10. Oktober 2011
Die Schotten lieben ihren Kilt, der zünftige Gebirgler seine Lederhose. Nicht nur als Tracht sind Lederhosen sehr beliebt, als robuste Biker-Hose, Arbeitshose, aber auch als moderne Freizeithose finden die strapazierfähigen Hosen aus Leder Verwendung. Die geschichtliche Entwicklung der Lederhose reicht weit in das 18. Jahrhundert zurück.
Leder ist bekanntlich sehr strapazierfähig, ein guter Grund eine Lederhose lieben und schätzen zu lernen. Die hochwertigen Trachten-Lederhosen werden in der Regel aus sämig gegerbtem Hirschleder genäht. Heute sind auch Wildbockleder- oder Rindslederhosen auf dem Markt, die industriell hergestellt werden. Die Qualität der Lederhosen offenbart sich durch die Stickereien. Hochwertige Ware wird handgestickt, wobei das Leder nicht durchstochen wird, günstige Hosen werden andererseits maschinengestickt.
Der Ursprung der heutigen Lederhose geht auf die Culotte zurück, eine eng anliegende Kniebundhose. In fast allen Bevölkerungsschichten im westlichen Europa wurde die Culotte als Männerhose getragen. Genäht wurde sie aus Samt, Seide, Leinen, Wolle und zum Reiten aus Leder. Im ausgehenden 18. Jahrhundert übertrugen die Bewohner des Alpenraums das Muster auf das gebräuchliche Leder. Die bis dahin üblichen Pumphosen wurden durch schmale Schnitte abgelöst. Während sich lange Lederhosen bei der städtischen Bevölkerung durchsetzten, behielten die Bauern den bisherigen Hosenschnitt bei. Bei der Arbeit auf dem Lande war die Hose schlicht und gleichzeitig praktisch, sie bot dem Träger Schutz vor Kälte, Hitze, Nässe und Ungeziefer.
Am bayerischen Hof und in Wien kam es zu Beginn des 19. Jahrhunderts zu einer nie dagewesenen Trachtenbegeisterung. Als erster befasste sich Joseph Ritter von Hazzi als Schriftsteller mit den Trachten. Er beschrieb die unterschiedlichen Trachten der Gerichte. Auch staatliche Stellen bemühten sich immer wieder darum eine Nationaltrachten zu erhalten. Der Vorläufer des ersten Trachtenvereins wurde bereits 1859 in Miesbach gegründet. Schnell folgten weitere Vereine für den Erhalt der Lederhosen.
Besonders in ländlichen Regionen Deutschlands wie dem südlichen Allgäu, Oberallgäu, dem Berchtesgadener Land, dem Salzkammergut und dem Bayerischen Oberland gehört die traditionelle Lederhose zur Alltagskleidung. Die Lederhosen auf Volksfesten und dem Oktoberfest sind modere Varianten des ursprünglichen Beinkleids.
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