Hongkong war schon immer sehr westlich geprägt. Die Lebensweise hier ist mit jener im restlichen China nicht zu vergleichen. Dies begründet sich durch seine ehemalige Zugehörigkeit zur britischen Krone. Auch das Geschäftsgebaren sowie die Bekleidung im Business orientieren sich hier an westlichen Vorbildern; den sogenannten "Mao-Anzug" sucht man in Hongkong vergeblich.
Zu beachten ist in Hongkong eine ausgesuchte Höflichkeit und ein gewisses Mehr an Formalität, welches auch im Geschäftsleben an den Tag gelegt wird. Dies bedeutet nicht nur, alle Kollegen selbstverständlich zu siezen und dem Erfahrungsschatz der Älteren mit Hochachtung zu begegnen.
In Bezug auf die Kleiderordnung im Business bedeutet dies darüber hinaus, sich im Zweifel lieber für die konservativere Variante zu entscheiden. Herren müssen zwingend im dunklen Anzug mit Hemd und Krawatte zum Geschäftstermin erscheinen, Damen tragen Hosenanzug oder Kostüme.
Für Geschäftsreisende, die Hongkong erstmalig besuchen und bislang nur das Geschäftsleben in Festland-China kennen, mag dies ein kleiner Schock sein, denn dort wird zumeist auch im Business eine sehr legere Bekleidung getragen.
Wer sich in Hongkong in Sachen Kleiderordnung an der alten britischen Tradition orientiert, macht nichts verkehrt, denn schließlich ist es genau diese, die der heutigen Hongkonger Kultur ihren Stempel aufgeprägt hat. Selbst bei scheinbar ungezwungenen Zusammenkünften, zu denen man am Abend von Geschäftsfreunden eingeladen wird, sind aus der Perspektive "lieber overdressed als underdressed" anzugehen.
Businessanzüge bzw. Kostüme dürfen aber durch ihren Schnitt durchaus zeigen, dass sie mit der Mode gehen, denn Hongkong ist modeverrückt und der sogenannte "letzte Schrei" gern gesehen – sofern er im Rahmen bleibt, versteht sich. Gern wird hier auch gezeigt, was man hat.
Statussymbole wie ein teures Auto oder eine edle Uhr gelten in Hongkong nicht als protzig, sondern spiegeln die gesellschaftliche Position ihres Besitzers wider. Wer sich Statussymbole leisten kann, nimmt man an, verfügt über eine entsprechend hohe Stellung – und darf sich auch gern so verhalten.
Dies verschafft einem nicht nur Respekt, sondern auch ein gewisses Mehr an Distanz, was viele westliche Geschäftsreisende als wohltuend empfinden.
Ebenfalls lässt sich der Hongkonger Gastgeber mit einer roten Krawatte beeindrucken, denn rot gilt als absolute Glücksfarbe. Gepaart mit einem Anzug in Grautönen kann man nur noch wenig falsch machen. Die Damen könnten zum grauen Kostüm ein elegantes rotes Seidentuch tragen.
Auch Marineblau und Schwarz sind gern gesehen. Von der Farbe Weiß hingegen gilt es, Abstand zu nehmen, denn diese symbolisiert den Tod. Ein Extra-Tipp für Damen: Körperbetonte Blusen oder solche mit kurzen Ärmeln und V-Ausschnitten werden von chinesischen Geschäftspartners des Öfteren als anzüglich und unangebracht aufdringlich empfinden.
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