Auf der Suche nach dem verlorenen Parfum - Der Duftforscher David Pybus

Chemiker David Pybus erforscht seit sieben Jahren historische Düfte aus Ägypten und Griechenland

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  • von Paradisi-Redaktion
Parfümflasche gekippt steht auf Ecke, blauer Hintergrund

Der Chemiker David Pybus forscht seit 7 Jahren nach historischen Düften. Welche Düfte bevorzugten die Ägypter, Griechen und Römer vor 2000 Jahren? Was mochten die Menschen vor 100 Jahren? Damit beschäftigt sich der Brite, seitdem er vor sieben Jahren einen Artikel über einen Parfumeur gelesen hat, der den Untergang der Titanic überlebte, und dessen Phiolen erst 80 Jahre später geborgen werden konnten. Pybus ersteigerte die Tasche des Parfumeurs mit den übrigen Phiolen bei einer Auktion und versuchte, mit Hilfe eines Spitzenparfumeurs im Projekt "Scents of Time" die Düfte zu rekonstruieren.

Moderner Duft aus antikem Vorbild

Doch nicht nur der Duft der Titanic-Gäste interessierte ihn - er flog auch zu einer Ausgrabungsstätte nach Pompeji, wo gerade das Haus eines Parfumeurs freigelegt wurde. Die Spuren von Samen, Kräutern und Duftpflanzen versetzte David Pybus mit Öl, denn das Verfahren der Parfumdestillation war zu Pompejis Zeiten noch nicht bekannt. Daraus entwickelte er einen modernen Duft auf Alkoholbasis namens "Pyxis", der einem antiken Vorbild entsprechen soll.

"Ankh", ein weiterer, mystischer Pybus-Duft, wurde aufgrund von Überlieferungen aus dem alten Ägypten entwickelt. In den dortigen Tempeln wurde eine Duftmischung namens "Kyphi" aus Myrrhe, Mastix, Zimt, Zedernrinde und Wacholderbeeren verbrannt, um die Barriere zwischen der Menschenwelt und dem Reich der Götter zu überwinden. Da Duft damals die einzig bekannte Substanz war, die sich buchstäblich "in Luft auflöst", erklärt sich auch der Name "Parfum" - von "pro fumum", lateinisch für "durch Rauch".

Düfte aus dem alten Ägypten

Auch "Nenufar" hat ägyptische Wurzeln und basiert auf dem Blauen Lotus, einer den ägyptischen Göttern vorbehaltenen Pflanze, die nur Kleopatra nutzen durfte. Der vierte Pybus-Duft "Maya" wird zum Jahresende 2008 erhältlich sein. Er hat eine etwas unheimliche Entstehungsgeschichte: Bei den Mayas gab es zahlreiche Menschenopfer, die vor ihrem Tod mit einem "duftenden Räucherwerk" benebelt wurden. Archäologen entdeckten davon Rückstände und Ruß und analysierten eine Zusammensetzung aus Copal (ein weihrauchähnliches Harz), Vanille, Schokolade und Blüten.

Mit modernen Mitteln rekonstruierte David Pybus den Geruch der verbrennenden Substanzen. Duft Nummer 5 wird 2009 auf den Markt kommen und soll aus den Elixieren der Titanicfunde rekonstruiert werden.

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Erstellt am 22.01.2009
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  • beautypress.de
  • Bildnachweis: close up of perfume bottle on blue background © Alena Root - www.fotolia.de

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