Royal Punk, Grunge und Gothic - die perfekte Mischung aus edel und rockig

Rockige Blondine mit Nietenarmband hält sich Hand mit pinken Fingernägeln an Schläfe

Punkige und rockige Looks bedienen sich ähnlicher Elemente in individuellen Schattierungen und Ausführungen

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  • von Paradisi-Redaktion

Wie so viele Modeerscheinungen, die ihren Ursprung in der Subkultur haben, sind auch Punk, Rock und Gothic viel eher eine Lebenseinstellung als ein Fashion Statement. Der Edelpunk-Look, der sich auch "Royal Punk" oder "Punk Royal" nennt, bedient sich an hervorstechenden Elementen des Punk-Looks und bricht diese durch einige elegante Stücke. Rockige Stücke, derbe Boots und glamouröse Paillettentops in einem Outfit gemixt - das sind die einmaligen Stylingmerkmale des Grunge-Looks. Viel Schwarz und viel Spitze ist das Motto all jener Ladys, die sich zur dramatisch-melancholischen Gothic Queen stylen wollen.

Grunge-Look

Der Mix aus Grunge und Glamour ist bei den Stars derzeit extrem angesagt. Auch in deutschen Clubs ist der Trend zum Grunge-Look unübersehbar.

  • Rockige Stücke,
  • derbe Boots und
  • glamouröse Paillettentops

in einem Outfit gemixt - das sind die einmaligen Stylingmerkmale des Grunge-Looks.

Die Entwicklung des Grunge-Looks

Der Begriff Grunge bedeutet Schmuddel oder Dreck, also sprechen wir hier über den Schmuddel-Look, in dem immer mehr Stars und Sternchen momentan herumlaufen. Besonders populär war dieser Stil in den 1960er- und 1970er Jahren, erst als Umschreibung für einen rauen und markanten Musiktyp, später auch als Modeerscheinung.

Ende der 1980er- Anfang der 1990er Jahre begann die Kommerzialisierung der Rockszene und gleichzeitig wurden markante Kleidungsstücke wie das einfache Flanellhemd als neue Mode verkauft. Dabei waren diese weichen Hemden in der Region von Seattle schon seit langen Jahren beliebte Kleidungsstücke bei Alt und Jung. Ein banaler Alltagsgegenstand wurde so zum Dresscode der Grunge-Szene.

Ein Ende fand der Grunge-Look 1994 durch den damals neuen Begriff Alternative, den die Medien und die Musikindustrie benutzten, um die Szene für neue stilistische Varianten und Bands zu öffnen. Der Tod von Kurt Cobain von Nirvana ließ den Grunge-Hype ganz sterben.

Der Grunge-Look heute

Heute trifft Grunge auf Glamour. Ein bunter Mix aus

  • zerfetzter Jeanshose, Lederleggings,
  • Bikerjacke,
  • Oldschool-Bandshirts oder ausgeleiertem XXL-T-Shirts,
  • Flanellhemd oder einem Karohemd.
  • An den Füßen derbe Boots, abgelatschte Chucks oder klobige Doc Martens,

das war der Look des 90er-Jahre-Grunge. Alle diese Outfits trifft man heute wieder, allerdings in Kombination mit

Die passenden Accessoires waren nie so wichtig, wie heute. Opulenter Schmuck ist ein Muss. Das Make-up wird auf den Look abgestimmt, dunkel umrandete Augen und rote Lippen perfektionieren den Grunge-Look unserer Zeit.

Der rote Lippenstift und vielleicht noch ein roter Nagellack (besser noch Schwarz) sollten die einzigen Farbkleckse im Outfit sein. Die dominierende Farbe beim Grunge-Look ist ohne Zweifel Schwarz:

  • Glamourös,
  • rockig,
  • atemberaubend und gleichzeitig
  • verrucht

ist die dunkelste aller Farben. In Kombination mit Anthrazit oder Grau und als glamouröser Aufheller die Farben Silber oder Gold machen den Grunge –Look zum Hingucker. Der Kontrast mit Weiß ist erlaubt, ein absolutes No Go: Knallfarben und Pastelltöne.

Vorschläge des Stylings im Grungle-Look

Der "Grunge meets Glamour"-Look ist ganz einfach zusammengestellt:

  • Eine schwarze, hautenge Röhrenjeans mit Used-Merkmalen, ein schwarzes Top oder Schlabber-T-Shirt, Doc-Martens-Stiefel oder Ankle Boots und Paillettenjacke, fertig ist das Grunge-Outfit.

  • Wer es ganz lässig mag, trägt ein übergroßes Karohemd zur engen Röhre oder Leggings.

  • Modern sind Leder-Leggings, zusammen getragen mit einem Karo-Minirock, einer schwarzen Lederjacke und Sneakers.

  • Der schicke Edel-Gammel-Look, aus einer Kombination mit einem schwarzen Kleid, zerrissener Strumpfhose, Glitzerblazer und klobigen Stiefeln – das rockt!

Zu all diesen Styles dürfen die passenden Taschen und opulenten Schmuckstücke keinesfalls fehlen. Fertig ist der Grunge-Look!

Royal Punk

Dies bedeutet vor allem Mut zum Mixen. Wer beispielsweise auf eine für den Punk typische Caro-Hose setzt, zieht dazu eben keinen Baumwollkapuzenpulli mit Aufdruck an, sondern konterkariert ihn mit einem edlen, goldschimmernden Feinstricktop. Grobe Schnürstiefel können durch spitz zulaufende Stiefeletten in Leoparden-Optik ersetzt werden.

Tierfell-Prints sind ohnehin der Liebling royaler Punks, ob Tiger, Leo oder Zebra, dicht gefolgt vom Camouflage-Muster, dass in der Edelvariante aber nicht nur Teile der Armeeuniform ziert, sondern auch auf süßen Minikleidern – gern mit Crinoline oder Petticoat weit ausgestellt – oder heißen Korsagen auftauchen kann.

Schließlich geht es beim Royal Punk Look nicht um Authentizität, sondern darum, aufzufallen – und vielleicht auch ein bisschen zu schocken.

Tigerprint und Schottenkaro

Männliche Royal Punks setzen auf Schottenkaro und Schachbrettmuster – Muster, die auch auf Messenger-Bags oder Fahrradtaschen wieder aufgegriffen werden können. Sollte die Royal Punk Bekleidung Risse oder Löcher haben, kann man davon ausgehen, dass diese mit Vorsatz platziert sind.

Manchmal werden sie auch von einer Sicherheitsnadel, die hier gern aus Edelmetallen bestehen darf, zusammengehalten. Streifenschals und rockige Nietengürtel runden den Look ab.

Toupierkamm und viel Make-up

Auch beim Haarstyling wird nichts dem Zufall überlassen, doch anstatt sich gleich radikal den sogenannten "Iro" rasieren zu lassen, greifen Royal Punks lieber zu Toupierkamm und Haarspray, um sich eine am Oberkopf stehende Haarpracht zu zaubern.

Frauen dürfen bei diesem Styling ruhig sehr tief in den Schminktopf greifen. Graue Smokey Eyes gehören zum Royal Punk zwingend dazu, und die Nägel schimmern in allen metallischen Farben des Regenbogens. Ganz aktuell sind Nailstyles, die durch einen so genannten Crackling Top Coat eine wie zerrissen wirkende Oberfläche erhalten.

Da der Royal Punk Look seine Heimat in Großbritannien hat, gehört auch der Union Jack sowie die stilisierte Königskrone zu diesem Styling dazu – stets in ironischem Bezug, versteht sich.

Ob nun die Nägel in den Farben des Königreichs lackiert werden oder die Flagge als Aufnäher getragen wird – ein kleines Stückchen England steckt in jedem Royal Punk.

Gothic Queen

Viel Schwarz und viel Spitze ist das Motto all jener Ladys, die sich zur dramatisch-melancholischen Gothic Queen stylen wollen. Um aber ein authentisches Gothic-Styling hinzubekommen, bedarf es noch einiger zusätzlicher Details.

Merkmale

Gothic ist schließlich viel mehr als nur eine Modeerscheinung – es verkörpert ein ganzes Lebensgefühl. Und dass diesem ein eher wehmütig, weltabgewandter und schwermütiger Ton zu Grunde liegt, drückt sich auch in der Kleidung aus.

Gothic Girls bevorzugen dramatisch-romantische Outfits, die an längst vergangene Jahrhunderte erinnern.

  • Lange Röcke,
  • Oberteile mit Rüschen, gern auch
  • Corsagen bzw. Mieder.

Ohnehin ist viel von der Silhouette der mittelalterlichen Mode angelehnt, seien es

  • weite Trompetenärmel,
  • Umhänge oder
  • Mäntel mit langen, spitzen Kapuzen.

Kurz: Alles, was an ein verträumtes Burgfräulein erinnert, wird auch von Gothic Girls bevorzugt getragen.

Materialien und Verzierungen

Auch die Materialien der Textilien sind eher anachronistisch. So beispielsweise wird Samt bevorzugt, aber auch Brokat und Spitze.

Mit Spitze lässt sich übrigens auch einfache schwarze Bekleidung in echte Gothic-Teile verwandeln, beispielsweise, wenn man den Ärmelsaum einer herkömmlichen Strickjacke mit einem Spitzenabschluss verziert. Dieser darf auch gern die halbe Hand bedecken.

Alternativ werden auch gern zarte Handschuhe getragen. Die passende Handtasche hingegen kommt direkt aus Großmutters Fundus und kann auch mal mit schwarzen Rosen besetzt sein.

Melancholisch, romantisch, sexy

Nach "romantisch" ist "weiblich" ein weiteres Keyword für den Gothic-Look. Unisex-Schnitte sucht man hier vergebens, denn Gothics mögen die Betonung der Unterschiedlichkeit der Geschlechter.

"Weiblich" heißt für die Damen auch, dass es gern mal sexy zugehen kann, allerdings nie plump. Kleidungsstücke und Accessoires, die die weibliche Linie betonen, wie die bereits angesprochenen Mieder oder breite Taillengürtel, gehören ebenso zum Look wie Netzstrümpfe.

Diese dürfen gern auch zerrissen sein, symbolisiert doch das nicht ganz Perfekte die Vergänglichkeit aller Dinge. Schnürungen, die von Ferne schon beinahe an Bondage gemahnen, gehören ebenso dazu, ob nun beim Schnürmieder, Schnürstiefeln oder einfach kunstvoll um den Arm gewundenen breiten (Lack-)Lederbändern.

Ganz junge Gothic-Mädchen, die ihre Weiblichkeit noch nicht allzu sehr betonen sollen bzw. wollen, werden aber auch bei Bekleidung fündig, die man sonst üblicherweise der Emo-Szene zuordnet. Immerhin gibt es zwischen Emo und Gothic eine große Schnittmenge.

In diesem Falle wären das Totenkopf- oder Knochenprints – gern auch kombiniert mit betont niedlichen Elementen wie Schleifen.

Verschiedene Stylingarten

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Quellenangaben

  • Bildnachweis: Beautiful blond grungy girl © Serhiy Kyrychenko - www.fotolia.de

Autor:

Paradisi-Redaktion - Artikel vom (zuletzt überarbeitet am )

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