2. August 2011
Es gibt jede Menge Redewendungen mit dem Wort Hose, und das verwundert nicht, da sie wichtige Körperteile bedeckt, die mit wiederum wichtigen Körperfunktionen betraut sind. Und immer, wenn "etwas in die Hose geht", kommt die entsprechende Metapher zum Einsatz.
bedeutet, dass er Angst hat. Warum? Gott sei Dank passiert das den meisten Menschen selten bis nie im Leben, aber unter existenziellem Stress entleert sich der Darm, der Inhalt geht dann nicht nur sprichwörtlich in die Hose. Soldaten im Krieg können bisweilen ein Lied davon singen, sie tun es aber nicht. Das vegetative Nervensystem löst diesen Mechanismus aus, er ist sehr alt und ermöglicht dem fliehenden Tier einfach das bessere Fortkommen, nicht nur wegen der tatsächlichen Erleichterung, sondern auch, weil der Körper durch die Entleerung nicht mehr mit der Verdauung beschäftigt ist.
sagen Väter zu ihren Söhnen, weil in Zeiten, wo körperliche Züchtigung an der Tagesordnung war, wirklich vorab die Hose recht straff gezogen wurde, bevor der Züchtigende auf das Gesäß des Opfers einprügelte. Auch heute verwenden manche Personen in Machtpositionen noch gern die Redewendung, die so schön anschaulich ist.
wenn sie schief geht. Das ist mit den gestrichen vollen Hosen wahrscheinlich wesensverwandt, könnte aber auch mit dem übertragenen Wunsch zu tun haben, sich einer schief gegangenen Sache zu "entleeren", also zu erleichtern. Hier ist die Psychoanalyse gefragt, es dürfte vielfältige Theorien zu diesem mundartlichen Spruch geben.
dann sitzt er fleißig da und arbeitet am Schreibtisch. Das ist einfach zu verstehen, für ausdauernde Tätigkeiten in dieser Position braucht es nicht nur Sitzfleisch, sondern auch den belastbaren Hosenboden.
oder auch er, wie man's nimmt. Erwähnt wird eigentlich immer nur, wenn die Frau die Hosen anhat. Da die Hose über Jahrhunderte, seit dem frühen Mittelalter, in Europa eine Männerdomäne war und Männer gleichzeitig das Sagen hatten, war klar, dass der "Herr im Haus" die Hosen anhat. Kommt es nun andersherum, ist das bemerkenswert.
bezeichnet entweder jemanden, der bei etwas schrecklich Peinlichem erwischt wurde oder jemanden, der die Hosen herunterlassen muss, zum Beispiel der arme Schuldner, der endgültig seine prekäre Lage offenlegen muss. Diese Personen sind in einer Lage, die sie ins Innerste trifft, was so nachhaltig wirkt, wie es ein Angriff auf den (durch die Hose bedeckten) Intimbereich täte.
hat etwas nicht geklappt. Entweder stammt die Redewendung daher, dass derjenige wie ein Kind zurechtgewiesen wird oder sich so fühlt, und Kinder trugen früher ausschließlich kurze Hosen, oder es gab tatsächlich den Brauch, Pechvögeln und Versagern die Hosenbeine abzuschneiden. Die zweite These erscheint wahrscheinlicher, Belege sind allerdings schwer zu finden.
dann ist definitiv nix los. Das hat einen eindeutig sexuellen Bezug, denn wo "was los ist", da herrscht Vitalität, auch und gerade in der Hose.
sagen Leute, die meinen, es wäre eigentlich egal, wie man's nimmt. Die Jacke ist in dem Fall so lang wie die Hose.
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