches locker hochgesteckt oder als schwerer Zopf im Nacken zusammengefasst wird. Bei diesem Look kommt es auf den gekonnten Stilbruch an: Zum zarten Flechtpony setzt betont modische Kleidung den richtigen Kontrast.
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15.05.13 | |
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Dieses etwas andere Buch über Menschen und Frisuren bricht mit dem ungeschriebenen Gesetz, entweder nur abgehobe...
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